MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Akutes Leberversagen

Ein lebensbedrohliches Krankheitsbild

Acute Liver Failure—a Life-Threatening Disease

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(42): 714-20; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0714

Canbay, Ali; Tacke, Frank; Hadem, Johannes; Trautwein, Christian; Gerken, Guido; Manns, Michael P.

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Hintergrund: Geschätzte 200 bis 500 Patienten entwickeln pro Jahr in Deutschland das lebensbedrohliche Krankheitsbild des akuten Leberversagens (ALV). Die Datenlage in Bezug auf Epidemiologie, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ist derzeit lückenhaft. An dieser Stelle soll eine Übersicht zu Ursachen, Verlauf und Behandlung des ALV gegeben werden.

Methode: Selektive Literaturübersicht, die aktuelle Daten aus anderen Ländern sowie einzelne Arbeiten deutscher Gruppen enthält.

Ergebnisse: In Deutschland vollzieht sich ein Wandel der dominierenden Ursache des ALV von akuter Virushepatitis zum toxisch induzierten ALV einerseits und der wachsenden Gruppe kryptogener subakuter ALV andererseits. Exakte epidemiologische Daten fehlen derzeit. Ein Scoring-System zur Einschätzung des ALV sollte die noch vorhandene Leberfunktion, die Regenerationskapazität der Leber sowie das Ausmaß und Risiko extrahepatischer Komplikationen einbeziehen. Durch verbesserte spezifische Therapien bei bestimmten Ätiologien, durch die Einführung der Lebertransplantation (LTx) und nicht zuletzt durch Fortschritte in der Intensivmedizin konnte die Letalität des ALV gesenkt werden. Zur optimalen Betreuung der Patienten mit ALV ist eine enge Vernetzung zwischen allen klinischen Disziplinen sowie zwischen peripheren Kliniken und den Transplantationszentren unbedingt notwendig.

Schlussfolgerung: Zum Krankheitsbild des ALV fehlen, auch wenn in Diagnose und Therapie durchaus Fortschritte erzielt werden konnten, exakte epidemiologische Daten und prospektive, randomisierte klinische Studien innerhalb Deutschlands.

Das akute Leberversagen (ALV) ist ein schwerwiegendes Krankheitsbild, das ohne adäquate Therapie mit hoher Letalität assoziiert ist. Diverse Ursachen können zum ALV führen, wodurch eine Ursachenabklärung sehr komplex ausfällt, und alle Disziplinen der Medizin betroffen sein können. Eine klare, allgemein gültige Definition ist bislang nicht etabliert, grundsätzlich macht jedoch der plötzliche Verlust der Leberfunktion ohne vorbestehende Lebererkrankung das ALV aus.

Definition

Nach Trey und Davidson (1) ist die fulminante Hepatitis ein potenziell reversibler Zustand mit einer hepatischen Enzephalopathie innerhalb von acht Wochen nach Symptombeginn, wobei diese trotz schlechter Leberfunktion nicht stark ausgeprägt sein muss. Die aktuelle Definition der amerikanischen „Acute Liver Failure Study Group“ stellt die Koagulopathie (INR > 1,5) in den Vordergrund (2) und unterscheidet nach zeitlichem Auftreten der Koagulopathie und Enzephalopathie das hyperakute (< 7 Tage), das akute (7 bis 28 Tage) und das subakute (28 Tage bis 6 Monate) Leberversagen (3). Eine längere Latenz ist dabei mit einer erhöhten Sterblichkeit von 86 % verbunden (e1). Eine klare Abgrenzung des ALV zum „acute-on-chronic“- oder auch zum „acute-on-cirrhosis“-Leberversagen (Grafik 1 gif ppt) ist vor allem in klinisch-prognostischer Hinsicht notwendig, da die beiden letzteren mit einer deutlich schlechteren Prognose vergesellschaftet sind (e2). Eine klare, etablierte und allgemein anerkannte Definition des ALV für den deutschsprachigen und europäischen Raum existiert bislang nicht. Die „Acute Liver Failure Study Group Germany“ (ALFSGG) hat sich zum Ziel gesetzt, diese zu etablieren, um eine einheitliche Vorgehensweise bei ALV zu ermöglichen. In der vorliegenden Übersicht soll das ALV in seinen verschiedenen Ausprägungen charakterisiert sowie aktuelle diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen beschrieben werden. Die hier angegebenen Daten und zitierten Arbeiten stammen aus einer selektiven Literaturrecherche in Pubmed/Medline.

