ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1996Fortschreibung des Rheumaberichtes: Patientenversorgung steht im Mittelpunkt

POLITIK: Aktuell

Fortschreibung des Rheumaberichtes: Patientenversorgung steht im Mittelpunkt

Glöser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Da rheumatische Erkrankungen in der Bevölkerung stark zunähmen, bedürfe es dringend der Fortschreibung des Rheumaberichts. In einem gemeinsamen Antrag forderten daher die Bonner Bundestagsfraktionen aus CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP die Bundesregierung auf, den Rheumabericht aus dem Jahr 1987 fortzuschreiben. Der Antrag sieht vor, die Effektivität bisheriger gesundheitspolitischer Maßnahmen zu überprüfen und die Daten rheumatischer Erkrankungen auf den neuesten Stand zu bringen. Auch neue Themenschwerpunkte sollen berücksichtigt werden.


Reformkonzepte in der Ausbildung
Auf dem Gebiet der Aus- und Weiterbildung sieht der Antrag folgende Maßnahmen vor: Der Stellenwert der Rheumatologie in der Hochschullehre und der ärztlichen und nichtärztlichen Ausbildung soll hinterfragt werden. Anhand der Anzahl planmäßiger Lehrstühle könne man überprüfen, ob die Rheumatologie in der akademischen Lehre inzwischen angemessen beachtet worden sei. Außerdem soll der Bericht darüber Aufschluß geben, inwieweit die Aktualisierung der Ärztlichen Approbationsordnung (7. Änderungsverordnung vom 21. 12. 1989) "zu einer ausreichenden Würdigung rheumatologischer Fragestellungen geführt hat und welche Verbesserungen in den aktuellen Reformkonzepten der Ärzteausbildung zu erwarten sind". Ferner sei es notwendig, die 1987 angestrebte stärkere Gewichtung rheumatischer Erkrankungen in der Ausbildung nichtärztlicher Heilberufe (Masseure, Krankengymnasten) neu zu bewerten. Eine Einschätzung der rheumatologischen Fortbildung halten die Politiker für ebenso notwendig. Dazu gehörten die von den Regionalen Rheumazentren ausgehenden Fortbildungsansätze sowie die Fortbildungskonzepte der Berufsverbände.
Die Parlamentarier fordern eine differenzierte Darstellung der Versorgungslage von Rheumapatienten sowie der Ergebnisse des 1987 formulierten Vorhabens der Bundesregierung, die medizinische Versorgung der Rheumakranken durch die Bundesmodellförderung von 21 Regionalen Rheumazentren zu verbessern. Erstmals soll der Rheumabericht auch die soziale Rehabilitation und Integration von rheumakranken Menschen berücksichtigen. Dazu zählten die Entwicklung der ambulanten Pflege sowie des "barrierefreien Wohnens". Weiterhin sollen bestehende "Arbeitsförderungsinstrumente" auf ihre Wirksamkeit hin analysiert und konzeptionelle Perspektiven zur Steigerung des Beschäftigungsniveaus aufgezeigt werden. Benachteiligungen und Gefährdungen von rheumakranken Menschen im privaten Lebensbereich seien zudem festzuhalten. Die Neufassung des Rheumaberichtes biete ferner Gelegenheit, eine "gebündelte und zukunftsgerichtete gesundheitspolitische Standortbestimmung" in der Kinderrheumatologie vorzunehmen. Da "eine zunehmend größere Zahl von Rheumapatienten auf alternative Heilverfahren vertraut", seien Forschungsprojekte nötig, die überprüfen, inwieweit unkonventionelle, alternative Behandlungsmethoden wirksam sind, heißt es weiter. Zudem sollen Fortschritte in der Grundlagenforschung rheumatischer Erkrankungen dargelegt und bewertet werden. Auch das derzeitige Standardisierungsniveau der klinischen Dokumentation sei von Interesse sowie deren Verwertbarkeit für Forschungsprojekte und Qualitätsverbesserungen in der klinischen Routine. SG

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote