ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1998Viruswirksame Desinfektion: Die Prophylaxe nosokomialer Virusinfektionen

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Viruswirksame Desinfektion: Die Prophylaxe nosokomialer Virusinfektionen

Dtsch Arztebl 1998; 95(15): A-880 / B-732 / C-685

Thraenhart, Olaf

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LNSLNS Stichwörter: Nosokomiale Virusinfektion, viruswirksame Desinfektionsmittel, Prophylaxe
Nosokomiale Virusinfektionen können mit einer um zirka zehn Tage längeren Liegedauer im Krankenhaus einhergehen. Eine besondere Gefährdung besteht, wenn es zu Blutaustritt bei medizinischen Eingriffen kommt, auf Stationen mit infektionsempfänglichen immunsupprimierten Patienten, bei Säuglingen und Kindern sowie auf geriatrischen Stationen. Nosokomialen Virusinfektionen kann durch viruswirksame Desinfektionsmittel wirksam vorgebeugt werden. Als viruswirksam können nur solche Desinfektionmittel bezeichnet werden, deren viruzide Aktivität untersucht und zertifiziert wurde. Ein Zertifikat der Viruswirksamkeit erhält ein Desinfektionsmittel nur dann, wenn ein von der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V. (DVV) eingesetzter Sachverständiger die Gebrauchsempfehlung des vom Hersteller beauftragten Gutachters experimentell bestätigt. Viruswirksame Desinfektionsmittel sind auch in der Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) aufgeführt. Die Anwendung eines nicht RKI-gelisteten Desinfektionsmittels oder eines Mittels ohne Zertifikat der Viruswirksamkeit kann bei Auftreten von nosokomialen Virusinfektionen zur Haftung führen.


Key words: Nosocomial viral infection, virucidal disinfectant, prophylaxis
The incidence of nosocomial viral infections, causing a prolonged stay in the hospital of nearly ten days, is increasing. The risk of exposure is high in departments carrying out invasive procedures as well as in departments with patients who are very young, elderly or immunosuppressed. Disinfection is a very effective prophylactic measure for prevention of nosocomial virus infections. Disinfectants must have passed a virucidal activity test. Certification of the virucidal activity is carried out by the German Association Against Virus Diseases (DVV) in Germany. A certificate for virucidal activity gives a high margin of safety for the user. Virucidal disinfectants, especially those used by health officials, are registered in the list of the Robert KochInstitut (RKI). A user applying a disinfectant which has not been certified nor registered by the RKI as virucidal may become liable in a case where a nosocomial viral infection could have been prevented by a virucidal disinfectant.


Bei epidemiologischen Untersuchungen über die Erreger nosokomialer Infektionen stehen in Deutschland meist nur bakterielle und mykotische Infektionen im Vordergrund des Interesses (69), wenngleich Berichte über nosokomiale Virusinfektionen in den letzten Jahren erheblich zunehmen (96). Der Anteil der Virusinfektionen an der Gesamtzahl nosokomialer Infektionen wurde 1993 für die USA mit zwei bis zehn Prozent angegeben (30, 96). Mit einer erheblichen Dunkelziffer sei aber zu rechnen, da bislang nosokomiale Virusinfektionen statistisch nicht erfaßt werden. Patienten mit nosokomialen Virusinfektionen hatten eine um zirka zehn Tage längere Liegedauer im Krankenhaus. Ähnliche Verhältnisse können für Deutschland angenommen werden. Nach Valenti et al. (89, 90) kommt es häufig zu respiratorischen und gastrointestinalen oder aber durch Blut übertragenen Virusinfektionen. Als Erreger nosokomialer Infektionen kommen im Prinzip viele humanpathogene Viren in Frage. In der Literatur werden vorwiegend folgende Viren