Epidemiologische Daten und Hauptursachen

Während in den frühen 1980er Jahren die akute Hepatitis-B-Virus (HBV)-Infektion als wichtigster Auslöser für ALV galt, haben über die letzten drei Dekaden toxische Leberschädigungen zugenommen, insbesondere durch Acetaminophen (Paracetamol). In den USA (2), Großbritannien (4) und Skandinavien (5, e3) wird die Paracetamol-Intoxikation als häufigste Ursache mit über 40 % angegeben, wogegen virale Hepatitiden jeweils um die 10 % erreichen und bis zu 20 % der Fälle unklar bleiben. In Südeuropa sowie in Afrika und Asien dagegen dominieren weiterhin die akuten Virushepatitiden. Im Mittelmeerraum sind circa 40 % der ALV-Fälle auf hepatotrope Viren, vor allem HBV, zurückzuführen, jedoch nur etwa 20 % auf Intoxikationen und bei über 30 % blieb die Ursache unklar (6).

Entsprechende epidemiologische Daten aus Deutschland sind rar und weitestgehend retrospektiv erhoben worden. Obwohl genaue Zahlen zur Inzidenz des ALV nicht vorliegen, gehen die Autoren aus der gesammelten Erfahrung verschiedener Transplantationszentren und hepatologischer Zentren in Deutschland von 200 bis 500 Fällen pro Jahr aus. Frauen scheinen häufiger betroffen zu sein als Männer (52–63 %). Eine Studie aus Bonn fasste zwischen den Jahren 1998 und 2004 insgesamt 35 Patienten mit einem fulminanten Leberversagen zusammen, wobei die Ursache bei 13 Patienten eine akute Virushepatitis und bei neun ein toxischer Schaden war (e4). An der Medizinischen Hochschule Hannover wurden 102 Patienten mit ALV untersucht, die am häufigsten kryptogenes ALV (21 %), akute HBV-Infektion (18 %) und akute Paracetamolintoxikation (16 %) aufwiesen (7). In einer retrospektiven Studie fanden sich bei 134 Patienten mit ALV (International Normalized Ratio [INR] > 1,5; Enzephalopathie, ohne bestehende chronische Lebererkrankung) zwischen 2002 und 2008 insgesamt 39 % mit toxischer Schädigung – hauptsächlich Paracetamol – sowie 23 % mit akuter Infektion hepatotroper Viren (8). Bemerkenswert waren hierbei neun Fälle von ALV unter therapeutischen Dosen von Phenprocoumon, ein Wirkstoff, der zuvor schon von mehreren, vor allem deutschsprachigen Gruppen als Verursacher für ALV beschrieben wurde (9).

Um einen aktuellen und vollständigen Überblick über die tatsächlichen Ursachen des ALV innerhalb Deutschlands zu erhalten, sind überregionale prospektive Erhebungen notwendig.

Paracetamolintoxikation

Die meisten Paracetamolintoxikationen mit ALV erfolgen in suizidaler Absicht, wobei seltener auch Fälle von unbeabsichtigter Einnahme mehrerer Tabletten vorkommen (e5). Nicht jede Paracetamolintoxikation führt zwangsläufig zum ALV, jedoch gibt es diverse Risikofaktoren, die auch bei bereits „therapeutischen Dosen“ (wie zum Beispiel 4–5g/Tag) die Wahrscheinlichkeit für eine akute Leberschädigung erhöhen können. Komorbiditäten und/oder Einnahme anderer Substanzen (10) sowie Alkoholkonsum (11) erhöhen das Risiko eines Leberversagens nach Paracetamoleinnahme. Des Weiteren gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte genetische Polymorphismen die Wahrscheinlichkeit für ein toxisch bedingtes Leberversagen begünstigen (12, e6).

