ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1998Oscar-Verleihung: Elf Trophäen für „Titanic“

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Oscar-Verleihung: Elf Trophäen für „Titanic“

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LNSLNS Das Untergangsepos wurde zum besten Film des Jahres 1997 gekürt.
Das Untergangsepos "Titanic" hat seinen Kassenerfolg mit elf Oscars gekrönt und gehört damit zu den meistprämierten Filmen der Oscar-Geschichte. Der Hollywoodschinken wurde Ende März in Los Angeles zum besten Film des Jahres gekürt. Die Durchhaltekraft von Regisseur James Cameron bei der Inszenierung des teuersten Films aller Zeiten wurde ebenfalls mit einem Oscar belohnt. Die besten schauspielerischen Leistungen sahen die Preisrichter in der Beziehungskomödie "Besser geht’s nicht": Jack Nicholson und Helen Hunt wurden als beste Hauptdarsteller ausgezeichnet. Die Anhänger von "Jenseits der Stille" reagierten mit einer Mischung aus Enttäuschung und Stolz darauf, daß es der deutsche Film zwar zur Nominierung, aber nicht zum OscarPreisträger als bester ausländischer Film schaffte.
"Ich bin der König der Welt", jubilierte "Titanic"-Regisseur Cameron - ein Zitat aus seinem Film. Er bat um einen Moment des Gedenkens an die 1 500 Menschen, die 1912 bei dem Untergang des Ozeandampfers ums Leben gekommen waren. Curtis Hanson, der Regisseur des von der Kritik hochgelobten "L.A. Confidential", kommentierte seine Niederlage mit einem Rat des legendären Filmemachers Frank Capra: "Versuche nie, Deinen besten Film im selben Jahr wie ,Vom Winde verweht' zu machen."
Kein neuer Rekord
Mit elf Oscars zog "Titanic" mit dem Historienschinken "Ben Hur" von 1959 gleich, konnte jedoch keinen neuen Rekord aufstellen. Insgesamt war das Untergangs-epos für 14 Oscars nominiert gewesen. Der drei Stunden und 14 Minuten lange Film über den Untergang des legendären Ozeandampfers kostete mehr als 360 Millionen DM, spielte jedoch weltweit schon fast zwei Milliarden DM ein. Er gewann auch die Oscars für die beste Kamera, den besten Titel-Song, die beste Originalmusik, den besten Schnitt, die beste künstlerische Leitung, die besten Kostüme, den besten Ton sowie die besten visuellen Effekte und Tonschnitteffekte.
Zwei Oscars gingen an das Selbstfindungsdrama "Good Will Hunting": Ausgezeichnet wurden die beiden jungen Drehbuchautoren, der 27jährige Matt Damon und der 25jährige Ben Affleck, sowie Robin Williams für seine Nebenrolle als Psychotherapeut des "guten Will Hunting". Zur besten Nebendarstellerin gekürt wurde Kim Basinger, die in "L.A. Confidential" eine mysteriöse Blonde spielt. Die Verfilmung des Romans von James Ellroy bekam auch den Preis für die beste Drehbuch-Adaption. Die britische Stripperkomödie "Ganz oder gar nicht", auch in den USA ein Überraschungserfolg, mußte sich mit dem Oscar für die beste Filmmusik im Bereich Musical/Komödie begnügen.
Vater-Sohn-Konflikt
In der Kategorie "bester fremdsprachiger Film" zog "Jenseits der Stille" der Münchener Regisseurin Caroline Link den kürzeren gegenüber dem niederländischen Film "Karakter" von Mike van Diem, in dem es um einen Vater-Sohn-Konflikt geht. Bei der Oscar-Party der Münchener Filmproduktionsgesellschaft Claussen und Wöbke löste das einige "Unmutslaute" aus, wie Marion Hölczl von der Münchener PR-Agentur "Anna Radica" berichtete. Überwogen habe jedoch das Gefühl, daß die Oscarnominierung schon ein "Riesenerfolg" gewesen sei. Bislang gewann nur ein deutscher Film, Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel", die begehrte HollywoodTrophäe. afp
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