ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2011Kulturkalender: Die Entdeckung des Individuums

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Kulturkalender: Die Entdeckung des Individuums

Schuchart, Sabine

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Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Berlin

Foto: Muzeum Narodowe w Poznaniu
Foto: Muzeum Narodowe w Poznaniu
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23. September bis 9. Januar 2012:

Tür an Tür: Polen – Deutschland

19 Säle locken mit rund 800 historischen und zeitgenössischen Exponaten. Sie repräsentieren die Kultur Deutschlands und Polens und die 1000-jährige Geschichte der wechselseitigen Beziehungen beider Länder. Damit bietet sich nicht nur Gelegenheit, ältere Gemälde höchster Qualität etwa des 17. Jahrhunderts aus Danzig im Original anzuschauen. Auch – oftmals politisch motivierte – Werke anerkannter zeitgenössischer polnischer Künstler, etwa von Mirosław Bałka, Krzysztof Bednarski, Edward Dwurnik, Krzysztof Wodiczko und Andrzej Wróblewski (Foto: Bild aus dem Zyklus „Erschießung“, 1949), sind in der Schau vertreten. Chefkuratorin ist die Polin Anda Rottenberg, langjährige Leiterin der renommierten Nationalgalerie für moderne Kunst Zachêta in Warschau.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7/ Stresemannstr. 110, Mi.–Mo. 10–20 Uhr

BIELEFELD/KÖLN

25. September bis 15. Januar 2012:

Pablo Picasso. 1905 in Paris

1905 war ein Schlüsseljahr für Picasso, der sich fest in Paris niedergelassen hatte und mit seiner „Rosa Periode“ zu einer neuen Stilrichtung fand. Diese erreichte in dem berühmten Gemälde von 1907 „Demoiselles d’Avignon“ ihren Höhepunkt. Die Bielefelder Kunsthalle widmet sich dieser Werkphase und stellt Querverbindungen zu Zeitgenossen wie Matisse oder de Vlaminck dar. Zeitgleich lädt das Museum Ludwig dazu ein, den Künstler im Foto als Meister der Selbstinszenierung zu entdecken. 200 Picasso-Porträts, unter anderem von Cecil Beaton, Man Ray und Irving Penn, lohnen einen Köln-Besuch.

Kunsthalle, Artur-Ladebeck-Str. 5, Di.–So. 11–18, Mi. 11–21, Sa. 10–18 Uhr

Museum Ludwig, Bischofsgartenstr. 1, Di.–So. 1–18, 1. Do. im Monat 10–22 Uhr

DRESDEN

Bis 8. Januar 2012:

Himmlischer Glanz

Einzigartige Beispiele der Madonnen-Darstellung in der Renaissance sind zum Deutschlandbesuch des Papstes im Dresdener Zwinger versammelt. Um Raffaels Sixtinische Madonna (Dresden) und seine Madonna di Foligno (Vatikanische Pinakothek) gruppieren sich Werke von Correggio, Grünewald, Dürer und Cranach.

Gemäldegalerie Alte Meister, Semperbau mit Zwinger, Theaterplatz 1, Di.–So. 10–18 Uhr

DÜSSELDORF

24. September bis 22. Januar 2012:

Foto: Museum Kunstpalast
Foto: Museum Kunstpalast

Die Düsseldorfer Malerschule

Künstler aus aller Welt zog es im 19. und frühen 20. Jahrhundert an den Rhein, um an der Königlich-Preußischen Kunstakademie Düsseldorf zu studieren. Die Übersichtsschau stellt Künstler rund um die Düsseldorfer Malerschule wie Andreas Achenbach, Arnold Böcklin, Johan Fredrik Eckersberg, Emanuel Leutze, Johann Wilhelm Schirmer und Max Stern (Bild: Kaffeegarten auf dem Ananasberg) vor.

Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4–5, Di.–So. 11–18, Do. 11–21 Uhr

MÜNCHEN

Bis 15. Januar 2012:

Dürer – Cranach – Holbein

Am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit veränderte sich der Blick des Künstlers auf den Menschen gravierend. Die authentische Erfassung und psychologische Durchdringung des Individuums wurden ein zentrales Anliegen. Im Mittelpunkt der groß angelegten Ausstellung speziell zur deutschen Porträtkunst dieser Epoche stehen die berühmten Protagonisten – Dürer, Cranach d. Ä. und Holbein d. J. – mit ihrem sehr eigenständigen künstlerischen Programm.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstr. 8, tgl.10–20 Uhr

Sabine Schuchart

der besondere Tipp

Kulturgeschichte des Kopfes

Das älteste Werk der Schau ist ungefähr 150 000 Jahre alt: eine Schale aus dem Schädel eines Neandertalers, die Archäologen nahe Koblenz entdeckten. Eines der jüngeren Exponate gehört einem großen Denker, dem Philosophen René Descartes (1596–1650). An mehr als 300 Schädelfunden und Kopfpräparaten lässt sich die Bedeutung des Schädels in der Kulturgeschichte des Menschen nachvollziehen – als archäologischer Fund, als religiös-verklärte Reliquie, als Trophäe oder als Ausgangspunkt für wissenschaftliche Theorien. Den Anlass für die Ausstellung lieferte die kürzliche Wiederentdeckung einer so faszinierenden wie schaurigen Sammlung, die über Jahre verschollen war – rund 500 Schädel aus Amerika, Asien, Afrika, Ozeanien und Europa, die der Künstler, Darwinist und Spiritist Gabriel von Max (1840–1915) für sein anthropologisches Privatmuseum zusammengetragen hatte.

„Schädel-Kult”: Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen D5, Mannheim, Di.–So. 11–18 Uhr (2. Oktober bis 29. April 2012)

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