Virushepatitis

Virushepatitiden bilden nach wie vor einen großen Anteil der Ursachen des ALV. Im Vordergrund steht dabei nach wie vor die akute HBV-Infektion. Infolge der Impferfolge und verbesserter Therapiekonzepte der letzten Jahre geht die Inzidenz in den Industrieländern drastisch zurück, in Schwellen- und Entwicklungsländern stellt die akute HBV-Infektion jedoch immer noch die Hauptursache des ALV dar (13, e3). Außerdem muss beachtet werden, dass unter Immunsuppression (endogen oder exogen) eine Reaktivierung einer latenten HBV-Infektion auftreten kann, die eine ALV auszulösen vermag. Möglicherweise kann eine frühzeitige Therapie mit Lamivudin oder mit neueren potenten Nukleosid/tid-Analoga den fulminanten Verlauf abschwächen und den Patienten vor einer Lebertransplantation (LTx) und damit verbundenen Komplikationen bewahren (14). Die Evidenz für eine frühe antivirale Therapie ist jedoch noch nicht gesichert, da es sich hierbei um Interventionsstudien mit zum Teil historischen Kontrollen handelte (14, e7, e8).

Andere Ursachen

Zu den selteneren Ursachen gehören die idiosynkratischen toxischen Schädigungen, vor allem durch Tuberkulostatika (zum Beispiel Isoniazid), aber auch durch Antibiotika oder Phytopharmaka (zum Beispiel Kava Kava, chinesischer grüner Tee, Usnea barbata) (e9). Chemotherapeutika selbst können lebertoxisch sein, vermehrt finden sich jedoch auch Fälle von Reaktivierung einer latenten HBV-Infektion unter immunsuppressiver Therapie (vor allem anti-CD20-Antikörper), die zum fulminanten Leberversagen führen können (e10). Bei immerhin 2 % der amerikanischen ALV-Patienten ist die Ursache eine fulminante Erstmanifestation des Morbus Wilson (15). Ähnliches gilt für die Autoimmunhepatitis mit einem Anteil von 5 % (2). Weitere Ursachen des ALV sind in Tabelle 1 (gif ppt) zusammengefasst. Vor allem bezüglich seltener Ursachen des ALV wären eine überregionale Datenbank zur Erfassung der klinischen Verläufe sowie klare Richtlinien zur Behandlung dieser Sonderfälle wünschenswert.

Pathophysiologische Aspekte

Das ALV ist gekennzeichnet durch den Untergang großer Mengen parenchymaler Leberzellen (Hepatozyten), ausgelöst durch Zellnekrose und/oder Apoptose, was letztendlich zur Einschränkung der Leberfunktion führt. Dabei ist der prädominante Zelltodmechanismus abhängig von der Ursache (16). Durch den Einsatz antiviraler Therapien wird daher nicht nur die Viruslast, sondern auch der Zelltod reduziert (80 %), was Erkrankungsschwere und Notwendigkeit einer LTx positiv zu beeinflussen scheint (e7). Tierexperimentelle Modelle legen nahe, dass es als Reaktion auf den massiven Zelluntergang der Hepatozyten in der Leber zu einer ausgeprägten Entzündungsreaktion mit Infiltration von Immunzellen und Aktivierung entzündlicher intrahepatischer Kaskaden kommt, wodurch die häufig rasche klinische Verschlechterung mit „systemic inflammatory response syndrome“ (SIRS) und konsekutivem Multiorganversagen erklärt werden können (17). Einen Überblick hierzu gibt Grafik 2 jpg ppt.

