ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1998Harninkontinenz: Propiverin ist gut verträglich

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Harninkontinenz: Propiverin ist gut verträglich

Dtsch Arztebl 1998; 95(20): A-1255 / B-1047 / C-975

Lei

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Die anticholinerge Wirkung der Substanzen, die in der medikamentösen Therapie der Inkontinenz eingesetzt werden, bedingt gleichzeitig die störendste Begleitwirkung: die Mundtrockenheit. Verglichen mit dem "Goldstandard" Oxybutynin, ist Propiverin bei ähnlicher Effizienz deutlich verträglicher, wie eine europäische Studie ergab. Am Rande des Europäischen Urologenkongresses in Barcelona hat Prof. Klaus Höfner (Hannover) die Ergebnisse vorgestellt.
Von den 366 Patienten mit Urge-Inkontinenz erhielten in der randomisierten, prospektiven Doppelblindstudie jeweils knapp 150 Teilnehmer Propiverin (Mictonorm®, Apogepha) 15 mg dreimal täglich oder aber Oxybutynin zweimal 5 mg pro Tag, der Rest entfiel auf Plazebo über vier Wochen. Bei der Zystometrie zeigte sich unter den Verumsubstanzen eine vergleichbare Zunahme der maximalen Blasenkapazität ohne vermehrte Restharnbildung. Unter Propiverin besserte sich der Gaudenz-UrgeScore, die Beschwerden nahmen - ähnlich wie in der Oxybutynin-Gruppe - signifikant ab. Bei vergleichbarer Effizienz auf die Inkontinenz erwies sich Propiverin jedoch als besser verträglich: Während unter Oxybutynin in 66,9 Prozent Mundtrockenheit auftrat, lag dieser Wert mit 53,4 Prozent unter Propiverin niedriger (Plazebo: 27,8). Außerdem gaben diese Patienten, so Höfner, einen geringeren Schweregrad der Mundtrockenheit an - speziell auch diejenigen, die unter schweren Symptomen litten.
Die verminderte Rate an anticholinergen Nebenwirkungen ist möglicherweise auf den dualen Wirkmechanismus der Substanz zurückzuführen. Propiverin setzt über seine aktiven Metaboliten nicht nur an den Muskarinrezeptoren (anticholinerges System) an und bewirkt somit die Relaxation der Blase, sondern zeigt - zumindest in vitro - auch eine kalziumantagonistische Wirkung an den beteiligten glattmuskulären Zellen der Harnblase.
Bei Hypertonikern seien jedoch keine Interaktionen bei gleichzeitiger Gabe gefäßwirksamer Kalziumantagonisten zu erwarten, so der Pharmakologe Prof. W. Siegmund (Greifswald). Bei älteren Patienten wurde in einer aktuellen Studie kein Anstieg von kardialen Ereignissen dokumentiert. Die gute Verträglichkeit konnte auch in einer Anwendungsbeobachtung bei 4 390 Patienten bestätigt werden. Lei

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