ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2011Prädiktoren für eine spätere Pflegebedürftigkeit nach einem Schlaganfall

MEDIZIN: Originalarbeit

Prädiktoren für eine spätere Pflegebedürftigkeit nach einem Schlaganfall

Daten aus dem Dortmunder und Münsteraner Schlaganfallregister

Predictors of Dependency on Nursing Care After Stroke: Results From the Dortmund and Münster Stroke Registry

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(36): 592-9; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0592

Diederichs, Claudia; Mühlenbruch, Kristin; Lincke, Hans-Otto; Heuschmann, Peter U.; Ritter, Martin A.; Berger, Klaus

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Hintergrund: Die Langzeitfolgen eines Schlaganfalls sind bislang unzureichend erforscht. In der vorliegenden Studie werden daher soziale und klinische Faktoren identifiziert, die die Chance, innerhalb von 3,6 Jahren nach einem Schlaganfall Leistungen aus der Pflegeversicherung zu beantragen, beeinflussen.

Methode: Von 2 286 Schlaganfallpatienten aus dem Qualitätssicherungsprojekt „Schlaganfall Nordwestdeutschland“ wurden während ihres Kranken­haus­auf­enthaltes Informationen zu ihrem soziodemografischen Hintergrund, Schlaganfalltyp, Komorbiditäten sowie zu körperlichen Beeinträchtigungen erhoben mit Hilfe der Rankin-Skala, dem Barthel-Index sowie der neurologischen Symptom-Skala. Der Einfluss dieser Faktoren auf eine Antragstellung auf Pflegeleistungen innerhalb von 3,6 Jahre nach der Entlassung wurde anhand von logistischen Regressionsmodellen untersucht. Aus einer Auswahl der identifizierten Faktoren wurde anschließend mit Hilfe des „backward-selection“-Ansatzes ein geeignetes Prognosemodell entwickelt.

Ergebnisse: 734 (32,1 %) Patienten nahmen an der Nachbefragung teil und gaben Auskunft darüber, ob sie einen Antrag auf Pflegeleistungen gestellt hatten. Davon hatten 22,5 % Pflegeleistungen beantragt. Die Chance für eine Antragstellung war assoziiert mit steigendem Alter, weiblichem Geschlecht, der Anzahl der Komorbiditäten und Komplikationen während der Krankenhausbehandlung sowie einer eingeschränkten körperlichen Funktionsfähigkeit.

Schlussfolgerungen: Ein Schlaganfall hat erhebliche, langfristige Auswirkungen auf die Betroffenen. Eine verlässliche Prognose für eine spätere Antragstellung auf Pflegeleistungen kann mit Informationen zum Geschlecht, Alter, Vorliegen eines früheren Schlaganfalls sowie dem Abschneiden auf der Rankin-Skala und beim Barthel-Index gestellt werden.

LNSLNS

Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa 196 000 Menschen erstmals einen Schlaganfall (1). Dabei sind etwa 78,7 % aller Insulte auf einen Hirninfarkt zurückzuführen, wohingegen 12,6 % durch eine Blutung und 2,7 % durch eine Subarachnoidalblutung verursacht werden. Weitere 6,0 % werden als nicht näher bezeichneter Schlaganfall klassifiziert (2). Diese Unterscheidung der Hauptarten des Schlaganfalls ist bedeutsam, da die verschiedenen Typen mit einer deutlich unterschiedlichen Mortalität, Behinderung und Betreuungsbedürftigkeit einhergehen.

Weltweit zählt der Schlaganfall zu den Erkrankungen mit den weitreichensten sozialmedizinischen Folgen. In Deutschland ist er bei den Frauen die vierthäufigste und bei den Männern die fünfthäufigste Todesursache. Seit Anfang der 1990er Jahre ist zwar die Mortalität deutlich zurückgegangen, allerdings sterben immer noch rund 30 % aller Schlaganfallpatienten innerhalb eines Jahres nach dem Ereignis. Darüber hinaus sind viele Erkrankte von bleibenden neurologischen Symptomen betroffen. Diese äußern sich insbesondere in Lähmungen, Sprachstörungen, kognitiven Beeinträchtigungen, Depressionen sowie Harn- und Stuhlinkontinenz (3). In ihrer Summe führen die verbleibenden Symptome zu vielfältigen Funktionseinschränkungen im alltäglichen Leben. Dadurch bildet der Schlaganfall eine der Hauptursachen für Pflegebedürftigkeit bei erwachsenen Menschen.

