ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1998Naturheilkunde: Machtfragen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Naturheilkunde: Machtfragen

Tucker, Bernhard

Zu dem Kommentar "Über Naturheilkunde und das ,Ganze' in der Medizin" von Prof. Dr. med. Malte Bühring in Heft 8/1998:
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LNSLNS Ich stimme dem Autor in der - vor allem differenzierten - Betrachtungsweise der Notwendigkeit der Rückkehr zu einem "Ganzen" in der Medizin zu; ich glaube auch Herrn Bühring so zu verstehen, daß es in diesem Zusammenhang - also der Rückbesinnung auf rund 2 000 Jahre Heilbehandlung vor dem Siegeszug des Rationalismus und der "Geburt der Klinik" (Foucault) - nicht darum gehen kann, die Uhren zurückzudrehen und falsche Frontstellungen, zum Beispiel zwischen einem technisch-funktionalistischen und organischmetaphysischen Weltbild, aufzubauen. Wie sollte das auch gehen? Es kommt darauf an, den technischen Fortschritt, der weitergehen wird, in Übereinstimmung zu bringen mit einer nicht bloß als "res extensa" verstandenen Natur. Hier kommen verantwortungsethische Fragen ins Spiel, Fragen der Rechenschaftspflicht, nicht zuletzt Machtfragen; und Machtfragen sind bekanntlich immer Geldfragen. Wird man mit der "philosophia naturalis" die Profitmaximierungsinteressen der Pharma-Industrie ausbremsen können? Im Zeichen einer neoliberalen Gesundheitspolitik wohl kaum . . .
Dr. Bernhard Tucker, Schönaustraße 30, 40625 Düsseldorf
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