Hepatische Enzephalopathie

Eines der wesentlichen Symptome bei Leberausfall ist die hepatische Enzephalopathie (HE). Hinsichtlich des Schweregrades wird sie in vier Stadien unterschieden, die ineinander übergehen und reversibel sein können (18). Klinische Symptome der HE sind in Tabelle 2 (gif ppt) aufgelistet. Eine Entwicklung von Stadium II zu Stadium III gilt als Zeichen einer irreversiblen Leberschädigung, bei der es häufig nicht mehr zu einer Spontanheilung kommt, sondern die eine Verlegung in ein Transplantationszentrum, Listung bei Eurotransplant und schnellstmögliche LTx erforderlich macht. Die Pathogenese der HE ist komplex und noch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise spielen genetische Variationen des Glutaminase-Gens eine wichtige Rolle in der Entwicklung der HE im ALV (19). Weiterhin ist Ammoniak (NH3) als Neurotoxin in der Entstehung der HE anscheinend von zentraler Bedeutung, da es an der Ausbildung eines Hirnödems beteiligt zu sein scheint, was letztlich ursächlich zur Symptomatik beiträgt (e11). Allerdings korreliert die Höhe des Serum-NH3 nicht mit dem Grad der Enzephalopathie, und die HE ist nicht immer direkt abhängig vom Schweregrad der Leberinsuffizienz. Bei Patienten mit ALV gilt eine zunehmende HE unter optimaler Therapie allerdings als ungünstiges prognostisches Zeichen und geht daher in entsprechende Risiko-Scores mit ein (3, e12).

Akutes Nierenversagen beim akuten Leberversagen

Die Inzidenz eines durch ALV verursachten akuten Nierenversagens kann bis zu 80 % betragen. Ursächlich hierfür kann die direkte toxische Wirkung von Paracetamol, Aflatoxin oder nicht-steroidalen Antiphlogistika sein (e13). Allerdings steht am häufigsten die akute Tubulusnekrose durch Hypotension beziehungsweise Ischämie/Reperfusion im Vordergrund. Daher ist durch frühzeitigen, zielorientierten kristalloiden Volumenersatz unbedingt eine arterielle Hypotension zu vermeiden, um eine sichere Nierenperfusion zu gewährleisten. Hierbei können Noradrenalin oder das Vasopressin-Analogon Terlipressin eingesetzt werden (20, e14). Bei indizierter Dialysebehandlung sollte ein kontinuierliches Verfahren zum Einsatz kommen, da die Patienten meistens kreislaufinstabil sind. In früheren Arbeiten konnte gezeigt werden, dass eine „High-Volume“-Filtration bei Patienten mit massiver systemischer Inflammation die Hämodynamik verbessert (21). Entscheidend ist, dass so früh wie möglich mit einem Nierenersatzverfahren begonnen wird, wenn ein volumenrefraktäres, akutes Nierenversagen unter dem Bild eines HRS vorliegt.

Insgesamt sind die derzeitigen therapeutischen Ansatzpunkte aber, vor allem im fortgeschrittenen Verlauf des ALV, sehr limitiert. Die Prognose bei fortgeschrittenen Stadien ohne eine Transplantation liegt bei einer Letalität von 38 % (7).

Diagnostische Verfahren

Eine wesentliche diagnostische Maßnahme stellt die laparoskopische Leberbiopsie dar, die einen größeren Gewebezylinder für Untersuchungen zur Verfügung stellt, als das transjuguläre Verfahren. Jedoch sind Biopsien nicht immer durchführbar, die gerade bei Patienten mit Leberschädigung ein Risiko darstellen. Daher muss eine ausführliche Anamnese (gegebenenfalls Fremdanamnese, insbesondere Alkohol- und Medikamentenanamnese) zunächst den zeitlichen Verlauf der Symptome klären, die viel häufigere „acute-on-chronic“-Leberinsuffizienz bei vorbestehender Leberzirrhose ausschließen und dann die ALV-Ätiologie eruieren. Bestehen Hinweise für eine hepatische Vorerkrankung (Steatosis oder Fibrose)? Wieviel Alkohol, welche Medikamente, Pilze oder Phytotherapeutika wurden konsumiert? Bestehen Zeichen einer Sepsis oder Ischämie (zurückliegender kardiogener Schock)? Gab es Auslands-Aufenthalte, ungeschützten Geschlechtsverkehr oder eine immunsuppressive Therapie? Welche Vorerkrankungen sind bekannt?