Neben den erheblichen gesundheitsbezogenen Auswirkungen verursacht der Schlaganfall Kosten von mehr als 15 000 € pro Patient in den ersten drei Monaten nach dem Ereignis und ist damit auch eine der kostenintensivsten Erkrankungen im deutschen Gesundheitssystem (4). Ein großer Teil dieser Ausgaben entfällt auf die Rehabilitation (1,5 Milliarden €) und die Pflege der Patienten (1,7 Milliarden €) (5).

Während es zur Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten durch die standardisierte Dokumentation in den etablierten, regionalen Qualitätssicherungsprojekten (6) eine Fülle von Daten gibt, ist die Datenlage zum weiteren Verlauf der Erkrankung nach Entlassung aus dem Krankenhaus beziehungsweise aus der Rehabilitationsbehandlung unzureichend. Insbesondere fehlen Ergebnisse zur Häufigkeit der Beantragung von Pflegeleistungen nach SGB XI und zu den Prädiktoren der Antragstellung.

Die Studie hat daher das primäre Ziel, die Einflüsse klinischer und sozialer Faktoren auf die Wahrscheinlichkeit, später Leistungen aus der Pflegeversicherung zu beantragen, zu analysieren. Ein sekundäres Ziel besteht in der Klärung der Frage, welche gesundheitsbezogenen Messinstrumente am besten geeignet sind, zum Zeitpunkt der Entlassung eine spätere Antragstellung auf Pflegeleistungen vorherzusagen.

Methoden

Für die explorative Studie wurden zwischen Oktober 2003 und Juni 2006 insgesamt 2 286 Schlaganfallpatienten im Rahmen des Qualitätssicherungsprojektes „Schlaganfall Nordwestdeutschland“ (7) in sechs Dortmunder Kliniken und dem Uniklinikum Münster rekrutiert. Dieses regionale Projekt ist Teil des Netzwerks „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlaganfallregister“.

Die standardisierte Dokumentation während des stationären Aufenthaltes der Patienten umfasste unter anderem:

  • soziodemografische Angaben
  • die Klassifikation des Schlaganfalls

– transitorische ischämische Attacke (TIA)

– Hirninfarkt

– Hirnblutung

– unbekannter oder anderer Schlaganfalltyp

  • vorliegende Komorbiditäten
  • Komplikationen während der Behandlung
  • die Art der Aufnahmestation.

Bei Entlassung aus dem Krankenhaus wurden der Grad der körperlichen Funktionseinschränkungen mit Hilfe der Rankin-Skala sowie die Fähigkeit zur selbständigen Verrichtung von alltäglichen Aktivitäten mit dem verkürzten Barthel-Index gemessen. Aus der Summe von vier neurologischen Symptomen, Paresen im Arm oder an der Hand, Paresen im Bein oder am Fuß, Sprachstörungen sowie komatöser Bewusstseinszustand wurde eine „neurologische Symptom-Skala“ gebildet.

Im Rahmen einer Nachbefragung im Mittel 3,6 Jahre (Spannweite: 2,1–5,1 Jahre) nach dem Schlaganfall wurden in einem fragebogengestützten, persönlichen Interview Angaben zur Lebenssituation, körperlichen Funktionsfähigkeit, Arztbesuchen, chronischen Erkrankungen und der Frage, ob die Teilnehmer Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragt hatten, erhoben. Patienten, die nicht am Interview teilnehmen konnten, erhielten den Fragebogen per Post oder wurden am Telefon befragt. Am Ende der Studienlaufzeit wurde der Vitalstatus, gegebenenfalls mit Angabe des genauen Todesdatums, überprüft.

Statistische Auswertung

Unterschiede zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern an der Nachuntersuchung wurden bei kategoriellen Daten mit dem Chi-Quadrat-Test und bei stetigen Variablen mit dem Wilcoxon-Rangsummentest geprüft.

Die Untersuchung des Einflusses von einzelnen Faktoren (unabhängige Variablen) auf die Chance einer späteren Antragstellung auf Pflegeleistungen (ja/nein) als abhängige Variable erfolgte mit einer logistischen Regressionsanalyse. In allen Modellen wurde für Alter und Geschlecht adjustiert.