genannt: Hepatitis-C-Virus (HCV) (1, 2, 15, 16, 18, 22, 24, 53, 70, 74, 76, 77, 82, 84), Hepatitis-B-Virus (HBV) (6, 19, 37, 42, 62, 67, 83), Hepatitis-A-Virus (8, 13, 33, 45, 56, 68, 91), Respiratory Syncytial Virus (RSV) (3, 26, 29, 39, 43, 49, 57, 61), Rotaviren (12, 75, 92, 95), Adenoviren (44, 60, 93), Small Rota- und Structured Viruses (14, 17, 48), Norwalkviren (7, 81), Coronaviren (78), Enteroviren (10, 20, 52), Influenzaviren (23, 94), Parainfluenzaviren, Herpes-simplex-Viren (HSV) (58), Varizella-Zoster-Virus (VZV), Zytomegalievirus (CMV) und Humanes Immundefizienzvirus (HIV). Abgesehen von den Patienten, die wegen einer Virusinfektion ins Krankenhaus eingeliefert werden, gibt es unerkannte Virusträger (unter anderem HBV, HCV, Humane Papillomviren [HPV], HSV, HIV), die wegen ganz anderer Grunderkrankungen im Krankenhaus behandelt werden. Bei allen Maßnahmen und Eingriffen muß deshalb auch die Verhinderung der Ausbreitung möglicherweise vorhandener Viren mit berücksichtigt werden. Eine Gefährdung für blutübertragene nosokomiale Virusinfektionen besteht naturgemäß in solchen Bereichen, in denen es zu Blutaustritt bei medizinischen Eingriffen kommt (Chirurgie, Dialyse, Herz-, Neurochirurgie, Kieferchirurgie, Zahnmedizin). Generell ist die Inzidenz nosokomialer Virusinfektionen hoch auf Stationen mit besonders infektionsempfänglichen immunsupprimierten Patienten (zum Beispiel AIDS-, Tumor- oder Transplantationspatienten). Bei diesen Patienten können auch latente Infektionen reaktiviert werden (HSV, CMV, VZV). Von vorwiegend respiratorischen und gastrointestinalen nosokomialen Virusinfektionen sind besonders pädiatrische und geriatrische Krankenhausabteilungen betroffen.
Neben Rotavirusinfektionen spielen Enterovirusinfektionen in diesen Bereichen eine große Rolle. Mertens et al. (52) beschrieben die Ausbreitung einer Echovirus-11-Infektion unter den beengten Verhältnissen einer Säuglingsstation. Auch über die Ausbreitung einer vertikal erworbenen Hepatitis-A-Virusinfektionen in einer Neugeborenenstation wurde berichtet (91).
Virusübertragung
Da Viruserkrankungen einer Behandlung bislang nur in sehr begrenztem Maße zugänglich sind, stehen vorbeugende Maßnahmen bei der Bekämpfung nosokomialer Virusinfektionen ganz im Vordergrund. Prince (63) weist deshalb zu Recht darauf hin, daß Infektionsschutzprogramme gegen Virusübertragungen in Krankenhäusern neben der Verwendung von Barrieren (Schürzen, Handschuhe, Mundschutz) den Gebrauch von Desinfektionsmitteln mit Wirksamkeit gegen Viren zur Unterbrechung der Infektketten umfassen müssen. Bei der indirekten Übertragung kontaminiert ein Infektionsträger zunächst einen Zwischenträger. Durch Kontakt mit diesem wird dann der empfängliche Organismus infiziert. Bei der direkten Übertragung gelangt das Virus ohne einen Zwischenträger vom Infektionsträger in den empfänglichen Organismus (Tabelle 1). Während der zahlenmäßig überwiegenden indirekten Übertragung durch Desinfektionsmaßnahmen vorgebeugt werden kann, gilt dies nicht für die direkte Übertragung. Viren, die prinzipiell direkt übertragen werden, wie zum Beispiel das RSV durch Tröpfcheninfektion, können aber nach Kontamination von Zwischenträgern auch indirekt übertragen werden.
Bei der invasiven indirekten Übertragung spielen medizinische Instrumente und vor allem endoskopische Eingriffe eine große Rolle. Die zunehmende Bedeutung der minimal-invasiven Chirurgie ist hier zu nennen. Je nach der Art des endoskopischen Eingriffes besteht die Gefahr der Übertragung von HAV, HBV, HCV, HIV, HSV, respiratorischen Viren und Viren der Enterovirus- und Adenovirusfamilie. Diese Art der Transmission kann nur durch eine effektive Instrumentendesinfektion verhindert werden.
