ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2011Soziale Phobien: Hohe Prävalenz bei Jugendlichen

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Soziale Phobien: Hohe Prävalenz bei Jugendlichen

PP 10, Ausgabe Oktober 2011, Seite 440

Hillienhof, Arne

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Angst vor anderen – bei fast jedem achten Jugendlichen zeigen sich Anzeichen für soziale Phobien. Foto: Fotolia
Angst vor anderen – bei fast jedem achten Jugendlichen zeigen sich Anzeichen für soziale Phobien. Foto: Fotolia

Soziale Phobien sind bei Heranwachsenden zwischen 14 und 20 Jahren häufig. Das berichten Wissenschaftler der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität Frankfurt/M. Sie hatten in einer Studie mehr als 600 Jugendliche verschiedener Schulen in Frankfurt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg untersucht. Die Jugendlichen wurden unter anderem befragt, ob sie Ängste vor Begegnungen mit Menschen und vor Situationen entwickelten, in denen Leistungen von ihnen erwartet würden. Bei 13 Prozent der Befragten fanden die Wissenschaftler Hinweise auf eine soziale Phobie. „Diese psychische Störung ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter, wobei soziale Ängste mit einem hohen Risiko für einen vorzeitigen Schulabbruch einhergehen“, erläuterte die wissenschaftliche Geschäftsführerin der Verhaltenstherapieambulanz, Regina Steil. „Außerdem haben diese Jugendlichen Schwierigkeiten, Freundschaften aufzubauen oder später beruflichen Erfolg zu haben“, ergänzte Psychologin Franziska Schreiber.

Der Studie zufolge ist der Anteil „hoch-sozial-ängstlicher“ Schüler aus ländlichen Gebieten mit 10,6 Prozent gegenüber 17 Prozent geringer als in den städtischen Bezirken. Unterschiede zwischen den Schulformen stellten die Forscher nicht fest.

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„Die gute Nachricht ist, dass soziale Phobien erfolgreich behandelt werden können“, so Steil. Dennoch gibt es bislang nur sehr wenige Behandlungsstudien zu dem Thema. Eine großangelegte multizentrische Therapieforschungsstudie, unter anderem an der Goethe-Universität, will deshalb die Wirkung von zwei in der Praxis häufig eingesetzten Therapieverfahren vergleichen. hil

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