KULTUR

Kulturkalender: Die andere Seite des Mondes

Dtsch Arztebl 2011; 108(42): A-2236 / C-1866

Schuchart, Sabine

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Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

Bis 18. März 2012:

Ai Weiwei in New York

Seine vielen Jahre in New York haben ihn und sein Werk geprägt. Heute ist Ai Weiwei der bekannteste chinesische Gegenwartskünstler. In die USA war er vor den Repressionen seines Heimatlandes geflohen. Er war bitterarm und auf der Suche nach seinem künstlerischen Weg. Die Kamera wurde zum täglichen Begleiter: Zwischen 1983 und 1993 hielt Ai in mehr als 10 000 Fotografien seine persönlichen Erfahrungen, Gedanken und Eindrücke in New York fest – faszinierende Dokumente einer politischen und künstlerischen Aufbruchzeit. Für die erste von ihm selbst kuratierte Präsentation 2009 in Peking wählte er circa 220 Aufnahmen aus, die – nach der zweiten Station New York – nun in Berlin zu sehen sind.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7/ Stresemannstraße 110, Mi.–Mo. 10–20 Uhr

BONN

Bis 8. Januar 2012:

Laura Owens

Nach Museumsausstellungen in Los Angeles (2003), Zürich (2006) und Maastricht (2007) gibt es nun auch hierzulande Gelegenheit, die zwischen Abstraktion und Figürlichkeit changierende vitale Bildsprache der Amerikanerin Laura Owens (*1970) kennenzulernen. Neben den Gemälden führen etwa 50 Künstlerbücher die Breite ihres Gestaltungsansatzes vor Augen: von abstrakten Papiercollagen über Stickereien, Stoffdrucke, Übermalungen alter Tier- und Pflanzendrucke bis hin zu ornamentalen Bleistiftzeichnungen.

Kunstmuseum, Friedrich-Ebert-Allee 2, Di.–So. 11–18, Mi. 11–21 Uhr

DÜSSELDORF

22. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012:

Die andere Seite des Mondes

Acht Frauen repräsentierten im Europa der 1920er und 1930er Jahre die weibliche Seite der künstlerischen Avantgarde: Sonia Delaunay, Sophie Taeuber-Arp, Florence Henri, Dora Maar, Claude Cahun, Hannah Höch und – weniger bekannt – Katarzyna Kobro und Germaine Dulac. Ihr vielgestaltiges visionäres Werk gilt es wieder- beziehungsweise neu zu entdecken.

Kunstsammlung NRW, Grabbeplatz 5, Di.–Fr. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr

FRANKFURT/M.

Foto: Liebieghaus SkulpturensammlungFrankfurt am Main
Foto: Liebieghaus Skulpturensammlung
Frankfurt am Main

27. Oktober 2011 bis 4. März 2012:

Niclaus Gerhaert

Heute weitgehend unbekannt, war der Niederländer (um 1430–1473) in seiner Zeit wegen der Lebensnähe, Originalität und virtuosen Ausführung seiner Skulpturen (Bild: Heilige Maria Magdalena, Straßburg, 1462) sehr berühmt. Die erste monografische Ausstellung zu Niclaus Gerhaert von Leyden kam nach umfangreichen Forschungs- und Restaurierungsarbeiten zustande. Gezeigt werden circa 70 Plastiken, davon 20 aus der Hand des Meisters und seiner Werkstatt.

Liebieghaus, Schaumainkai 71, Di. und Fr.–So. 10–18, Mi./Do. 10–21 Uhr

MÜNCHEN

Bis 8. bzw. 22. Januar 2012:

Ellsworth Kelly

Ein neuer Ellsworth Kelly jenseits der hartkantigen Stahlskulpturen und reduzierten abstrakten Gemälde: Seine erlesenen Zeichnungen und Lithographien von Pflanzen sind derzeit in der Pinakothek ausgestellt. Der 88-jährige Amerikaner und Protagonist der Farbfeldmalerei sieht sie als Basis seines gesamten Werks an. Parallel dazu, ebenso beeindruckend: Die Retrospektive seiner schwarz-weißen Werke im Haus der Kunst, die etwa ein Viertel seines Œuvres ausmachen.

Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, Di.–So.10–18, Do. 10–20 Uhr; Haus der Kunst, Prinzregentenstraße1, Mo.–So. 10–20, Do. 10–22 Uhr

Wiesbaden

28. Oktober 2011 bis 5. Februar 2012:

Farbe – Abstraktion – Serie

Die Begriffe des Ausstellungstitels waren für beide Künstler, die mit jeweils 50 Arbeiten präsentiert werden, von zentraler Bedeutung: Alexej von Jawlensky (1864–1941) und Josef Albers (1888–1976). Anders als Albers wandte sich Jawlensky aber nie völlig vom Gegenständlichen ab.

Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, Di. 10–20, Mi.–So. 10–17 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Mystisches von Goethe bis Gursky

Werke von Gegenwartskünstlern wie Joseph Beuys, Andreas Gursky, Martin Kippenberger, Katharina Sieverding, James Turrell und Erwin Wurm stehen wundersamen Objekten aus Religion, Wissenschaft und Alltag von der antiken Zauberschale über Goethes Zauberkasten bis hin zu sogenannten Wunderpillen gegenüber. Mit Hilfe dieses interdisziplinären Dialogs möchte die Schau, die in Kooperation mit der Siemens-Stiftung entstand, das komplexe Phänomen des Wunders erleuchten. Welche Formen kann es annehmen? Welche Aufgabe erfüllt das rational Unerklärbare für die Gesellschaft, und worin besteht die Magie transzendenter Erlebnisse? Ein Beispiel sind die „Geisterhände“ (Bild) – Gipsabgüsse, die 1921 bei einer Séance entstanden und die Existenz überirdischer Kräfte beweisen sollten.

„Wunder“: Deichtorhallen, Deichtorstr. 1–2, Hamburg, Di.–So 11–18, 1. Do. im Monat 11–21 Uhr (bis 5. Februar 2012).

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