ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1998Sterbebegleitung: Mehr als strittig

SPEKTRUM: Leserbriefe

Sterbebegleitung: Mehr als strittig

Hoffmann, Barbara

Zu dem Beitrag "Bundes­ärzte­kammer will Richtlinie nachbessern" von Gisela Klinkhammer in Heft 5/1998:
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LNSLNS . . . Das Thema Sterbehilfe hat eine neue Qualität angenommen; wo zuvor noch grundsätzliche Ablehnung und nur Sterbebegleitung ein erlaubter Terminus war, soll plötzlich Menschen das Sterben erlaubt werden, die möglicherweise noch Jahre oder Jahrzehnte Leben vor sich haben. Nach Jahrzehnten Stillstand in der deutschen Ärzteschaft plötzlich ein Sprung ins neue Jahrtausend. Und da soll man nicht auf die Idee kommen, das habe mit ökonomischen Gesichtspunkten nichts zu tun?
Eine kritische Würdigung des Begriffes von der mutmaßlichen Einwilligung des Patienten fand sich nicht in dem genannten Bericht, aber gerade der ist dann strittig, wenn allgemeine Wertvorstellungen als Hinweis für den mutmaßlichen Willen von Menschen herhalten müssen, die sich zum Thema Sterbehilfe auch nie im entferntesten geäußert haben. Hier darf dann die Gesellschaft in ihrer Einschätzung von lebenswertem Leben einsetzen und solches vernichten, das ihr zur Last fällt.
Ich bin absolut sicher, daß, wenn es eine ökonomische Krise der Gesundheits- und sozialen Systeme nicht gäbe, sich die "deutsche Ärzteschaft" dem Thema Sterbehilfe bei Nicht-Sterbenden weiterhin verweigern würde.
. . . Fazit: Ein bißchen Augenwischerei hilft, Richtlinien zu etablieren, die in der "deutschen Ärzteschaft" sehr wohl mehr als strittig sind.
Barbara Hoffmann, Pfalzburger Straße 33 a, 10717 Berlin
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