ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2011Zweitmeinungsportal: Anzeige gegen vorsicht-operation.de

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Zweitmeinungsportal: Anzeige gegen vorsicht-operation.de

Dtsch Arztebl 2011; 108(36): A-1819 / B-1555 / C-1547

Hillienhof, Arne; Hibbeler, Birgit

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Der NAV-Virchow-Bund hat die neun in Deutschland tätigen Ärzte des Zweitmeinungsportals www.vorsicht-operation.de bei den zuständigen Lan­des­ärz­te­kam­mern angezeigt. „Unserer Auffassung nach bestehen ernsthafte rechtliche Bedenken, dass das Portal den Vorgaben der Berufs- und Gebührenordnung entspricht“, sagte Verbandschef Dr. med. Dirk Heinrich.

Eine Zweitmeinung ist sinnvoll. Doch findet die Beratung im Internet statt, könnte das gegen die Berufsordnung verstoßen. Foto: Your Photo Today

Die über das Portal angebotene Diagnose und Beratung seien nach dem Berufsrecht nicht zulässig, die damit verbundenen Kosten von bis zu 600 Euro zudem mit der ärztlichen Gebührenordnung nicht vereinbar. Heinrich forderte die verantwortlichen Stellen auf, das Zweitmeinungsportal deshalb umgehend rechtlich zu prüfen. Besonders kritisch seien die völlig ungeklärten Fragen der Haftung und Datensicherheit. Konkret betroffen seien die Kammern in Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen, Berlin und Nordrhein.

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat indes eine differenzierte Sicht auf das Internetportal. „Ich sehe das Angebot ambivalent, aber nicht negativ“, sagte BÄK-Präsident Dr. med. Frank Ulrich Montgomery. Es sei absolut legitim, dass sich Patienten eine zweite Meinung einholten. Montgomery begrüßte, dass für das Portal Ärzte arbeiten, die sehr fachkundig seien. Es sei auch möglich, Röntgenbilder über das Internet zu verschicken und zu beurteilen. „Aber für eine wirklich qualifizierte Zweitmeinung muss der Patient untersucht werden“, stellte Montgomery klar. hil/BH

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