ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1998Naturheilkunde: Denkansätze durchforschen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Naturheilkunde: Denkansätze durchforschen

Fege, Jürgen

Zu dem Kommentar "Über Naturheilkunde und das ,Ganze' in der Medizin" von Prof. Dr. med. Malte Bühring in Heft 8/1998:
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LNSLNS Chemie, Technik, Mikrobiologie und Mikroelektronik brachten der Medizin den grundlegenden Fortschritt, so daß adjuvante Bereiche am Rande des medizinischen Geschehens stehen. Die fünf klassischen Naturheilverfahren sind integraler Bestandteil der Hochschulmedizin. Bei einem guten Arzt steht der rationale gleichberechtigt neben seinem emotionalen (oder metaphysischen) Therapieansatz, denn: "Gesundheit ist die Einheit von körperlichem, seelischem und sozialen Wohlbefinden" (WHO). In jeder Therapie eines engagierten Arztes sind Empirie, etwas Mystik, "Magie" und "Glauben" vorhanden, so daß sich das Glaubensbekenntnis des Arztes als Placeboeffekt auf seinen Patienten überträgt. Zahlreiche auf spekulativen Denkmodellen beruhende paramedizinische Verfahren schmücken sich mit dem Marketingbegriff "Naturheilverfahren", da er Gewinn garantiert. Von der Suggestibilität und emotionalen Manipulierbarkeit der Menschen leben Werbung, Paramedizin und Politik gleichermaßen. Ein kluger Arzt wird die außerhalb seines Schulwissens liegenden Denkansätze nicht ablehnen, sondern sie nach guten Denkansätzen und Inhalten für seine Patienten durchforschen.
Dr. med. Jürgen Fege, Hauptstraße 8, 09618 Brand-Erbisdorf
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