ArchivDeutsches Ärzteblatt18/1998Ostdeutscher Kassenärztetag: Für Gleichbehandlung

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Ostdeutscher Kassenärztetag: Für Gleichbehandlung

Dtsch Arztebl 1998; 95(18): A-1053 / B-877 / C-821

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Wut, Ärger und Verbitterung haben sich in den neuen Bundesländern aufgestaut. Das wurde deutlich beim ersten Ostdeutschen Kassenärztetag Mitte April in Leipzig. Rund 2 500 Ärzte demonstrierten im Gewandhaus Entschlossenheit und Solidarität. Mit großer Emotionalität forderten sie die Politiker und Krankenkassen auf, die ambulante Medizin in den neuen Bundesländern besserzustellen. Sie wollen es nicht länger hinnehmen, daß "auf hundert Prozent Aufwendungen der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) pro Arzt West nur 68 Prozent GKV-Aufwendungen Ost kommen", so der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern, Dr. med. Wolfgang Eckert. Seine Rede wurde demonstrativ bejubelt - minutenlang.
Mit Buhrufen und einem gellenden Pfeifkonzert wurden dagegen teilweise die Äußerungen von Politikern bedacht. Der sächsische CDU-Fraktionsvorsitzende, Dr. Fritz Hähle, und der Ge­sund­heits­mi­nis­ter des Freistaats, Dr. Hans Geisler, wurden sogar gezwungen, ihre Ansprachen vorzeitig zu beenden. "Fakten, kommen Sie mit Fakten!" riefen ihnen die verärgerten Ärzte zu. Dezidiert trug der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Dr. med. Klaus Penndorf, ihre Anliegen vor: Notwendig seien eine leistungsgerechte Mittelaufteilung der Krankenkassen, eine Halbierung der Mehrwertsteuer für Arzneimittel, neue Organisations-, Kooperations- und Kommunikationsformen. Penndorf forderte außerdem "den zügigen Abschluß und die wirksame Umsetzung von Verträgen mit den Krankenkassen". Die Leistungsverlagerung vom stationären zum ambulanten Bereich müsse finanziell abgesichert werden.
Ob diese Forderungen in Bonn Gehör finden, darf bezweifelt werden. Und die westdeutschen Kollegen? Ihrer Solidarität können die Ärzte in den neuen Bundesländern sicher sein. Das bekundete jedenfalls der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. med. Winfried Schorre. Die nicht begründbare Ungleichbehandlung der Ärzte müsse ein Ende haben, betonte er. Das Deutsche Ärzteblatt berichtet ausführlich über den Ostdeutschen Kassenärztetag in der kommenden Ausgabe (Heft 19). Gisela Klinkhammer
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