ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2011Asthma bronchiale: Erster molekularer Marker für Therapieansprechen

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Asthma bronchiale: Erster molekularer Marker für Therapieansprechen

Dtsch Arztebl 2011; 108(42): A-2226 / B-1879 / C-1857

Vetter, Christine

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Etwa ein Drittel der Patienten mit einem Asthma bronchiale spricht nicht oder nur unzureichend auf die übliche Behandlung mit Kortikoiden an. Den genetischen Hintergrund hierfür haben US-amerikanische Wissenschaftler um Kelan G. Tantisira untersucht. Sie haben eine Vielzahl von SNP-Kandidaten (Single-Nucleotid-Polymorphismen) bei Kindern mit Asthma sowie deren Eltern analysiert. Dabei wurde eine Assoziation zwischen einer Variation des Glucocorticoid-induced transcript 1-Gens (GLCCI1-Gen) rs37972 und der Ein-Sekunden-Kapazität (FEV1) auf inhalative Steroide nachgewiesen.

Beim Abgleich mit den gepoolten Daten aus Therapiestudien fanden die Autoren, dass Asthmatiker, die homozygot das mutierte Allel rs37972 des Gens aufweisen, gegenüber Asthmatikern, die homozygot für das Wildtyp-Allel sind, eine nur eingeschränkte FEV1-Reaktion auf die Steroid-Inhalation zeigen. So lag der mittlere Anstieg der Einsekundenkapazität bei Patienten mit homozygotem rs37972 bei 3,2 ± 1,6 % gegenüber 9,4 ± 1,1 % bei Asthmatikern mit nichtmutiertem Gen. Er war damit nur etwa ein Drittel so hoch wie bei Patienten mit Wildtyp-Allel. Das Risiko einer eingeschränkten Therapieantwort ist somit bei Vorliegen der Genvariation signifikant erhöht (OR 2,36, 95-%-KI, 1,27–4,41).

Fazit: „Der klinische Effekt ist spürbar, aber nicht überwältigend“, schreibt Jeffrey M. Drazen, Boston, dazu in einem Editorial. Die neuen Erkenntnisse sind aus seiner Sicht ein deutlicher Fortschritt, aber wohl erst ein Anfang auf dem Weg hin zu einer personalisierten, auf genetischen Merkmalen basierenden Therapie beim Asthma bronchiale.

Christine Vetter

Tantisira KG et al.: Genomewide association between GLCCI1 and response to glucocorticoid therapy in Asthma. NEJM 2011; 365: 1173–83.

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