ArchivDeutsches Ärzteblatt14/1996Neue Kur-Konzepte: Kompakt im Trend

VARIA: Heilbäder und Kurorte

Neue Kur-Konzepte: Kompakt im Trend

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LNSLNS Die "Kompaktkur" geistert seit gut zwei Jahren durch die Medien. Was darunter genau zu verstehen ist, wissen immer noch wenige. Dabei stehen die Kompaktkur-Konzepte der einzelnen Kurorte seit Anfang 1995 in der Praxis-Erprobung. Ein Beispiel: Bad Salzuflen.


Als Rudolf Forcher vom Wirtschaftverband Deutscher Heilbäder und Kurorte auf dem 90. Deutschen Bädertag 1994 das Zeitalter der Kompaktkur ausrief, runzelten sich die Stirnen: Kompaktkur? Die Assoziation mit unförmigen Automobilen der Unterklasse ließ wenig Gutes ahnen. Da mochte viel von "Ganzheitlichkeit der Patientenversorgung" und "alternativem Gesundheitsprogramm in Kleingruppen" die Rede sein; der Vorschlag traf auf reservierte Aufnahme. Die Kur-Vermarkter, so der Verdacht, versteckten abgespeckte Leistungspakete im voluminösen Wortschwall.
Im Gegenteil, behauptet Gerhard Ewers. Sein Arbeitgeber, die WMG Lippe-Wirtschaftsförderung GmbH, trommelt für die Kompaktkur im westfälischen Wirtschaftsraum und im speziellen in den Staatsbädern Bad Meinberg und Bad Salzuflen. Daß in beiden Bäder-Betrieben zusammen bereits acht Kompaktkur-Modelle von der Kurärztlichen Verwaltungsstelle anerkannt und "buchbar" seien, beschert der lippischen Bäderlandschaft laut Ewers eine führende Position auf diesem Sektor.
Fünf dieser Angebote entfallen allein auf Bad Salzuflen, von der Arthrose-Kur bis zum Programm "Frauen sorgen vor". Kompakt ist zunächst einmal die dreiwöchige Dauer, laut Deutschem Bäderverband die medizinisch notwendige Mindestlänge für eine Maßnahme, die den Namen "Kur" verdient. Gemeinsames Merkmal einer Kompaktkur ist auch die Zusammenfassung der Teilnehmer in Kleingruppen. Ein Gruppenleiter ist von der Begrüßung bis zur Abschlußbesprechung für diesen Teilnehmerkreis zuständig. Die Unterschiede liegen in den therapeutischen Inhalten, die sich jedoch im Unterschied zur klassischen Kur durch besonders intensive "interdisziplinäre Zusammenarbeit" (WMG) auszeichnen:
1 Die "Vitalkur" soll einseitiger beruflicher Belastung, übermäßigem Streß und Trainingsmangel entgegenwirken. Mittels Bewegungstherapie werden Risikofaktoren minimiert und die allgemeine Leistungsfähigkeit gesteigert. Außerdem: Gesprächsrunden mit Ärzten und Therapeuten, Massagen, Saunagänge, Schwimmen, Muskelaufbautraining, aber auch Ernährungsberatung.
1 Die Kompaktkur "Umgang mit Osteoporose" umfaßt Naturfango-Packungen, Bewegungsbad, Trinkkur, Krankengymnastik und Gruppenspaziergänge sowie ein psychologisches Seminar.
1 Das Programm "Frauen sorgen vor" wendet sich an Frauen, die sich vor Überlastung schützen und ihr Selbstbewußtsein und Wohlbefinden steigern wollen. OD

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