ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2011Ärztemangel: Mehrere Ursachen
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Der Ärztemangel in Kliniken und Praxen hat mehrere Ursachen . . .

Es lohnt sich ein Blick auf die Situation der Kliniken.

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Viele Ärzte haben früher freiwillig und selbstverständlich täglich Überstunden gemacht. Arbeitszeitgesetze lassen regelmäßige . . . Überstunden nicht mehr zu.

Oft war es früher üblich, nach dem Nachtdienst noch etwas weiterzuarbeiten, was heute definitiv untersagt ist.

Die Tatsache, dass dort vermehrt Ärztinnen arbeiten, die in der Phase der Familiengründung ausfallen und mit Kleinkindern oft in Teilzeit arbeiten, vermindert ebenfalls die Anzahl der Arbeitsstunden.

Alleine Regelungen der Arbeitszeiten führen de facto zu einer Verminderung der ärztlichen Präsenz um zehn bis 15 Prozent im Krankenhaus und dementsprechend zu einem spürbaren Ärztemangel. Diese Defizite addieren sich zu den weiteren bekannten Ursachen wie zum Beispiel Abwanderung ins Ausland oder in andere Berufsfelder.

Richtigerweise stellt der Vorsitzende des Deutschen Fakultätentages, Herr Prof. Dr. Bitter-Suermann fest, dass die Fakultäten nicht schuld sind am Ärztemangel. Sehr wohl aber sollten sich die medizinischen Fakultäten am realistischen Ärztebedarf orientieren, der in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Hier können die Fakultäten sich nicht an gewohnten, aber überholten Arbeitsstrukturen orientieren, sie sollten vielmehr erkennen, dass sich die Arbeitswirklichkeit der Ärzteschaft . . . unumkehrbar verändert hat. Das bedeutet also, dass von den Universitäten zu wenige Studierende der Medizin ausgebildet werden.

Prof. Dr. med. Hartmut Link, Medizinische Klinik I, Westpfalz-Klinikum GmbH, 67655 Kaiserslautern

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