ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2011Asthma bronchiale: Interleukin-13-Blocker steigert die Lungenfunktion

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Asthma bronchiale: Interleukin-13-Blocker steigert die Lungenfunktion

Dtsch Arztebl 2011; 108(41): A-2155 / B-1827 / C-1806

Heinzl, Susanne

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Bei vielen Patienten mit Asthma bronchiale sind die Symptome trotz Behandlung mit inhalierbaren Glukokortikoiden nicht ausreichend kontrolliert. Ein Grund könnte die unterschiedliche Expression von Interleukin (IL) 13 sein. Mit Lebrikizumab, einem monoklonalen Antikörper gegen Interleukin 13, wurde untersucht, ob Patienten mit hoher IL-13-Aktivität von einer Behandlung besser profitieren.

IL 13 ist ein pleiotropes Zytokin, das an vielen Symptomen des Asthma bronchiale beteiligt ist. Seine Produktion wird durch inhalierte Glukokortikoide gehemmt. Viele IL-13-Wirkungen beruhen auf der Sekretion des Proteins Periostin. Periostin ist eventuell am Remodelling der Atemwege bei Patienten mit Asthma beteiligt.

In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie bei 219 Patienten mit Asthma bronchiale wurde untersucht, wie der IL-13-Antikörper Lebrikizumab (Genentech/Roche) bei niedrigen und hohen Spiegeln von Periostin wirkt. Lebrikizumab wurde über sechs Monate einmal monatlich in einer Dosis von 250 mg subkutan injiziert. Primärer Endpunkt war die Änderung der Einsekundenkapazität (FEV1) vom Ausgangswert bis Woche 12. Zu den sekundären Endpunkten gehörte die Rate an Asthmaexazerbationen über 24 Wochen. In Woche 12 nahm der FEV1-Wert um 5,5 Prozentpunkte in der Lebrikizumabgruppe im Vergleich zur Placebogruppe zu (p = 0,02). Bei den Patienten mit hohen Periostinspiegeln betrug die Zunahme 8,2 Prozentpunkte (p = 0,03), bei Patienten mit niedrigen Periostinspiegeln nahm der FEVV1-Wert nur um 1,6 Prozentpunkte zu.

Unerwünschte Ereignisse waren unter Placebo- und Lebrikizumab vergleichbar häufig. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, darunter Asthmaanfälle, gab es bei vier Patienten unter Lebrikizumab. Muskuloskeletale Nebenwirkungen waren mit Lebrikizumab signifikant häufiger als mit Placebo (13,2 versus 5,4 %, p = 0,045).

Fazit: Der Interleukin-13-Antikörper Lebrikizumab verbesserte bei Patienten mit Asthma bronchiale die Lungenfunktion. Patienten mit hohen Periostinspiegeln im Serum profitieren von der Therapie stärker als Patienten mit niedrigeren Periostinspiegeln. Dr. rer. nat. Susanne Heinzl

Corren J: Lebrikizumab treatment in adults with asthma. NEJM 2011; 365:1088–98.

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