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LNSLNS Gentherapie
Denkanstöße
Christoph Rehmann-Sutter, Hansjakob Müller (Hrsg.): Ethik und Gentherapie. Zum praktischen Diskurs um die molekulare Medizin, Attempto Verlag, Tübingen, 1995, 218 Seiten, kartoniert, 39 DM
An die Forschungsergebnisse der Gentherapie knüpften sich hohe Erwartungen – nicht nur auf der Seite der Therapeuten, sondern auch bei ungezählten, von Erbkrankheiten betroffenen Patienten. Dennoch wollten die Autoren der Monographie, die auf ein Symposium der Schweizerischen Gesellschaft für biomedizinische Ethik im Juni 1994 zurückgeht, auf mögliche Gefahren und Varianten des potentiellen Mißbrauchs der gentherapeutischen Methoden hinweisen.
Während die "somatische" Gentherapie Veränderungen nur am einzelnen Individuum mit therapeutischer Zielstellung sucht, wird durch die – bislang verbotenen – Keimbahneingriffe eine Veränderung an der menschlichen Erbsubstanz erzeugt.
In 16 Beiträgen finden differenzierte medizinische, ethische und juristische Überlegungen ihren Platz.
Die Gefahren durch Manipulationen am menschlichen Genom mit solchen Folgen wie genetischer Identität werden eindrucksvoll erörtert, wichtig erscheint jedoch auch der immer wieder auftauchende Hinweis, daß wohl bestimmte Gefahren mit dem heutigen Erkenntnisstand noch nicht einschätzbar beziehungsweise prognostizierbar sind.
Diesen Gefahren jedoch stehen genaue Analysen der im Moment bekannten und für eine somatische Gentherapie in Betracht kommenden Erkrankungen, wie zum Beispiel Fragile-X-Syndrom, die zystische Fibrose oder andere, nichterbliche Krankheiten, entgegen.
Die dafür notwendigen regulativen Kriterien werden umfangreich dargestellt, deutsche und schweizerische Gesetzesgrundlagen analysiert, klinische Prüfverfahren auf ihre Lückenlosigkeit hin untersucht.
Andreas Dehne,
Siegen

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