ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2011Operationen: Elektive Eingriffe an ein Gutachten binden
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. . . Die Kernfrage, die Pässler mit dem Internetportal zur Diskussion stellt und die beantwortet werden muss, lautet doch: Auf welcher Evidenz beruht die Entscheidung für einen elektiven Eingriff?

Da wäre an erster Stelle die externe, aus den physikalischen Gesetzen der Mechanik abgeleitete Evidenz, aus der speziell in der Orthopädie die Indikationen für Eingriffe abgeleitet werden. Außer für Kniegelenksoperationen liegen keine RCTs aus der Chirurgie vor. Die zwei von Prof. Dr. med. Hartwig Bauer zitierten Studien zu unterlassenen beziehungsweise ausgeführten Operationen am Kniegelenk belegen deren Nutzlosigkeit. Trotzdem werden sie nur unvollkommen in der Praxis berücksichtigt, wie die von der Barmer-GEK vorgelegten Zahlen belegen. Auch die interne Evidenz der jeweiligen Ärzte wird von Prof. Dr. med. Peer Eysel infrage gestellt.

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Es ist unverständlich, dass der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, nicht das Angebot Pässlers zum Vorteil seiner Verbandsmitglieder aufgreift. Dabei existiert seit Jahren ein Präzedenzfall: Die Bewilligung einer Psychotherapie durch die Krankenkassen ist an ein Gutachterverfahren gekoppelt. Bei diesem Verfahren ist ein Kontakt zwischen dem Gutachter im Auftrag der Krankenkassen und dem Patienten nicht vorgesehen und noch nie juristisch beanstandet worden. Würden die Krankenkassen den Gedanken von Pässler aufgreifen und elektive Eingriffe an ein Gutachten binden, läge das im Interesse aller Beteiligten.

Dr. med. Walter Benoit, 58849 Herscheid

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