Anschließend wurde mit Hilfe eines multivariaten, logistischen Regressionsmodells analysiert, welche Prädiktoren zum Zeitpunkt der Entlassung eine spätere Antragstellung auf Pflegeleistungen vorhersagen. Die Bestimmung eines geeigneten Erklärungsmodells wurde vor allem durch das Ziel geleitet, mit wenigen Variablen einen möglichst großen Teil der Varianz in der Chance der Antragstellung für Pflegeleistungen zu bestimmen. Zu diesem Zweck wurden zunächst alle einzelnen Variablen, die unabhängig voneinander einen Einfluss auf eine spätere Antragstellung zeigten, gemeinsam in einem Regressionsmodell untersucht. Anschließend wurde mit der Methode der Backward-Selection das Modell auf diejenigen Variablen reduziert, die zur Erklärung der Antragstellung beitragen.

Ergebnisse

Vergleich der Studienteilnehmer

Von insgesamt 2 286 Schlaganfallpatienten konnten 756 (33,1 %) im Rahmen der Nachuntersuchung erreicht werden. 617 Patienten (27,0 %) waren zwischenzeitlich verstorben. Die übrigen 935 (40,9 %) Studienteilnehmer waren aufgrund von Umzug, schwerer Krankheit oder Verweigerung für eine Befragung nicht kontaktierbar.

Von den erreichten Patienten hatten 564 Personen (74,6 %) im Mittel 3,6 Jahre nach dem Schlaganfall keine Pflegeleistungen beantragt, wohingegen 170 Patienten (22,5 %) einen Antrag gestellt hatten. 22 Patienten (2,9 %) beantworteten die Frage nach der Antragstellung nicht. Insgesamt konnten damit Daten von 734 Personen für die Studie genutzt werden.

123 der gestellten 170 Anträge wurden bewilligt. Davon erhielten 73 (59,3 %) Patienten Pflegestufe 1, 42 (34,1 %) Patienten Pflegestufe 2 und 8 (6,5 %) Patienten Pflegestufe 3. Bei 40 Schlaganfallpatienten wurde der Antrag abgelehnt, für sieben Teilnehmer waren keine Informationen zum Bewilligungsstatus verfügbar. Patienten, für die Informationen zur Antragstellung auf Pflegeleistungen vorlagen, waren im Mittel 5,4 Jahre jünger als die Teilnehmer, die ausschließlich an der Untersuchung während ihres stationären Aufenthaltes teilgenommen hatten, und unterschieden sich signifikant hinsichtlich ihrer Geschlechterverteilung mit einem größeren Anteil von Männern. Außerdem lebten die Patienten, die an der Nachbefragung teilnahmen, häufiger mit einem Partner zusammen und hatten öfter eine transitorische ischämische Attacke (TIA) als die Nicht-Teilnehmer (eTabelle 1 gif ppt).

Soziodemografische Einflussfaktoren

Das Alter und Geschlecht eines Patienten zeigen einen Einfluss auf die Chance einer späteren Antragstellung (Tabelle 1 gif ppt). Bei Frauen ist die Chance im Vergleich zu den Männern um das 1,7-fache erhöht. Bei beiden Geschlechtern steigt sie pro Lebensjahr um 4,0 % an, dementsprechend haben ≥ 80-Jährige eine 5,4-mal so hohe Chance, einen Antrag zu stellen, wie Menschen ≤ 49 Jahre.

Bei den Faktoren Schulbildung und Berufsabschluss zeigte sich vor allem für Betroffene mit hohem Bildungsabschluss eine geringere Chance der Antragstellung. Bei der individuellen Wohnsituation haben nur Patienten, die zur Zeit ihres Schlaganfalles bereits in einer Institution lebten, erwartungsgemäß eine stark erhöhte Chance.

Unterschiede sind ebenfalls bei Patienten und Patientinnen mit verschiedenen Schlaganfalltypen zu erkennen. Hier weisen Patienten mit einem ischämischen Hirninfarkt eine fast doppelt so hohe Chance (Odds Ratio [OR]: 1,99) für eine Antragstellung auf im Vergleich zu Patienten, die von einer TIA betroffen waren. Eine ähnliche, allerdings nicht signifikante Chancenerhöhung zeigt sich auch für Patienten mit einer Hirnblutung (OR: 1,85).

Komorbiditäten

Patienten mit einem Schlaganfall sind vielfach auch von anderen chronischen Erkrankungen betroffen, die die Chance später einen Antrag auf Pflegeleistungen zu stellen, erhöhen. Eine Verdoppelung der Chance (OR: 2,04) ist bei Menschen, die bereits früher einen Schlaganfall erlitten hatten, zu beobachten. Auch Patienten mit Diabetes mellitus (OR: 1,80) und mit einer symptomatischen Stenose der Arteria carotis interna (ACI-Stenose) (OR: 1,68) zeigen eine erhöhte Chance für eine Antragstellung (Tabelle 2 gif ppt).

