ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1998Homöopathie Argumente und Gegenargumente: Weder beweisbar noch widerlegbar

MEDIZIN: Diskussion

Homöopathie Argumente und Gegenargumente: Weder beweisbar noch widerlegbar

Happle, R.

Zu dem Beitrag von Prof. Edzard Ernst MD PhD in Heft 37/1997
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LNSLNS Edzard Ernst argumentiert, im Streit um die Homöopathie könne "wohl nur exakte neue Forschung weiterführen". Das klingt gut, stimmt aber nicht, denn wesentliche Prinzipien der Homöopathie sind der Erforschung gar nicht zugänglich. Zum Beispiel gehört es zu den homöopathischen Grundüberzeugungen, daß die blaue Blume Pulsatilla pratensis (Küchenschelle) den hellhäutigen, blonden Frauen mit weiblichen Formen und Neigung zu Weinerlichkeit "entspricht". Diese Behauptung ist durch Forschung weder zu beweisen noch zu widerlegen, ebensowenig wie ein religiöses Dogma. Die metaphysische Kernstruktur der Homöopathie entzieht sich der Kategorie des wissenschaftlichen Falsifikationsversuchs im Sinne Karl Poppers. Deshalb wird auch die immer wieder geforderte "exakte neue Forschung" das Problem nicht lösen können. Dies zu erkennen, gebietet uns die Wahrhaftigkeit.


Prof. Dr. med. R. Happle
Universitäts-Hautklinik
Deutschhausstraße 9
35033 Marburg


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