ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2011Kasseninsolvenzen: BKK für Heilberufe steht vor dem Aus

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Kasseninsolvenzen: BKK für Heilberufe steht vor dem Aus

Dtsch Arztebl 2011; 108(42): A-2188 / B-1848 / C-1828

dapd; afp

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Vor der Pleite: Die Krankenkasse muss voraussichtlich zum 1. Januar 2012 schließen. Foto: dpa
Vor der Pleite: Die Krankenkasse muss voraussichtlich zum 1. Januar 2012 schließen. Foto: dpa

Die circa 80 000 Versicherten der vor der Insolvenz stehenden BKK für Heilberufe können nach den Worten von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) in jede andere gesetzliche Krankenkasse wechseln. „Jede Kasse muss einen von der Schließung betroffenen Versicherten aufnehmen. Das gilt, egal welche Erkrankungen vorliegen, wie alt die Person ist oder wie viel sie verdient“, sagte der Politiker der Zeitung „Bild am Sonntag“. Hinzu komme, dass Leistungen wie Heil- und Hilfsmittel, die die alte Kasse bezahlt habe, auch die neue Kasse weiterbezahlen müsse.

Der finanziell angeschlagenen BKK für Heilberufe droht zum 1. Januar 2012 das Aus, nachdem ein potenzieller Fusionspartner abgesprungen war. Das Bundesversicherungsamt will demnach voraussichtlich bis Anfang November über die Schließung entscheiden.

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Im Juli war mit der bankrotten City-BKK erstmals eine gesetzliche Kasse geschlossen worden. Ihre vorwiegend in Berlin und Hamburg lebenden Mitglieder hatten danach teils erhebliche Probleme beim Wechsel, viele wurden von anderen Kassen nach eigenen Angaben mit fadenscheinigen Argumenten abgewimmelt. Ein Chaos wie damals solle verhindert werden, sagte Bahr.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht allerdings davon aus, dass es für Versicherte der insolventen BKK für Heilberufe erneut zu Schwierigkeiten beim Krankenkassenwechsel kommen wird. „Das wird nicht problemlos laufen“, sagte Lauterbach der „Saarbrücker Zeitung“. Das System sei schlecht auf solche Fälle vorbereitet, wie die Pleite der City-BKK gezeigt habe. dapd/afp

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