ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2011Randnotiz: Hoffentlich DAK-versichert

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Randnotiz: Hoffentlich DAK-versichert

Dtsch Arztebl 2011; 108(45): A-2369 / B-2001 / C-1973

Schlitt, Reinhold

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Ihre Patienten wissen es, Sie wissen es: Weil die Krankenkassen längst nicht mehr alles zahlen dürfen, bieten sie wenigstens die Vermittlung von Zusatzversicherungen an. Preiswert und gut ist das, wie sich herumgesprochen hat. Und praktisch obendrein, wird sich ein DAK-Versicherter gedacht haben. Der hatte sich schon lange über den Zusatzbeitrag geärgert und wollte diesen „wegklagen“ – mit Hilfe der preiswerten DAK-Patientenrechtschutzversicherung, die er dann eigens dafür abgeschlossen hätte.

Aber ach, er hätte es ahnen können: „Die Gewährung von Rechtschutz für Klagen gegen die DAK ist von der Patientenrechtschutzversicherung nicht erfasst“, teilte ihm dieser Tage eine Sachbearbeiterin der Versicherung auf Anfrage mit. Wäre ja auch noch schöner. Wo käme die DAK hin, wenn sie ihren eigenen Querulanten auch noch zu billigem Rechtschutz verhülfe?

Obwohl, die Sache kann man auch anders sehen. Besteht der Verdacht eines Behandlungsfehlers, kann (und soll) die Kasse Versicherte bei der Durchsetzung eines Schadensersatzanspruchs unterstützen (§ 66 SGB V). Das ist aufwendig und kostet Geld. Mit der neuen Police könnten mehr Versicherte als bisher auf die Idee kommen, selbst vor Gericht zu ziehen. Die Kosten übernähme ja ihre Rechtschutzversicherung.

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Im Schatten einer solchen Auseinandersetzung könnten die Kassenmitarbeiter seelenruhig den Ausgang des Rechtsstreits abwarten. Darüber, dass der Patient letztlich mit seinem DAK-Rechtschutzversicherungsbeitrag auch für das zahlt, was seine Kasse sonst wohl von sich aus getan hätte, sehen wir mal großzügig hinweg – noch ganz fasziniert von dem pfiffigen Gedanken.

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