ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2011Lichen sclerosus bei Frauen
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Mit großem Interesse habe ich diesen interessanten Beitrag gelesen, der ein weitgehend unbekanntes Krankheitsbild ins Bewusstsein bringt.

Der Lichen sclerosus wird von vielen immer noch als seltene Erkrankung angesehen, die vor allem ältere Frauen betrifft, da lange Zeit nur das Spätstadium erkannt wurde. Inzwischen vermuten wir, dass bis zu 1 % aller Frauen betroffen ist. Er tritt häufig schon bei kleinen Mädchen und jungen Frauen auf. Viele haben bei der Diagnosestellung reichlich nutzlose Diagnostik und Therapien (Antiinfektiva) hinter sich. Meine jüngste Patientin war drei Jahre alt.

Bei Frauen, vielleicht auch bei Männern, sind die frühe Diagnose und Therapie für den Verlauf ganz entscheidend, da mit einer geeigneten Therapie die Spätfolgen wie unstillbarer Juckreiz, Atrophie, Synechie und Entartung weitgehend vermieden werden können. Eine Histologie ist zur Diagnose nicht immer notwendig. Genaues Hinsehen, am besten mit dem Kolposkop, und Erfahrung reichen meist aus. Die Symptome chronischer Juckreiz, diskrete Weißfärbung und Hautbeschädigungen (wie etwa Einblutungen und Rhagaden als Folgen des ständigen Kratzens) sowie ein Pilzausschluss erleichtern die klinische Diagnose.

Die Kortikosteroidsalbenbehandlung ist heute Standard bei Frauen und bringt die besten Erfolge in frühen Stadien. Genauso wichtig ist jedoch die Fettpflege der Haut. Durch die Sklerosierung verliert sie ihre Elastizität und es kommt leichter zu Beschädigungen und damit Eintrittspforten für Mikroorganismen in diesem hochbesiedelten Bereich.

Durch eine konsequente Fettpflege wird die Haut entlastet, was Enzündungsreaktionen und Epithelbeschädigungen vermindert, zudem lässt sich Kortikosteroid damit auch einsparen. Leider ist dies für den Anogenitalbereich noch zu wenig bekannt.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0694a

Prof. Dr. med. Eiko E. Petersen

Freiburg, eiko.petersen@web.de

Interessenkonflikt

Prof. Petersen hat Honorare für Vorträge oder Fortbildungsveranstaltungen erhalten von den Firmen Bayer, Taurusm, Essex Pharma, Kaymogyn GmbH und Grünenthal.

1.
Petersen EE: Farbatlas der Vulvaerkrankungen. Freiburg: Kaymogyn GmbH 2004.
2.
Becker K: Lichen sclerosus in boys. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(4): 53–8. VOLLTEXT
1.Petersen EE: Farbatlas der Vulvaerkrankungen. Freiburg: Kaymogyn GmbH 2004.
2.Becker K: Lichen sclerosus in boys. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(4): 53–8. VOLLTEXT

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