TECHNIK

IT-Forschungsprojekt THESEUS: Radiologiearbeitsplatz am iPad

Dtsch Arztebl 2011; 108(38): A-1978 / B-1682 / C-1666

EB

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Der mobile Radiologiearbeitsplatz wird im THESEUSInnovationszentrum in Berlin demonstriert. Foto: THESEUS
Der mobile Radiologiearbeitsplatz wird im THESEUSInnovationszentrum in Berlin demonstriert. Foto: THESEUS

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten IT-Forschungsprogramms THESEUS stellt das Anwendungsszenario MEDICO Ärzten mittels semantischer Technologien neue Möglichkeiten der Befundung und der Datenarchivierung vor allem für bildgebende Verfahren zur Verfügung. Jüngste Entwicklung des Projekts ist der Radiologenarbeitsplatz am iPad, mit dem Radiologen mobil Befunde erstellen können.

Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomographie sind eine wichtige Grundlage für Diagnose und Therapie. Dennoch liegen die dabei entstehenden Datenmengen bislang nur dezentral und unstrukturiert in den Krankenhäusern vor. Vergleiche von Krankheitsverläufen sind dadurch aufgrund knapper Ressourcen meist nicht möglich. „Wir entwickeln daher Verfahren, die nicht nur anatomische Strukturen wie Knochen, Gefäße oder Organe erkennen, sondern auch Vergleichsbilder und Behandlungsberichte aus Datenbanken zusammentragen und diese Daten katalogisieren“, erläutert Dr. Sascha Seifert, Siemens AG und Leiter des Anwendungsszenarios MEDICO. Der Computer lernt dabei, Bilder eigenständig zu interpretieren, Ähnlichkeiten zu erkennen und sie in einen sinnvollen Zusammenhang mit Textinhalten zu setzen. Ziel ist es, krankhafte Veränderungen frühzeitig zu bemerken.

Der Demonstrator „Radiologenarbeitsplatz am iPad“ zeigt eine der technologischen MEDICO-Neuerungen. Mittels intuitiver Eingabemöglichkeiten wie Sprache oder Multitouch werden die Bearbeitung und Kennzeichnung radiologischer Aufnahmen auf dem mobilen Endgerät möglich. Die Basis dafür sind Technologien aus dem THESEUS-Forschungsprogramm wie ein semantisches Dialogsystem in Form einer multimodalen, intelligenten Benutzerschnittstelle. Außerdem basiert der Radiologenarbeitsplatz auf Medizintechnologien wie automatischen Organdetektoren. Der Benutzer kann so einen Bildbefund mittels Sprache festlegen, indem er beispielsweise sagt „Markiere eine Auffälligkeit des Lymphknotens hier“, und die Software ordnet die komplexe Beschriftung der richtigen Stelle auf dem CT-Bild zu.

Unterstützt werden zudem der schnelle Austausch mit Experten und der Zugriff auf frühere Befunde, klinische Studien und Erfahrungswerte anderer Ärzte. Derzeit testet das Radiologenteam um Prof. Dr. med. Alexander Cavallaro die technologischen Innovationen im Rahmen einer klinischen Studie am Universitätsklinikum Erlangen. Das Forscherteam des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz und Siemens erhoffen sich davon die Überprüfung der Praxistauglichkeit und der Integrationsfähigkeit in die technische Klinikinfrastruktur. Informationen unter http://theseus-programm.de. EB

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