ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2011Randnotiz: Seelenzeiten

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Randnotiz: Seelenzeiten

Dtsch Arztebl 2011; 108(39): A-1999 / B-1703 / C-1687

Bühring, Petra

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Nach der „Generation Golf“ und der „Generation Praktikum“ wird nun eine „Generation Burn-out“ ins Leben gerufen – so lautet jedenfalls die aktuelle Schlagzeile einer Wochenzeitschrift. Bei immer mehr Menschen scheint die Waage zwischen beruflichen und familiären Belastungen auf der einen und der Selbstfürsorge auf der anderen Seite aus dem Gleichgewicht geraten zu sein. Hilfe ist meist nicht schnell zu finden, weil es an Psychotherapeuten mangelt oder einfach mehr Menschen einen Therapieplatz suchen.

Vielleicht muss man es aber gar nicht erst so weit kommen lassen, hat sich eine Gruppe von Chefärzten an Humanistisch Integrativen Psychosomatischen Kliniken (sie nennen sich CHIPs) gedacht, und eine Initiative gestartet, die die Selbstfürsorge ein wenig gesellschaftsfähiger machen soll. Man nehme sich eine „Seelenzeit“, eine bewusste kleine Auszeit vom Alltagsstress. Das könne ein kurzer zielloser Spaziergang sein, einfach mal rumstehen und nichts tun, eine Weile verträumt aus dem Fenster gucken oder ohne Zeitung oder iPhone auf der Parkbank sitzen.

Um anderen zu signalisieren, dass man nicht angesprochen werden will, erweitern die CHIPs ihr kleines Präventionsmodell mit einem „Seelenzeit-Zeichen“: Beide Hände in Brusthöhe vor dem Körper aneinandergelegt und nach oben gerichtet, die Daumenspitzen gebeugt und vom Körper weggehalten. Diese Geste lade ein, Symbolik hineinzudeuten. Finger, die sich berühren, können keine Arbeit machen, die Hände formen eine Art Schutzraum, die Basis nach unten offen signalisiere eine Verbindung mit dem Boden. Ein kleines Plädoyer für den Einsatz von spirituellen Ansätzen in der westlichen Welt.

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