Bei Verdacht auf ein ALV sind unverzüglich umfangreiche Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren einzusetzen. Zum einen sollten Laborparameter erhoben werden, die die Schwere des Leberzellschadens (ALT, AST, GLDH) und der Cholestase (γGT, AP, Bilirubin) sowie das Ausmaß der Lebersyntheseleistung (INR/Quick, Albumin) und der -exkretionsfunktion (Ammoniak) einordnen helfen. Zum anderen müssen begleitende Organkomplikationen erfasst werden (Blutgasanalyse, Laktat, Differenzialblutbild, Kreatinin, Harnstoff). Diese Parameter geben entscheidende Hinweise auf die Prognose und gehen daher teilweise in prognostische Scores ein. Daneben ist es zwingend, die vermutete Ursache des ALV durch entsprechende Laboruntersuchungen abzuklären, zum Beispiel durch

  • Medikamentenspiegel (Paracetamol),
  • toxikologisches Screening (Amphetamine, Barbiturate, Benzodiazepine, Cannabinoide, Ecstasy, Kokain, Metamphetamine, Opiate, trizyklische Antidepressiva),
  • Virusdiagnostik (HAV, HBV, HCV, HEV, HIV, HSV, CMV, EBV, VZV),
  • Hinweise auf genetische Ursachen (Caeruloplasmin, Ferritin, Transferrinsättigung, alpha1-Antitrypsin),
  • autoimmune Ursachen (ANA, SMA, AMA, ANCA)
  • sowie gegebenenfalls Schwangerschaftstest. Als bildgebendes Verfahren sollte unbedingt eine Sonographie mit Duplex der Pfortader und Lebervenen erfolgen, um eine eventuell vorbestehende Lebererkrankung (portale Hypertension, Zirrhose) oder eine vaskuläre Genese (zum Beispiel Budd-Chiari-Syndrom) erkennen zu können.

Scores zur Einschätzung der Prognose

Durch die Einführung der LTx verbesserte sich die Prognose des ALV signifikant auf circa 85 % 1-Jahres-Überleben und circa 80 % 3-Jahres-Überleben (4, e15-e17). Obwohl die LTx letztlich die einzige kurative Therapie für das ALV darstellt, besteht die klinische Herausforderung in der raschen Erfassung von Kontraindikationen sowie der rechtzeitigen Verfügbarkeit eines geeigneten Spenderorgans. Daher ist die möglichst genaue Einschätzung der Schwere des ALV und seiner variablen Prognose für die adäquate Zeitplanung einer LTx unabdingbar. Effektive prognostische Marker sollen eine Differenzierung der unterschiedlichen Verläufe des ALV ermöglichen. Gleichzeitig sollten jene Fälle, deren Leber sich unter supportiver Therapie erholen kann, von den Patienten unterschieden werden, die in jedem Fall eine schnellstmögliche LTx benötigen, da Folgekomplikationen durch lebenslange Immunsuppression oder postoperative Gallengangsveränderungen („ischemic-type biliary lesions“ [ITBL] oder Anastomosenstenosen) eine hohe Morbidität (zum Beispiel 3,9 % Inzidenz ITBL) (e18) und erhöhte Letalität zur Folge haben (22).