Iatrogene Übertragungen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) wurden durch neurochirurgische Eingriffe und Implantation von EEG-Elektroden (64) sowie nach Dura-Mater-Transplantation nachgewiesen*. Iatrogene Übertragungen von Tollwutvirus wurden auch nach Korneatransplantationen beobachtet.
Bei der indirekten nicht invasiven Übertragung durch oberflächliche Kontamination gelangen Viren von kontaminierten Oberflächen direkt oder via Hände an Körperstellen, die einen Eintritt der Viren in den Organismus ermöglichen (Nase, Auge, Mund-, Genitalschleimhaut und Wunden).
Die Konzentration von Viren an Oberflächen nimmt durch Spontaninaktivierung im Verlauf der Zeit ab, da eine Vermehrung außerhalb lebender Zellen im Gegensatz zu den Bakterien nicht stattfindet. Die Geschwindigkeit, mit der die Inaktivierung erfolgt, ist für verschiedene Viren ganz unterschiedlich und von einer Vielzahl von Faktoren abhängig (unter anderem Feuchtegrad, organische Begleitsubstanzen, pH-Wert, physikalische Eigenschaften der Oberfläche, Temperatur, Lichteinstrahlung). Im angetrockneten Zustand können manche Viren lange Zeit infektiös bleiben (25, 38, 40, 50, 72, 97). Das gilt zum Beispiel für
Enteroviren, Adenoviren, RSV, HBV und HIV. So haben Prince et al. (63) und wir (nicht veröffentlicht) nachgewiesen, daß die Konzentration von Poliovirus, das an einer Oberfläche angetrocknet war, in einem Tag nur um zirka eine Zehnerpotenz abnahm. Eine relativ geringe spontane Inaktivierung wurde auch für HIV nach acht Stunden beobachtet, wenn das Virus in fünf Prozent Serum auf einer Oberfläche angetrocknet war (66) (Tabelle 2).
Besondere Gefahrenpunkte stellen Kryostate dar, in denen infizierte Gewebe geschnitten werden und bei denen es immer wieder zu Verletzungen kommt. Wegen der Temperatur von -20°C und des Schutzes der Viren durch das umgebende Gewebe ist die Desinfektion zwischen den Arbeitsgängen erschwert. Bislang wurde noch kein Desinfektionsmittel vorgestellt, das seine viruzide Wirksamkeit in solchen Geräten praxisnah unter Beweis gestellt hat. Erwähnt werden muß auch die Verwendung von Instrumenten am Auge, die bei ungenügender Instrumentendesinfektion vor allem zur Übertragung von Adenoviren führen kann. Adrian berichtete, daß bei 91 von 216 Patienten aus 20 Augenkliniken Adenoviren isoliert werden konnten (persönliche Mitteilung, 1995). Neben der Instrumentendesinfektion kommt der Händedesinfektion in der Ophthalmologie eine ganz besondere Rolle bei der Verhütung dieser Virusinfektionen zu (34).
Die direkte Übertragung von Viren bei engem Personenkontakt (HSV, Influenzavirus, Rhinoviren, RSV, Rötelnvirus und andere) ist von großer Bedeutung. Diese ist am besten durch Vermeidung des direkten Kontakts und die Verwendung von Barrieren (Handschuhe, Mundschutz), Impfung oder Voruntersuchungen bei Blut- und Organspendern zu verhindern. Dennoch können die so übertragenen Viren, die keinen Angriffspunkt für eine allgemeine Desinfektion zu bieten scheinen, unbelebte Oberflächen kontaminieren. Die von Patienten mit respiratorischen Infektionen ausgestoßenen Tröpfchen enthalten eine hohe Konzentration an Viren (65). Damit viruskontaminierte Oberflächen können so zur Infektionsquelle werden, indem das Virus mit der Hand aufgegriffen und durch Berühren der Nase oder der Mundschleimhaut inokkuliert wird (41). Hall (35) wies nach, daß das RSV von Schürzen und Papiertüchern und auf Tischoberflächen noch sieben Stunden nach Kontamination aktiv war. Diese Autoren konnten auch zeigen, daß RSV von solchen Oberflächen via Hand oder von Hand zu Hand übertragen werden kann (36).
