ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1996Neue Rechtslage: Hürden niedriger

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Neue Rechtslage: Hürden niedriger

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LNSLNS Nach der jüngsten Grundsatzentscheidung des Bundessozialgerichts (Az.: 6 RKa 62/94) gilt auch weiterhin, daß der Ersatz von Heroin durch Methadon allein noch keine Krankenbehandlung darstellt, die von den Krankenkassen zu bezahlen ist. Allerdings müssen die gesetzlichen Krankenkassen künftig auch dann die Kosten für die Substitution mit dem Ersatzstoff übernehmen, wenn die Betroffenen neben ihrer Suchtproblematik eine Krankheit aufweisen, deren erfolgversprechende Behandlung die "Beherrschung" der Opiatabhängigkeit voraussetzt und somit auch die Vergabe von Methadon. Dieses Votum zielt darauf ab, daß die mancherorts sehr eng ausgelegten Grenzen für einen Anspruch auf kassenfinanzierte Substitution erweitert werden. Der Forderung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in diesem Prozeß, als Voraussetzung die mögliche Lebensgefahr für abhängige Patienten festzuschreiben, entsprach das Gericht nicht.
Gleichzeitig entschied das BSG, daß Drogenabhängige und, sofern sie versichert sind, die für sie zuständige Krankenkasse künftig an der Entscheidung über die Zulässigkeit einer Methadon-Therapie beteiligt werden müssen. Der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen wird verpflichtet, die seit 1990 gültigen NUBRichtlinien über Methadon entsprechend zu ändern. Damit soll den Kassen offenbar die Möglichkeit gegeben werden, bei Fällen, für die eine zeitlich befristete Vergabe des Methadon indiziert ist, eine Finanzierung auf unabsehbare Dauer abwehren zu können. IW
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