ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2011Krankenhäuser: Lieber fest angestellt
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Ich weiß nicht, warum sich Dr. Frank um die Qualität und Sicherheit der Patienten sorgt. Im Allgemeinen unterscheiden sich die Narkosegeräte nur unwesentlich, und ansonsten wird man an den Geräten, die einem nicht vertraut sind, eingewiesen. In der überwiegenden Zahl der Häuser, in denen ich tätig war, wurde mir suffizientes Personal zur Seite gestellt, so dass es von dieser Seite keine Gefahr für die Patienten gab.

Die viel größere Gefahr für den Patienten, Schaden zu erleiden, war und ist der permanente Druck in den Operationsabteilungen, die Schlagzahl zu erhöhen oder auf sehr hohem Niveau zu halten, da ein Großteil des Geldes eines Krankenhauses nur noch im OP verdient wird.

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Um diese Zahlen bringen zu können, werden die freien Mitarbeiter gebucht. Diese unterliegen nicht dem Tarifrecht, können also arbeiten, wann und wie lange sie wollen. Auch das kann letztlich zum Schaden des Patienten sein, zumal Arbeitszeiten von zehn Stunden und mehr keine Seltenheit waren.

Ein weiterer Punkt ist der in dem Interview erwähnte Stundenlohn. Ich weiß nicht, aus welcher Quelle sich Dr. Frank bedient hat, die erwähnten Stundensätze von 100 bis 125 Euro sind vollkommen überzogen. Ein Stundenlohn von 80 bis 85 Euro ist heute die Regel, alles darüber die absolute Ausnahme. Von daher relativiert sich auch die angeblich so viel bessere Bezahlung der freien Mitarbeiter, zumal, wenn man bedenkt, dass dieser sich selbst versichern muss und keinerlei Zuschüsse eines Arbeitgebers bekommt, noch gibt es eine Lohnfortzahlung im Urlaub.

Aufgrund des Vorgesagten habe ich mich zum Beispiel wieder für eine Festanstellung entschieden.

Dr. Torsten Batzlaff, 56370 Ebertshausen

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