Auch für die überwiegend direkt übertragenen Viren HBV und HIV besteht die Möglichkeit der Verunreinigung von Händen, Instrumenten oder Oberflächen mit Blut, Ausscheidungen oder Geweben (zum Beispiel Kryostate). So beschrieben Favero et al. (27) neben der parenteralen Transmission von HBV die Übertragung via Oberflächen wie Zahnbürsten, Trinkbecher und Tischoberflächen in Krankenhäusern. Snydman et al. (79) berichteten über die HBV-Infektion von Personal in Dialyseabteilungen via Kontamination an Instrumenten und Oberflächen der Maschinen.
Kriterien für die Auswahl von Desinfektionsmitteln
Desinfektionsmittel erhalten als Wirkstoffe vorwiegend Aldehyde, Phenole, Alkohole, quaternäre Ammoniumverbindungen, Perverbindungen, Halogen oder Jodophore alleine oder in Mischungen. Die Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegen Viren kann nur durch experimentelle Prüfung jedes einzelnen Desinfektionsmittels und nicht durch Analogieschlüsse über deren Wirksamkeit gegen Bakterien und Pilze oder deren chemische Zusammensetzung beurteilt werden. Aus diesem Grund sollen nachfolgend Kriterien für die Auswahl von Desinfektionsmitteln mit Wirksamkeit gegen Viren erörtert werden.
Die Prüfung der Wirksamkeit von Desinfektionsmitteln gegen Viren erfolgt in Deutschland per definitionem durch die DVV und das Robert Koch-Institut entsprechend
1 der Richtlinie des Bundesgesundheitsamtes (BGA, heute RKI) und der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.V. (DVV) zur Prüfung der Wirksamkeit chemischer Desinfektionsmittel auf Viruswirksamkeit (nachfolgend BGA/DVV-Richtlinie) (32) für die tägliche Anwendung (prophylaktische Desinfektion) und
1 der Richtlinie des RKI (4) für die amtlich angeordnete Desinfektion nach § 10c des Bundes-Seuchengesetzes.
Die auf der Grundlage der BGA/DVV-Richtlinie erarbeiteten Anwendungsempfehlungen für die prophylaktische Desinfektion erhalten nach unabhängiger Prüfung durch die DVV (21) ein DVV- oder von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) ein DGHM-Zertifikat (85). Das Robert Koch-Institut und das Arzneimittelinstitut führen Zulassungen für Händedesinfektionsmittel durch und das RKI alleine für die übrigen Desinfektionsmittel, die für die amtlich angeordnete Desinfektion vorgesehen sind (Tabelle 3).
Diese Richtlinien stellen Vereinbarungen über Beurteilungsmaßstäbe dar, die dem jeweiligen Kenntnisstand entsprechen und einen Kompromiß zwischen Laborergebnis und Praxisbedingungen darstellen. Wenngleich nie vergessen werden darf, daß Laborergebnisse die Praxisbedingungen nicht vollständig zu simulieren in der Lage sind, so erlauben die im Labor erhobenen Prüfungsergebnisse in Verbindung mit der Erfahrung des Untersuchers die Formulierung von Anwendungsempfehlungen für die Praxis. Richtlinien enthalten Prüfmethoden und Angaben über die Bedingungen, unter denen die Ergebnisse eine Beurteilung der Wirksamkeit erlauben. Das Prinzip dieser Prüfungen ist die quantitative Bestimmung der Abnahme der Infektiosität von Modellviren unter definierten Testbedingungen durch ein Desinfektionsmittel. Modellviren sind solche Viren, die sich primär durch Widerstandsfähigkeit gegenüber physikalischen oder chemischen Noxen auszeichnen, die zweitens die unterschiedlichen Strukturen repräsentieren und die drittens klinische Relevanz haben.