Derzeit werden zur prognostischen Einschätzung des ALV mehrere Scoring-Systeme im klinischen Alltag angewandt, die in Tabelle 3 (gif ppt) dargestellt sind. Derzeit bauen alle in der Klinik etablierten Scoring-Systeme in unterschiedlichem Maße auf vier wesentlichen Faktoren auf. Zum einen sind die Einschränkung der Syntheseleistung der Leber und der Grad der Leberzellschädigung entscheidend, welche sich laborchemisch im INR und dem Serum-Bilirubin widerspiegeln. Zum anderen spielen die Entwicklung und der Grad der Enzephalopathie, beziehungsweise des assoziierten Hirnödems, die Ausbildung eines Multiorganversagens und im Zuge dessen eine metabolische Entgleisung eine wichtige Rolle.

Aktuelle Studien haben als zusätzliche prädiktive beziehungsweise diagnostische Faktoren Serum-Laktat und -Phosphat (e20), einen hohen Body-Mass-Index, hohes Alter (e21, e22) sowie Surrogat-Marker des Zelltodes identifiziert (16). Ein wesentliches Ziel zukünftiger wissenschaftlicher Initiativen sollte die Evaluierung neuer molekularer Marker und der verschiedenen Scoring-Systeme in größeren Kollektiven und prospektiven Studien sein (e23).

Therapie

Lebertransplantation

Schon während der Diagnosestellung eines ALV müssen potenzielle Kandidaten für eine LTx rasch selektiert und an ein Transplantationszentrum angebunden werden. Nach Ausschluss von Kontraindikationen wie floridem Alkohol- oder Drogenabusus, einer systemischen Organischämie oder einer ungünstigen sozialen Prognose hinsichtlich der erforderlichen Compliance post transplantationem und sorgfältiger ärztlicher Bewertung der medizinischen Gesamtsituation sollte bei positiver Entscheidung zugunsten einer LTx eine umgehende Listung des Patienten zur Transplantation erfolgen. Der Anteil der Patienten mit ALV an der Gesamtheit der zur LTx gelisteten Patienten während des Zeitraumes von 1995 bis 2005 betrug im UNOS-Bereich (United Network for Organ Sharing) (USA) 3,9 % (2).

In einer prospektiven Studie an 308 Patienten mit ALV konnte in der Gruppe der Patienten, die eine zeitnahe (Median 3,5 Tage nach Listung) LTx erhielten, eine Überlebensrate von 84 % für die ersten drei Wochen nach Einlieferung ins Krankenhaus gezeigt werden. Im Vergleich hierzu lag die Überlebensrate der Patienten ohne LTx bei nur 35 % (24), jedoch mit einem niedrigen Evidenzniveau.

Konservative Therapie

Die hochdosierte Gabe von N-Acetylcystein (NAC) ist als spezifische Therapie des Paracetamol-induzierten ALV etabliert (Tabelle 4 gif ppt). Eine aktuelle prospektive multizentrische Studie der US-amerikanischen ALFSG weist darauf hin, dass die Gabe von NAC über einen Zeitraum von 72 h in drei Stufen absteigender Dosierung (150 mg/kg/h i.v. über 1h, danach 12,5 mg/kg/h über 4h, danach 6,25 mg/kg/h über 67h) auch beim nicht-Paracetamol-induzierten ALV sinnvoll sein kann. So zeigte sich eine signifikant höhere Rate an transplantationsfreiem Überleben bei Gabe von NAC bei Patienten mit hepatischer Enzephalopathie Grad I–II (40 % mit NAC versus 27 % ohne NAC; p = 0,043), so dass die NAC-Gabe in frühen Stadien des ALV eine sinnvolle, nebenwirkungsarme Therapieoption darstellt (e24). Daneben sind die intensivmedizinische Therapie des SIRS zur Stabilisierung der Hämodynamik, die Sicherung der Atemwege und frühzeitige maschinelle Beatmung (beim eingetrübten Patienten), Maßnahmen zur Verhinderung des Hirnödems (Oberkörperhochlagerung, Ausgleich einer Hyponatriämie, osmotische Therapie mit Mannitol) sowie das Monitoring und frühzeitige Management von Infektionen entscheidende Pfeiler der konservativen intensivmedizinischen Therapie beim ALV. Spezifische Therapien des ALV sind in Tabelle 4 dargestellt.

