ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2011Schwerwiegende Bedenken
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Der ausführliche Artikel zum dem Thema der Antikonzeption bringt eine Fülle wichtiger Details (1). Umso mehr fällt auf, dass zum Gestagen der sogenannten Drittgeneration – Drospirenon – kein einziges Wort verloren wird.

Erneut wurde jüngst in zwei industrieunabhängigen Studien (2) eine zwei- bis dreifach erhöhte Neigung zu Thromboembolien im Vergleich zur Einnahme der sehr viel preiswerteren Levonorgestrel-haltigen Präparate belegt. Das Arzneitelegramm hat über Jahre in zahlreichen Artikeln auf diesen schon lange bestehenden Verdacht hingewiesen (3) – ebenso wie der Arzneimittelbrief (4). Auch die Laienpresse hat sich dieses Themas längst angenommen (wie etwa Spiegel, Süddeutsche Zeitung), zahlreiche Klagen sind gegen Bayer anhängig – die FDA berichtet von einer Übersterblichkeit von Frauen, die Drospirenon-haltige Kontrazeptiva einnehmen.

Das alles mag noch immer kein Beweis sein (obwohl ich mich frage, auf was da noch gewartet werden sollte …), ich halte es jedoch für nahezu skandalös, dass in dieser Arbeit noch nicht einmal über diese schwerwiegenden Bedenken berichtet und nachgedacht wird. Hängt das möglicherweise mit den genannten potenziellen Interessenkonflikten zusammen?

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0769a

Dr. med. Joachim Pries

Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin, Korbach

joachim.pries@staff.uni-marburg.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Wiegratz I, Thaler CJ: Hormonal contraception: what kind, when, and for whom? Dtsch Arztebl Int 2011; 108(28–29): 495–506. VOLLTEXT
2.
Parkin L, Sharples K, Hernandez R, Jick S: Risk of venous thromboembolism in users of oral cortraceptives containing drospirenone or levonorgestrel: nested case-control study based on UK General Practice. BMJ 2011; 342: d2139. CrossRef MEDLINE
3.
N. N.: Nebenwirkungen – Neues zu Thromboembolien unter Drospirenon-Pillen (in Yasmin u. a.): a-t 2011; 42: 48.
4.
N. N.: Häufigkeit zu Thromboembolien unter oraler Kontrazeptiva mit unterschiedlichen Gestagenen. AMB 2009; 43: 87.
1.Wiegratz I, Thaler CJ: Hormonal contraception: what kind, when, and for whom? Dtsch Arztebl Int 2011; 108(28–29): 495–506. VOLLTEXT
2.Parkin L, Sharples K, Hernandez R, Jick S: Risk of venous thromboembolism in users of oral cortraceptives containing drospirenone or levonorgestrel: nested case-control study based on UK General Practice. BMJ 2011; 342: d2139. CrossRef MEDLINE
3.N. N.: Nebenwirkungen – Neues zu Thromboembolien unter Drospirenon-Pillen (in Yasmin u. a.): a-t 2011; 42: 48.
4.N. N.: Häufigkeit zu Thromboembolien unter oraler Kontrazeptiva mit unterschiedlichen Gestagenen. AMB 2009; 43: 87.

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