Überschreitet die Abnahme der Infektiosität, die als infektiöse Dosis (log10ID50) bestimmt wird, bei Einwirkung eines Desinfektionsmittels mehr als vier Zehnerlogstufen, wird dem Desinfektionsmittel die Viruswirksamkeit attestiert. Aus den Ergebnissen aller Versuchansätze, die dieses Wirksamkeitskriterium erfüllen, wird die Anwendungsempfehlung, nämlich die Einwirkungszeit, bei der eine bestimmte Desinfektionsmittelkonzentration unter den Testbedingungen wirkt, abgeleitet.
Modellviren der BGA/DVV-Richtlinie (32) sind zur Zeit Poliovirus, Adenovirus, Papovavirus SV40 als Vertreter der Warzenviren und Vakziniavirus. Poliovirus ist unter anderem deshalb als Modellvirus gewählt worden, weil es (a) ein relativ resistentes Virus ist, (b) als unbehülltes Virus als Prototyp für die Enteroviren mit über 70 verschiedenen humanpathogenen Viren (Coxsackie, Echoviren) und mit Einschränkung auch für das Hepatitis-A-Virus (Kao et al., im Druck) gelten kann und (c) die Viren dieser Gruppe häufig Viruskrankheiten hervorrufen. Da gegen Poliomyelitis geimpft werden kann, ist auch die Sicherheit des Laborpersonals bei der Prüfung von Desinfektionsmitteln selbst leicht zu gewährleisten. Weiterhin kann ein Mittel, das gegen Poliovirus wirksam ist, auch gegenüber wesentlich empfindlicheren Viren, zum Beispiel dem HIV, als wirksam gelten, so daß die risikobehaftete Testung gegen HIV unterbleiben kann.
Die Testung gegen die oben angegebene Mindestauswahl an Modellviren kann gegebenenfalls um Viren aus anderen Familien erweitert werden, sofern Aufschluß über das Verhalten eines Desinfektionsmittels gegen ein bestimmtes Virus für den Anwender von Interesse ist. So ist zum Beispiel die Untersuchung auf Wirksamkeit gegen HBV unter Umständen vor allem in der Endoskopie sinnvoll, da dieses Virus sich unter Bedingungen der Praxis anders zu verhalten scheint als andere Viren (87, 88). Bei Anwendung höherer Temperaturen von zum Beispiel mehr als 60° Celsius wie bei der chemo-thermischen Wäschedesinfektion erscheint die Verwendung eines thermostabilen Virus, wie zum Beispiel Parvovirus und HAV, sinnvoll. Parvovirus ist zur Prüfung der chemo-thermischen Wäschedesinfektion vom Robert KochInstitut vorgeschrieben (79). Da nunmehr auch die Prüfung von HAV in einem Zellkultursystem möglich ist (9), kann die Prüfung von Desinfektionsmitteln auch auf HAV-Wirksamkeit durchgeführt werden.