Leberersatzverfahren

Die Rationale für die extrakorporale Leberunterstützungstherapie besteht darin, als Teil der supportiven Strategie das Überleben einer Wartezeit unbekannter Dauer bis zur Lebertransplantation zu ermöglichen. Die aktuelle Datenlage reicht jedoch nicht aus, um eine Evidenz-basierte Empfehlung zur Behandlung mit Leberunterstützungsverfahren beim ALV zu geben. Für das „acute-on-chronic“ (Zirrhose)-LV gibt eine Metaanalyse Hinweise auf einen klinischen Nutzen (25), diese Analyse ist jedoch durch die große Heterogenität der Leberunterstützungsverfahren, der untersuchten Patientenkollektive und der begleitenden konservativen Standardtherapie in ihrer Aussage entscheidend eingeschränkt.

Danksagung
Alle Autoren sind Mitglieder der Acute Liver Failure Study Group Germany (ALFSGG). Die Autoren möchten sich bei allen weiteren Mitgliedern der ALFSGG für die Unterstützung bedanken.

Interessenkonflikt

Dr. Hadem erhielt Erstattungen von Gilead und Vortragshonorare von Norgine.

Prof. Manns erhielt Honorare von der Firma Cytonet GmbH.

Prof. Trautwein erhielt Honorare und Erstattungen von BMS, Abbott, Gilead, AASLD, Falk Pharma GmbH und Novartis.

Prof. Canbay erhielt Beraterhonorare von BMS, Honorare für Gutachtertätigkeit von Pfizer, Kostenerstattungen von EASL, AASLD.

PD Dr. Tacke erhielt Erstattungen von BMS, Gilead, Novartis sowie Vortragshonorare von BMS, Echosense, Falk, Gilead und Honorare für die Durchführung von Auftragsstudien von Boehringer, Gilead, Novartis, BMS und Noxxon.

Prof. Gerken erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 4. 10. 2010, revidierte Fassung angenommen: 14. 3. 2011

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Ali Canbay
Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie
Universitätsklinik Essen, Hufelandstraße 55, 45122 Essen
ali.canbay@uni-due.de

Summary

Acute Liver Failure—a Life-Threatening Disease

Background: An estimated 200 to 500 patients develop life-threatening acute liver failure (ALF) in Germany each year. Only sparse data are currently available on the epidemiology and causes of this condition and on potential treatments for it. This article summarizes our current knowledge of the causes, clinical course, and treatment of ALF.

Method: We selectively reviewed the pertinent current literature on ALF from Germany and abroad.

Results: A shift is currently taking place in Germany with respect to the predominant causes of ALF: The leading cause was formerly acute viral hepatitis, but now more cases of ALF are induced by toxic substances, while there is also a growing incidence of cryptogenic subacute ALF. Precise epidemiological data are still lacking. Scoring systems for the assessment of ALF should take account of hepatic function, the regenerative capacity of the liver, the extent of existing extrahepatic complications, and the risk that further ones will develop. The mortality from ALF has been reduced through improved specific treatment for certain etiological types of ALF, the introduction of liver transplantation, and progress in intensive care medicine. The optimal treatment of ALF patients requires close collaboration among specialists in all of the involved clinical disciplines, as well as between peripheral hospitals and transplantation centers.

Conclusion: Precise epidemiological data on ALF are still lacking in Germany, as are prospective, randomized trials of treatments for it. It is nonetheless clear that progress has been made in its diagnosis and treatment.

Zitierweise
Canbay A, Tacke F, Hadem J, Trautwein C, Gerken G, Manns MP: Acute liver failure—a life-threatening disease. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(42): 714–20.
DOI: 10.3238/arztebl.2011.0714

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4211

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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