Multimorbide Patienten, das heißt mit drei (OR: 2,75) oder ≥ vier (OR: 2,90) gleichzeitig vorliegenden Erkrankungen, stellen fast dreimal so häufig Anträge auf Pflegeleistungen wie Personen ohne weitere Erkrankungen. Jede zusätzliche Erkrankung erhöht die Chance um 33,0 %.

Behandlungsverlauf

Bei der Untersuchung des Einflusses von medizinischen Komplikationen, die während der Behandlung des Schlaganfalls auftreten, ist zu beachten, dass sie vor allem durch den schlechten Allgemeinzustand von Patienten bedingt sind. Harnwegsinfektionen (OR: 3,81), Pneumonien (OR: 3,89), Re-Insulte (OR: 3,30) und Stürze (OR: 3,71) gehen daher jeweils mit einer drei- bis vierfachen Chancenerhöhung einher. Patienten, die während ihres stationären Aufenthaltes Orientierungsstörungen zeigten, haben eine besonders hohe Chance, später einen Antrag zu stellen. Im Mittel steigt die Chance für eine Antragstellung pro zusätzlicher medizinischer Komplikation um das 2,9-fache an (eTabelle 2 gif ppt).

Körperliche Funktionsfähigkeit

Erwartungsgemäß ist ein Zusammenhang zwischen dem körperlichen Funktionszustand zum Entlassungszeitpunkt aus der Akutbehandlung und der Chance auf eine spätere Antragstellung erkennbar. Patienten, die bei ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus Funktionsausfälle in den Beinen oder Füßen hatten, stellten 3,3-mal so häufig Anträge auf Pflegeleistungen wie Menschen ohne entsprechende Ausfälle. Bei Sprachstörungen oder Ausfällen in den Armen oder Händen war die Chance um etwa das 2,5-fache erhöht. Ähnliche Assoziationen zeigten auch die anderen standardisierten Messinstrumente zur körperlichen Funktionsfähigkeit. Beim Barthel-Index hatten Patienten, die weniger als die Höchstpunktzahl für den optimalen Gesundheitszustand, das heißt zwischen 99 und 75 Punkte erreichten, eine mehr als 3,0-fach erhöhte Chance für eine Antragstellung. Bei weniger als 75 Punkten stieg sie auf das 12,8-fache an. Auch die Rankin-Skala zeigte einen Zusammenhang zwischen steigender Funktionseinschränkung und einer späteren Antragswahrscheinlichkeit (Tabelle 3 gif ppt).

Prognose für eine spätere Antragstellung auf Pflegeleistungen

Die Chance für eine spätere Antragstellung auf Pflegeleistungen kann zum Zeitpunkt des Kranken­haus­auf­enthalts durch folgende Faktoren prognostiziert werden (Tabelle 4 gif ppt):

  • Alter
  • weibliches Geschlecht
  • ein früherer Schlaganfall
  • ein hoher Score auf der Rankin-Skala
  • ein niedriger Score beim Barthel-Index.

Alle anderen Einflussfaktoren, wie zum Beispiel der Schlaganfalltyp, die Anzahl der Komorbiditäten oder der neurologischen Symptome bei Entlassung aus dem Krankenhaus tragen gemäß des Likelihood-Ratio-Tests nicht zu einer weiteren Verbesserung des Erklärungsmodells bei (p < 0,00). Das abschließende Modell mit den oben genannten vier Faktoren hat mit einem Pearson-Chi²-Wert von 409,5 (p = 0,46) insgesamt eine gute prognostische Validität.

Diskussion

Anhand einer Kohorte von Schlaganfallpatienten aus Dortmund und Münster wurden verschiedene Risikofaktoren für eine spätere Pflegebedürftigkeit nach einem Schlaganfall identifiziert. Bei Frauen ist die Chance um das 1,7-fache erhöht und pro Lebensjahr steigt sie um etwa 4 % an. Darüber hinaus stellen Personen mit einem Hirninfarkt fast doppelt so häufig einen Antrag auf Pflegeleistungen im Vergleich zu TIA-Patienten. Patienten mit Komorbiditäten, medizinischen Komplikationen während der Behandlung sowie mit einer schlechten körperlichen Funktionsfähigkeit bei Entlassung aus dem Krankenhaus haben eine deutlich höhere Chance pflegebedürftig zu werden. Eine besonders hohe Chance haben Menschen, die unter mittelschweren oder schweren Behinderungen (Rankin-Skala) leiden.