Eine ein für allemal gültige Festlegung der oben angegebenen Prüfkriterien wird nicht angestrebt, da Modellviren und Testbedingungen wegen der erforderlichen Anpassung an den Wissensfortschritt Gegenstand laufender Diskussionen auf Expertenebene sind. Ziel ist die verbesserte Simulation der Praxisbedingungen im Labor und damit die Verbesserung des Infektionsschutzes. Änderungen der Anwendungsempfehlung von Desinfektionsmitteln können die Folge sein. Prinzipiell sollten Desinfektionsmittel für die Humanmedizin zunächst nur mit den gelisteten Modellviren und Prüfbedingungen geprüft werden. Nur ausnahmsweise mag eine Testung mit anderen Viren oder unter anderen Bedingungen sinnvoll sein. Die Beachtung dieses Grundsatzes hätte die Ausbreitung einer Rotavirusepidemie auf einer Säuglingsstation möglicherweise verhindert. Dort wurde zunächst vergeblich ein Desinfektionsmittel eingesetzt, das in einem Labor nur auf Wirksamkeit gegen Rotavirus überprüft worden war und für wirksam erachtet wurde (Steinmann, persönliche Mitteilung, 1996). Der Hinweis, daß die Untersuchung nach der BGA/DVV-Richtlinie durchgeführt worden sei, betraf nur die Testbedingungen, aber nicht die Art des Modellvirus. (Ein Hinweis im Gutachten auf die BGA/DVV-Richtlinien ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Prüfbedingungen in ihrer Gesamtheit erfüllt sind). Rotavirus ist bewußt nicht als Modellvirus in die BGA/DVV-Richtlinie aufgenommen worden (32). Die im Suspensionsversuch erhobenen positiven Laborergebnisse waren offensichtlich nicht zusätzlich dahingehend überprüft worden, ob das Desinfektionsmittel für die Anwendung in der Praxis geeignet ist (siehe Kommentar zur BGA/DVV-Richtlinie (31). Die Empfehlung wäre wahrscheinlich unterblieben, da es sich bei der Wirksubstanz um eine gering konzentrierte quaternäre Ammoniumverbindung (QAV) handelte. Solche Verbindungen sind gegen unbehüllte Viren nur selten wirksam. Erst durch Wechsel zu einem gegen Poliovirus wirksamen aldehydischen Desinfektionsmittel wurde die Rotavirusepidemie gestoppt (Höffler, persönliche Mitteilung, 1995). Ein Grund für die Auswahl des Desinfektionsmittels auf der Basis von QAV war wohl die geringe Geruchsbelästigung. Wenngleich dieses Kriterium aus der Sicht des Anwenders verständlich ist, so sollte die durch ein Zertifikat ausgewiesene Wirksamkeit im Vordergrund stehen.
Zu den weiteren definierten Testbedingungen gehören Temperatur (20° C) und das Milieu für die Desinfektionsmitteleinwirkung. Desinfektionsmittel werden - wie allgemein üblich - zunächst in einem feuchten Milieu, dem Suspensionsversuch, und anschließend im semifeuchten oder trockenen Milieu (Oberflächentest) untersucht. Im Suspensionsversuch und im Oberflächentest erfolgen Prüfungen mit gereinigten, in Pufferlösung aufgeschwemmten Viren und zusätzlich unter Belastung mit Eiweiß (Albumin oder Kälberserum) oder Blut. Aus den Ereignissen von Suspensionsversuchen ist abzuleiten, daß die so geprüften Mittel prinzipiell wirksam gegen Viren sind. Unter besonders erschwerten Bedingungen, wie zum Beispiel Antrocknung der Viren auf Flächen oder in Schläuchen, Kontamination von Händen, Einbettung von Viren in Blut, können höhere Konzentrationen beziehungsweise längere Einwirkungszeiten erforderlich werden.
Zusätzliche Prüfverfahren sind deshalb für die besonderen Bedingungen der Praxis der Instrumenten-,
Flächen- und Händedesinfektion in Entwicklung (47, 51, 55, 71, 73, 86). Bond et al. (11), Loyd-Evans et al. (47), Klein und DeForest (46), Nakao et al. (54) wiesen nach, daß Viren auf Oberflächen unter Umständen widerstandsfähiger gegen chemische Noxen sind als in der Suspension. Besonders kritisch ist die Inaktivierung von Viren an der Hand. Schürmann und Eggers (73) zeigten, daß Viren an der Hand wesentlich schlechter zu inaktivieren sind als unter den Bedingungen des Suspensionstests.
Bei der Simulation der Desinfektion von Praxisbedingungen muß unter Umständen daran gedacht werden, daß Viren in Geweben oder in Zellen vor der Inaktivierung geschützt sind. So konnten Flynn et al. (28) zeigen, daß HIV in gereinigter zellfreier Suspension in einer Minute inaktiviert werden konnte. Andererseits waren Desinfektionsmittel wie Äthanol und Wasserstoffsuperoxyd dann nicht mehr in der Lage, HIV zu inaktivieren, wenn die Prüfung an HIV-infizierten Zellen oder im Blut durchgeführt wurde. Da auch viele andere Viren über den Blutweg übertragen werden, muß von einer Kontamination der Instrumente mit infektiösem Blut ausgegangen werden.
