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Den Autoren sei gedankt für ihre gelungene Zusammenfassung dieses komplexen Themas (1); erlaubt seien aber auch aus facharztpraktischem Blickwinkel einige ergänzende Anmerkungen.

Obwohl ihr Titel den Gesamtüberblick aller hormonellen Verhütungsmethoden verheißt, beschränkt sich die Arbeit dann nur auf Kombinationspräparate, und der Schwerpunkt liegt dabei auf den Pillen. Die Begründung, alle anderen Methoden spielten in Deutschland eine untergeordnete Rolle, mag zwar stimmen, enttäuscht aber die Erwartung einer Komplettdarstellung und einer erst damit möglichen suffizienten Vergleichbarkeit. Unberücksichtigt bleibt so auch die Tendenz bei vielen Frauen, keine Hormone mehr schlucken zu wollen und echte Alternativen zu suchen – die es ja in der Tat gibt, und das in hoher Qualität.

Zumindest die langzeitwirksamen Gestagenmethoden sind den Pillen gerade wegen der Reduzierung von Anwendungsfehlern in Bezug auf den Pearl Index sogar deutlich überlegen. Die (zu Beginn) gehäuften Zwischenblutungen lassen sich durch die richtige Auswahl der Patientin und sorgfältige Aufklärung relativieren; der Erfolg wird letztlich an der langfristig meist problemlos zu erzielenden Amenorrhö gemessen. Bei der Risikodiskussion steht die Östrogenfreiheit (wie sie die Gestagenmethoden naturgemäß alle bieten) beziehungsweise die Östrogenreduktion im Vordergrund: Für Frauen mit Wunsch nach einem regelmäßigen Zyklus gilt es dann die Hormonexpositionsdaten zu berücksichtigen, die als „area under the curve“ (AUC) des Ethinylestradiols über den Gesamtzyklus gesehen deutliche Unterschiede ausweisen (2). Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund verdient der parenterale und hier eben vor allem der vaginale Zugang über den Verhütungsring viel stärkere Beachtung.

Neuere Methoden, noch dazu den etablierten überlegene, sind in der Diskussion unverzichtbar; Individualisierung und Risikominimierung sind die wesentlichen Schritte zu mehr Zufriedenheit und Gesundheit auf Seiten der Frau.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0768c

Dr. med. Ludwig N. Baumgartner

Privatpraxis für Frauenheilkunde, München-Flughafen

baumgartner@airportgyn.de

Interessenkonflikt
Dr. Baumgartner erhielt Honorare für Beratertätigkeiten von der Firma MSD. Teilnahmegebühren für Kongress-/Fortbildungsveranstaltungen sowie Reise- und Übernachtungskosten wurden für ihn erstattet von den Firmen Bayer,
Jenapharm, MSD und Pfizer. Darüber hinaus bekam er Vortragshonorare von den Firmen Bayer, Jenapharm, MSD und Rottapharm-Madaus.

1.
Wiegratz I, Thaler CJ: Hormonal contraception: what kind, when, and for whom? Dtsch Arztebl Int 2011; 108(28–29): 495–506. VOLLTEXT
2.
Van den Heuwel MW, et al.: Comparison of ethinylestradiol pharmacokinetics in three hormonal contraceptive formulations: the vaginal ring, the transdermal patch and an oral contraceptive. Contraception 2005; 72: 168–174. CrossRef MEDLINE
1.Wiegratz I, Thaler CJ: Hormonal contraception: what kind, when, and for whom? Dtsch Arztebl Int 2011; 108(28–29): 495–506. VOLLTEXT
2.Van den Heuwel MW, et al.: Comparison of ethinylestradiol pharmacokinetics in three hormonal contraceptive formulations: the vaginal ring, the transdermal patch and an oral contraceptive. Contraception 2005; 72: 168–174. CrossRef MEDLINE

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