ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2011Notaufnahmen: Immer mehr Patienten

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Notaufnahmen: Immer mehr Patienten

dapd

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Die Zahl der Patienten, die in den Notaufnahmen der Krankenhäuser ärztliche Hilfe suchen, steigt. Im vergangenen Jahr hätten dort rund 21 Millionen Menschen eine medizinische Versorgung erhalten, sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfallaufnahme (DGINA), Dr. med. Barbara Hogan. Für dieses Jahr würden noch „deutlich mehr“ Patienten in den Notaufnahmen erwartet. Vor allem Menschen mit Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, mit Unfallverletzungen sowie schweren Grippesymptomen kämen in die Notaufnahmen.

Als Gründe für die stark steigenden Patientenzahlen in den Notaufnahmen nannte Hogan die demografische Entwicklung und das Verschwinden von Allgemeinarztpraxen in den ländlichen Regionen. Die Entwicklung erfordere eine Professionalisierung nach europäischem und US-amerikanischem Vorbild, sagte die Präsidentin. Ihre Vereinigung fordere unter anderem ein fünfjähriges Ausbildungsprogramm für Notfallmediziner. „Wir brauchen in den Notaufnahmen Spezialisten, die das Problem der Patienten schnell erkennen“, sagte Hogan. Eine Professionalisierung verkürze auch die Wartezeit für die Patienten und spare langfristig Kosten ein. Fachärzte für Notfallmedizin fehlten auf europäischer Ebene außer in Deutschland nur noch in Österreich und Portugal.

Die DGINA ist ein Zusammenschluss der in den Notfallaufnahmen tätigen Ärzte und Pflegekräfte. Die Fachgesellschaft hat nach eigenen Angaben 520 Mitglieder. dapd

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