Die Richtlinie des Robert Koch-Instituts (RKI) (4) umfaßt die in der BGA/DVV-Richtlinie enthaltenen Vorgaben und Oberflächenteste mit Blutbelastung für die Instrumenten- und Flächendesinfektion (59). Bei diesen Prüfmethoden werden aus Gründen des besonderen Infektionsschutzes vornehmlich ungünstige Verhältnisse der Praxis berücksichtigt. Desinfektionsmittel und Desinfektionsverfahren, die entsprechend wirksam sind, werden in die Liste des RKI gemäß § 10c des Bundes-Seuchengesetzes eingetragen. Bei behördlich angeordneten Entseuchungen, zum Beispiel der Schlußdesinfektion bei bestimmten meldepflichtigen Krankheiten, müssen Desinfektionsmittel und Verfahren aus dieser Liste ausgewählt werden. Für die Instrumentendesinfektion sind derzeit lediglich sechs Prozent Formaldehyd DAB 10 und 0,35 Prozent Peressigsäure jeweils mit einer einstündigen Einwirkungszeit gelistet, da bislang keine kommerziellen Desinfektionsmittel angemeldet wurden.
Bei der prophylaktischen Desinfektion, zum Beispiel der täglichen Desinfektion von Instrumenten, Flächen und Händen im medizinischen Bereich, sollen Desinfektionsmittel die Bedingungen der BGA/DVV-Richtlinie (32) und der Geschäftsordnung für die Zertifizierung der Viruswirksamkeit von Desinfektionsmitteln (21) erfüllen. Bis vor kurzem reichte die Vorlage eines Gutachtens entsprechend der BGA/
DVV-Richtlinie für den Nachweis der Viruswirksamkeit eines Desinfektionsmittels aus. Seit kurzem müssen die vom Gutachter ermittelten Anwendungsempfehlungen einer zusätzlichen Überprüfung durch die DVV unterzogen werden. Dies wurde erforderlich, da die Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie der zertifizierten Instrumentendesinfektionsmittel (85) nach Auffassung eines Herstellers falsche Anwendungsempfehlungen enthalten würde, wenn die gutachterlichen Empfehlungen ohne experimentelle Überprüfung übernommen würden. Bei der darauf vor der Listung durchgeführten Nachprüfung durch die DVV erwiesen sich tatsächlich nur 50 Prozent der Anwendungsempfehlungen als richtig. Nur diese Desinfektionsverfahren werden in die DGHMListe übernommen.
Das zusätzliche für die Zertifizierung als viruswirksames Desinfektionsmittel erforderliche Sachverständigenverfahren (21) gibt dem Anwender einen wesentlichen Zugewinn an Sicherheit bei der Auswahl der Desinfektionsmittel: (a) Die Prüfung wird von zwei Experten durchgeführt, von denen der eine vom Hersteller und der zweite von der DVV bestimmt wird.
(b) Die Prüfung erfolgt einmal mit einer vom Hersteller dem Gutachter zur Verfügung gestellten Probe und einmal mit einer Probe, die vom Sachverständigen aus einer beliebig ausgewählten Apotheke bezogen wird. (c) Der Gutachter bestimmt die zeitabhängige Abnahme der Infektiosität mit allen Modellviren und Eiweißbelastungen, während der Sachverständige die vom Gutachter nachgewiesenen KonzentrationsZeitkombinationen, die als Anwendungsempfehlungen zertifiziert werden sollen, dreimal an unterschiedlichen Tagen mit Eiweißbelastung mindestens gegen Poliovirus untersucht.
Desinfektionsmittel in der Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie besitzen ein DGHMZertifikat für ihre Wirksamkeit gegen Bakterien und Pilze, jedoch bislang nur ausnahmsweise gegen Viren (85) für den Anwendungsbereich "chemische Instrumentendesinfektion". Für den Anwendungsbereich "Flächendesinfektion" bestehen in der DGHM-Liste keinerlei Angaben zur Viruzidie. Hier ist dringend Abhilfe erforderlich. Tabelle 4 enthält die derzeit nach dem oben genannten Verfahren zertifizierten Desinfektionsmittel mit DGHM- und DVV-Zertifikat für Viruswirksamkeit.
