ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1998Homöopathie Argumente und Gegenargumente: Homöopathie verstehen

MEDIZIN: Diskussion

Homöopathie Argumente und Gegenargumente: Homöopathie verstehen

Grießhaber, Josef

Zu dem Beitrag von Prof. Edzard Ernst MD PhD in Heft 37/1997
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LNSLNS Der vom Autor erwähnte Chirurg August Bier (übrigens auch Ferdinand Sauerbruch) konnte sich zur Homöopathie hin öffnen, weil er zu der lebenserfahrenen Einsicht gelangt war, daß sich die Medizin nicht allein im naturwissenschaftlichen Verstehenkönnen erschöpfen darf. Hahnemann wollte zunächst nichts anderes, als endlich die Medizin auf einen wissenschaftlich-empirischen Boden stellen, und keiner kann heute bezweifeln, daß er der Begründer der wissenschaftlich exakten klinischen Arzneimittelprüfung ist, also Wissenschaft innerhalb der Medizin wesentlich mitbegründet hat. Und was der Autor ebenfalls unterschätzt, ist die Tatsache, daß die homöopathische Potenzierung kein esoterischer Einfall, sondern Ergebnis jahrelanger empirischer Arbeit (also Wissenschaft) ist und Hahnemann selbst dieses Ergebnis nicht verstehen konnte - "aber ich glaube der Erfahrung mehr als meinem Verstehen", gab er sich selbst Rechenschaft.
Daß die Homöopathie wirksam ist, wird jedem klar, der sich nicht nur theoretisch mit ihr beschäftigt; und die meisten Kritiker haben nicht einmal das getan. Das Zauberwort "Wirksamkeitsnachweis" in allen Ehren: aber steht es nicht auch selbst auf dem Prüfstand? Zur adäquaten Beurteilung der Homöopathie wird die medizinische Wissenschaft einen Weg von der abstrakten Studie zum konkreten Menschen und von einem veralteten mechanistisch-kausalen zu einem dynamisch-integrativen Menschenbild zurücklegen müssen.


Dr. med. Josef Grießhaber
Deutscher Zentralverein
homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)
Landesverband Baden-Württemberg
Im Aispen 5
88637 Kreenheinstetten


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