Die Determinanten des weiteren Krankheitsverlaufs nach einem Schlaganfall wurden auch in anderen Studien untersucht. Einheitlich wird hohes Alter zum Zeitpunkt des Schlaganfalls als der stärkste Einflussfaktor auf den späteren Bedarf für Unterstützung (8), kognitive Beeinträchtigungen (9), die Dauer des Kranken­haus­auf­enthaltes (10) oder Tod (11) bewertet. In einer deutschen Sekundärdatenanalyse von Mitgliedern der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) konnte gezeigt werden, dass das Risiko für Pflegebedürftigkeit ein Jahr nach dem Schlaganfall ab einem Lebensalter von 40 Jahren pro Jahr um 13 % zunimmt (12). Der deutlich niedrigere altersbedingte Anstieg bei den Dortmunder und Münsteraner Schlaganfallpatienten (4 % pro Jahr) ist auf eine Selektion von jüngeren und gesünderen Patienten, die an der Nachbefragung teilnahmen, zurückzuführen.

Die GKV-Datenanalyse zeigt übereinstimmend mit den vorliegenden Ergebnissen ebenfalls geschlechtsspezifische Unterschiede beim Risiko für eine Pflegebedürftigkeit: Ein Jahr nach einem Schlaganfall haben Frauen ein 41 % höheres Risiko als Männer (12). Ein Grund hierfür kann in der höheren Lebenserwartung von Frauen liegen, und dass sie zum Zeitpunkt ihres ersten Schlaganfalls im Mittel vier Jahre älter sind als Männer (13). Zum Zeitpunkt der Erkrankung ist der Partner oftmals bereits verstorben, so dass gerade alleinstehende Frauen häufiger auf externe Pflegeleistungen angewiesen sind. Insgesamt sind internationale Erkenntnisse zum Einfluss des Geschlechts auf den weiteren Krankheitsverlauf nach einem Schlaganfall jedoch widersprüchlich. Nach einer Adjustierung für das Alter weist das Geschlecht in vielen Studien keinen signifikanten Zusammenhang mehr mit einer schlechten Prognose auf (8, 14). Aufwendige medizinische Untersuchungsmethoden, wie zum Beispiel Herzultraschalldiagnostik oder bildgebende Verfahren sowie Karotisoperationen, werden nach einem Schlaganfall hingegen häufiger bei Männern durchgeführt als bei Frauen (15).

Neben älteren Personen haben auch Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status eine schlechtere Langzeitprognose im Hinblick auf das Risiko für Behinderung und Tod (16, 17). Einen besonders negativen Einfluss haben dabei die Ausübung von schweren körperlichen Arbeiten sowie ein sehr niedriges Einkommen (18). Die Ergebnisse der vorliegenden Schlaganfallstudie zeigen einen ähnlichen, allerdings nicht signifikanten Zusammenhang.

Anhand der Daten aus dem Dortmunder und Münsteraner Schlaganfallregister wurde der negative Einfluss verschiedener Komorbiditäten auf den weiteren Krankheitsverlauf nach einem Schlaganfall dargestellt. Diese Ergebnisse stimmen mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen überein, die vor allem bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und Depression schlechtere Genesungsaussichten nach einem Schlaganfall zeigen (11, 1921). Für Deutschland liegen aus dem Erlanger Schlaganfallprojekt (22) zudem Erkenntnisse zu den ätiologisch bedingten Unterschieden zwischen Hirninfarkten vor. Demnach haben Patienten mit einem durch Mikroangiopathien verursachten Hirninfarkt ein geringeres Risiko für Pflegebedürftigkeit als Personen mit anderes bedingten Infarkten, wie zum Beispiel durch Kardioembolien.

Darüber hinaus wurde bereits vielfach versucht, anhand des Grades der kognitiven und körperlichen Auswirkungen des Schlaganfalls eine verlässliche Prognose für den langfristigen Verlauf der Erkrankung zu treffen. Als valide und somit häufig eingesetzte Instrumente erweisen sich zunehmend vor allem die modifizierte Rankin-Skala (11, 21, 23) zur Qualifizierung der neurologischen Defizite nach einem Schlaganfall, der Barthel-Index (9, 24) sowie die Glasgow-Koma-Skala (8, 14), die generell zur Bewertung von Bewusstseinsstörungen eingesetzt wird. Als Zielgrößen wurden dabei vor allem die Überlebenszeit und das Risiko für eine Behinderung genutzt.

