ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2011Klinische Studien: Hilfestellung für den Einstieg

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Klinische Studien: Hilfestellung für den Einstieg

Dtsch Arztebl 2011; 108(42): A-2230 / B-1883 / C-1861

Blettner, Maria

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Dieses Taschenbuch soll kompakt und anschaulich die Grundlagen statistischer Auswertung und die Präsentation klinischer Daten erklären. Es bietet eine Einführung in die wesentlichen Aspekte der statistischen Methodik für klinische Studien. Es richtet sich an Ärzte, die einen Einstieg oder Wiedereinstieg in Grundbegriffe statistischer Methodik und klinischer Studien suchen. Die Auswahl von Themen und Beispielen setzt dabei einen deutlichen Schwerpunkt auf die chirurgischen Fachrichtungen. Der Leser soll in die Lage versetzt werden, klinische Studien kritisch zu hinterfragen und darüber mit Biometrikern auf Augenhöhe zu diskutieren.

Das Buch ist übersichtlich in sechs Kapitel gegliedert. Angefangen mit der Vorstellung von Maßzahlen und Studientypen, über Erläuterungen zu Fehlern und Unsicherheit, bis hin zu einem Abschnitt über Zielgrößen, erhält der Leser Informationen über die Durchführung einer klinischen Studie. Darauf folgen ein Kapitel über Datenbanken, ein Kapitel über statistische Auswertungsmethoden sowie ein Abschnitt über die grafische Darstellung von Ergebnissen. Elemente der schließenden Statistik, wie statistische Tests, Konfidenzintervalle und p-Werte, werden sowohl im zweiten als auch im fünften und sechsten Kapitel berührt. Das zeigt, dass die Gliederung nicht ausschließlich sachorientiert ist. Offenbar erfolgen die Stoffsammlung und Einteilung in der Weise, dass sich die einzelnen Kapitel eigenständig und in sich zusammenhängend durchlesen lassen. Es gibt viele Merksätze und Zusammenfassungen.

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Das Buch enthält eine Reihe wichtiger Informationen zu den genannten Themen, verzichtet jedoch auf Hintergründe und Erläuterungen. Die Beschreibung der Verfahren beschränkt sich auf die für Mediziner wesentlichen Aspekte. Dies ermöglicht dem Leser, statistische Vorgehensweisen leicht zu verstehen. Aufgrund fehlender Hintergrundinformationen ist es dem Leser nicht möglich zu hinterfragen, ob die vorgeschlagene Methode für die eigene Situation angebracht ist. So wird beispielsweise beschrieben, dass es „gelegentlich“ nützlich sein kann, von stetigen Variablen Kategorien zu bilden. Es ist jedoch nicht erkennbar, in welchen Situationen dies sinnvoll ist. Die Lektüre des Buches ersetzt somit nicht die Zusammenarbeit mit Biometrikern; sie bietet jedoch – wie die Autoren selbst im Vorwort betonen – einen Weg, diese zu erleichtern. Das gilt sowohl für die eigene klinische Forschung als auch für die Rezeption wissenschaftlicher Fachliteratur. Aspekte des Studiendesigns und der Qualitätsbewertung von Studien werden weitgehend ausgeklammert.

Daher kann dieses Buch Hilfestellungen für den Einstieg in die Durchführung von Studien bieten, für ein umfangreiches Verständnis müssen jedoch weitere Nachschlagewerke zurate gezogen werden. Mit nur 143 Seiten ist es von zwölf Wissenschaftlern aus der medizinischen Biometrie und verschiedenen chirurgischen Fachrichtungen verfasst und kann daher als Beispiel erfolgreicher interdisziplinärer Kooperation gelten, indem sowohl die Verständlichkeit als auch die sachliche Richtigkeit sichergestellt werden. Maria Blettner

Dirk Stengel, Mohit Bhandari, Beate Hansen: Statistik und Aufbereitung klinischer Daten. Thieme, Stuttgart, New York 2011, 143 Seiten, kartoniert, 49,95 Euro

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