Medizinprodukte, zu denen auch Instrumentendesinfektionsmittel gehören, sollen nach einer EU-Richtlinie (EG 93/42) ab Juni 1998 CE-zertifiziert sein. Die Auszeichnung von Desinfektionsmitteln mit dem "CE"-Zeichen, das von einer sogenannten benannten Stelle, zum Beispiel TÜV oder Dekra, vergeben wird, bedeutet zunächst nur, daß die Produkte in allen Ländern der EU verkauft werden können, ohne nochmal nationalen Regularien unterworfen zu werden. Diese Formalien der Marktregulierung wurden insoweit vereinheitlicht. Das CE-Zeichen sagt zur Zeit aber noch nichts über die viruzide Wirksamkeit aus, ist also kein Qualitätszeichen für Viruzidie. Deshalb gilt bei der Auswahl von Desinfektionsmitteln nach wie vor, nur Desinfektionsmittel mit Zertifikat der DVV oder DGHM und/oder der Listung durch das RKI auszuwählen, wenn man frei von möglichen Haftungsrisiken bleiben möchte. Denn in Zukunft wird beim Auftreten von nosokomialen Virusinfektionen im Hinblick auf die Haftung unter Umständen zu prüfen sein, ob die in dem fraglichen Bereich verwendeten Desinfektionsmittel ein Zertifikat der DVV oder DGHM über die Viruswirksamkeit hatten und die Desinfektion entsprechend den Anwendungsempfehlungen erfolgte. Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung im Krankenhaus (80) sollten die Viruswirksamkeit von Desinfektionsmitteln deshalb bei der Auswahl von Desinfektionsmitteln einbeziehen.


Zitierweise dieses Beitrags:
Dt Ärztebl 1998; 95: A-880-888
[Heft 15]
Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das über den Sonderdruck beim Verfasser und über die Internetseiten (unter http://www.aerzteblatt.de) erhältlich ist.


Anschrift für die Verfasser
Akadem. Direktor
Priv.-Doz. Dr. med. vet.
Olaf Thraenhart
Kommission für
Virusdesinfektion der DVV
Bernhardstraße 42
45239 Essen


Der vorstehende Text wurde von der Kommission für Virusinfektion der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten erarbeitet unter zusätzlicher Beteiligung von:


H. W. Doerr, Präsident der DVV, Institut für Medizinische Virologie der Universität Frankfurt, Paul-Ehrlich-Str. 40, 60596 Frankfurt/Main
H. J. Eggers, Institut für Virologie, Universität zu Köln, Fürst-Pückler-Straße 55, 50933 Köln
Th. Mertens, Abteilung Virologie, Institut für Mikrobiologie der Universität Ulm, Albert-Einstein-Allee 11, 89081 Ulm N. Müller-Lantzsch, Abteilung Virologie, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität des Saarlandes, Haus 47, 66424 Homburg D. Neumann-Haefelin, Abteilung Virologie, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universität Freiburg, Hermann-Herder-Straße 11, 79008 Freiburg
J. Peters, Fachgebiet 422, Desinfektion, Sterilisation, Robert Koch-Institut (RKI), Nordufer 20, 13353 Berlin
H. Rabenau, Institut für Medizinische Virologie der Universität Frankfurt, Paul-Ehrlich-Str. 40, 60596 Frankfurt/ Main
K. E. Schneweis, Abteilung Virologie, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Immunologie der Universität Bonn, Sigmund-Freud-Str. 25, 53127 Bonn
H. Willkommen, Bundesamt für Sera und Impfstoffe - Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Paul-Ehrlich-Str. 51/59, 63225 Langen
P. Wutzler, Institut für Antivirale Chemotherapie, Klinikum der Universität Jena, Bereich Erfurt, 99089 Erfurt


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