Anhand von Daten aus dem Dortmunder und Münsteraner Schlaganfallregister konnte nun gezeigt werden, dass sowohl die Rankin-Skala als auch der Barthel-Index geeignete Instrumente sind, auch das langfristige Risiko für eine Pflegebedürftigkeit nach einem Schlaganfall vorherzusagen. Vor allem die Kombination der beiden Skalen sowie die zusätzliche Erfassung des Alters, des Geschlechts und der Klärung der Frage, ob es sich bei dem Schlaganfall um einen Re-Insult handelt, weist eine hohe prognostische Validität auf. Dabei ist zu beachten, dass aufgrund des kolinearen Zusammenhangs vieler Einflussfaktoren letztendlich nur wenige einen signifikanten Einfluss auf die Chance haben, später Leistungen aus der Pflegeversicherung zu beantragen

Eine wesentliche Einschränkung der Studie ist ein potenzieller Selektionseffekt bei der Rekrutierung und der Nachuntersuchung der Studienteilnehmer. Während des Kranken­haus­auf­enthaltes war der Einschluss von komatösen oder sehr alten, alleinstehenden Patienten erschwert. Zum Zeitpunkt der Nachbefragung waren 27,0 % der Patienten zwischenzeitlich verstorben und 40,9 % der Studienteilnehmer wurden nicht erreicht, so dass für diese Personen keine Informationen über eine Antragstellung auf Pflegeleistungen vorliegen. Eine Verzerrung der Ergebnisse durch eine Selektion von jüngeren, verheirateten und männlichen Personen im weiteren Studienverlauf, die von einer weniger schwerwiegenden Form des Schlaganfalls, wie zum Beispiel einer TIA, betroffen sind (eTabelle 1), ist daher wahrscheinlich. Dies ist bei der Frage nach der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Schlaganfallpatienten zu berücksichtigen.

Insgesamt trägt die vorliegende prospektive Untersuchung von Patienten ab dem Zeitpunkt ihres Schlaganfalls bis im Mittel 3,6 Jahre nach dem Ereignis wesentlich zum Erkenntnisgewinn über die Einflussfaktoren auf den weiteren Krankheitsverlauf bei.

Danksagung
Die Datenerhebung wurde durch die Schlaganfall-Hilfe-Dortmund e.V., für die Herr Dr. Lincke stellvertretend für alle Mitglieder genannt wird unterstützt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb des Forschungsverbundes „Gesundheit im Alter“ gefördert (01ET0723).

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 13. 12. 2010, revidierte Fassung angenommen: 21. 3. 2011

Anschrift für die Verfasser
Claudia Diederichs, MPH
Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Domagkstraße 3, 48149 Münster
cdiederi@uni-muenster.de

Summary

Predictors of Dependency on Nursing Care After Stroke: Results From the Dortmund and Münster Stroke Registry

Background: The long-term effects of stroke have been inadequately studied. We identified social and clinical factors that were associated with application for insurance payments for long-term care within 3.6 years after stroke.

Methods: In a quality-assurance project called “Stroke Northwest Germany,” information was obtained from 2286 stroke patients on their socio-demographic background, type of stroke, comorbidities, and degree of physical impairment during their hospital stay, as measured on the Rankin Scale, the Barthel Index, and the Neurological Symptom Scale. We used logistic regression models to identify possible associations between these factors and application for insurance payments for long-term care within 3.6 years after stroke. We developed an appropriate prognostic model by means of backward selection.

Results: 734 (32.1%) of the patients participated in follow-up and reported whether they had applied for insurance payments for long-term care. 22.5% had submitted an application. The rate of application was positively correlated with age, female sex, the number of comorbidities and complications during hospitalization, and the degree of physical impairment.

Conclusion: Stroke has major long-term effects. The probability that a stroke patient will apply for insurance payments for long-term care is a function of the patient’s age, sex, previous stroke history, and physical impairment as measured on the Rankin Scale and the Barthel Index.

Zitierweise
Diederichs C, Mühlenbruch K, Lincke HO, Heuschmann PU, Ritter MA, Berger K: Predictors of dependency on nursing care after stroke: results from the Dortmund and Münster stroke registry. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(36): 592–9. DOI: 10.3238/arztebl.2011.0592

@ The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

eTabellen:
www.aerzteblatt.de/11m0592

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