ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2011Ärztemangel: Harter Kapitalismus
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. . . Anfang der 1990er Jahre konnten wir noch nach rein ärztlichen Regeln und sonst unbehindert arbeiten. Aber seither wurde die ärztliche Tätigkeit in Praxis und Klinik mit einem Netz von Direktiven umgeben und einer Außensteuerung bis in Details von Diagnostik, Therapie und Dokumentation unterworfen. Die kurativ tätigen Ärzte leiden daher unter einem Übermaß an Dirigismus und oktroyierten bürokratischen Pflichten, in den Praxen zusätzlich unter den Regressdrohungen, in der Klinik unter Stellenstreichungen und einer Arbeitskompression, wie sie einem harten Kapitalismus eigen ist. Ärzte und Pfleger haben nicht mehr genug Zeit für ihre eigentliche Aufgabe, die Arbeit am Patienten.

Diese widrigen Arbeitsbedingungen sind zum größten Teil auf die Eingriffe der Partei-Politiker zurückzuführen, die das Medizinversorgungssystem (wie auch andere Arbeits- und Lebensbereiche, Universitäten etwa und Schulwesen) infiltriert – und geschädigt haben. Unter Mithilfe von Ökonomen und einem umfänglichen Anhang, der von der Außensteuerung der Ärzte profitiert . . . Die Motivation ärztlich zu arbeiten, die Frau Richter-Kuhlmann für entscheidend hält, leidet nicht, weil die Arbeitsbedingungen im Beruf schlecht geredet werden, sondern weil sie vielerorts schlecht sind, nicht selten sogar unzumutbar . . .

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Prof. Dr. Klaus D. Scheppokat, 30989 Gehrden

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