ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2011Säuglingstode in Bremen: Erneut Diskussion um Krankenhaushygiene

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Säuglingstode in Bremen: Erneut Diskussion um Krankenhaushygiene

Dtsch Arztebl 2011; 108(45): A-2369 / B-2001 / C-1973

Hillienhof, Arne; dapd

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Nach dem Tod dreier Frühchen im Klinikum Bremen-Mitte ist die Diskussion um die Krankenhaushygiene neu entflammt. Während die Politik ankündigte, das Infektionsschutzgesetz erneut auf den Prüfstand zu stellen, mahnte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ausreichende Finanzmittel zur Umsetzung von Hygienemaßnahmen in Kliniken an.

Drei Frühgeborene sind im Klinikum Bremen-Mitte an einer Klebsiella-Infektion gestorben. Foto: dpa
Drei Frühgeborene sind im Klinikum Bremen-Mitte an einer Klebsiella-Infektion gestorben. Foto: dpa

„Die Bundesregierung darf sich nicht darauf zurückziehen, den verbesserten Infektionsschutz nur einzufordern. Sie muss prüfen, ob die anstehenden Kürzungen in den Krankenhäusern nicht ausgesetzt werden können“, forderte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Laut Koalitionsplänen sollen die Kliniken durch Preisbegrenzungen circa 600 Millionen Euro einsparen, um die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) zu entlasten. „Ohne die Chance, zumindest die Inflationsrate ausgeglichen zu bekommen, wird der Kosten- und Rationalisierungsdruck in den Krankenhäusern weiter verschärft“, warnte Baum. Angesichts der Todesfälle plädierte er erneut dafür, die Kürzungen zu stoppen.

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Die GKV wies die Forderungen der Krankenhäuser nach zusätzlichen finanziellen Ressourcen umgehend zurück. „Kaum sind Berichte über Hygienemängel in den Medien, ruft die Deutsche Krankenhausgesellschaft nach mehr Geld für ihre Klientel“, kritisierte Verbandssprecher Florian Lanz. Dabei erhielten die Kliniken in diesem Jahr mehr als 60 Milliarden Euro aus den Portemonnaies der Beitragszahler. „Im kommenden Jahr werden es noch einmal rund 2,5 Milliarden Euro mehr“, so Lanz.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, Ulrike Flach (FDP), kündigte an, das Infektionsschutzgesetz werde erneut auf den Prüfstand gestellt. Die Handhabung in den Bundesländern sei unterschiedlich und es gebe „Defizite im Vollzug der Vorschriften“. hil/dapd

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