ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2011Maike Pincus: Der „fetalen Programmierung“ auf der Spur

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Maike Pincus: Der „fetalen Programmierung“ auf der Spur

Hibbeler, Birgit

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Maike Pincus, Foto: privat
Maike Pincus, Foto: privat

Ob ein Mensch eine Allergie bekommt, hängt von genetischen Faktoren ab und von Umwelteinflüssen. Das ist Dr. med. Maike Pincus (34) bestens bekannt. Sie arbeitet in der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Pincus weiß aber auch: Schon die ersten neun Monate, also die Zeit im Mutterleib, gehen nicht spurlos an einem Kind vorbei. „Das Leben beginnt nicht erst mit der Geburt“, sagt Pincus. Ein Beispiel für diese „fetale Programmierung“: Stress der Mutter kann allergische Erkrankungen begünstigen.

In ihrer Forschung hat Pincus diesen Zusammenhang zunächst am Maus-Modell untersucht. Das Erstaunliche: Besonders weibliche Feten waren empfänglich für die Belastung. Diesen Effekt konnte sie später auch am Menschen zeigen. Im Rahmen einer Kohortenstudie in Berlin wurde ein höheres Risiko für atopische Dermatitis bei Mädchen nachgewiesen, deren Mütter in der Schwangerschaft einen niedrigen Progesteronspiegel hatten. Die Ausschüttung von Progesteron wird durch Stress beeinflusst, wobei die soziale Unterstützung der Schwangeren ihre Stresswahrnehmung maßgeblich bestimmt. 

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Für Pincus sind die Erkenntnisse über fetale Programmierung wichtig, damit Prävention so früh wie möglich ansetzen kann. Allerdings plädiert die junge Ärztin, die selbst gerade erst vor wenigen Wochen zum zweiten Mal Mutter geworden ist, für eine differenzierte Herangehensweise. Man dürfe Schwangere auch nicht unnötig verunsichern.

Für ihre Arbeit erhielt Pincus nun den mit 4 000 Euro dotierten Wissenschaftspreis des Deutschen Ärztinnenbundes. Birgit Hibbeler

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