ArchivDeutsches Ärzteblatt14/1996Tacalcitol bei Psoriasis vulgaris: Neue topische Therapiemöglichkeit

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Tacalcitol bei Psoriasis vulgaris: Neue topische Therapiemöglichkeit

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Vitamin-D3-Analoga gelten heute als Mittel der Wahl zur topischen Behandlung der Psoriasis. Sie haben sich zur Monotherapie besonders bewährt bei leichter und mittelschwerer Ausprägung und sind in den schweren Stadien geeignete Kombinationspartner zur systemischen Therapie mit Steroiden, Reninoiden oder Cyclosporin. Professor Peter van de Kerkhof (Nijmegen) begrüßt es, daß mit Tacalcitol in Kürze eine weitere Substanz aus dieser Gruppe zur Verfügung stehen wird.
Wie beim 3rd European Hermal Symposium in Hamburg mitgeteilt wurde, wird in Deutschland die Einführung als Curatoderm® für Mitte des Jahres erwartet. Als besonderen Vorteil sieht Kerkhof das geringe Irritationspotential an, das bei den bisher verfügbaren Substanzen die Behandlung von Manifestationen im Gesicht oder in den Arm- und Beinbeugen limitiert habe. Das konnte anhand der Ergebnisse einer Multizenterstudie belegt werden. 122 Patienten, Männer und Frauen im Alter zwischen 15 und 80 Jahren, waren über acht Wochen behandelt und vier Wochen nachbeobachtet worden. Doppelblind wurde TacalcitolSalbe mit einer Wirkstoff-Konzentration von 4 mg/g einmal täglich auf die eine und reine Salbengrundlage auf die andere Körperhälfte aufgetragen. In vierzehntäglichen Abständen wurden therapeutischer Effekt und unerwünschte Wirkungen überprüft. Bereits nach zwei Wochen war unter Tacalcitol ein gegenüber Plazebo signifikanter Rückgang (p < 0,0001) der typischen Psoriasis-Symptome Rötung, Infiltration, Schuppung und Juckreiz erkennbar. Die Abheilung der Hautveränderungen nahm auf der aktiv behandelten Körperhälfte bis zur achten Woche weiter zu. Lokale Irritationen wurden bei insgesamt fünfzehn Patienten beobachtet, viermal auf beiden Körperhälften und zweimal nur auf der Plazebo-Seite. 30 Patienten hatten eine PsoriasisManifestation im Gesicht. Auch in diesen Fällen war die aktive Behandlung hocheffektiv, betonte Kerkhof, und die Verträglichkeit ausgezeichnet.
In Nijmegen überprüfte man auch den Langzeiteffekt einer Tacalcitol-Therapie bis zu 12 Monaten. Es kam nicht zum Nachlassen der Wirksamkeit. 96 Prozent der Patienten beurteilten die Verträglichkeit auch über diesen Zeitraum als gut oder sehr gut, berichtete Dr. Marie-Jeanne Gerritsen. Sie konnte auch die systemische Sicherheit aus der Acht-Wochen-Studie bestätigen. Veränderungen der Konzentrationen von Kalzium oder Phosphat im Serum sowie von Alpha-1-Mikroglobulin im Urin wären nicht festzustellen gewesen. Gabriele Blaeser-Kiel
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