ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2011Organspende: Gesundheitsökonomen für Bonus-Malus-Regelung

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Organspende: Gesundheitsökonomen für Bonus-Malus-Regelung

Dtsch Arztebl 2011; 108(45): A-2368 / B-2000 / C-1972

Rieser, Sabine

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Die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (dggö) hat es in einer Stellungnahme begrüßt, dass die Bundesbürger durch „sanften Druck“ in Form einer Entscheidungslösung dazu bewogen werden sollen, eine Erklärung für oder gegen eine Organspendebereitschaft abzugeben. Sie hält aber Ergänzungen für notwendig, weil sonst viele Befragte erklären würden, sich lieber später zu entscheiden.

Geben und Nehmen: Wer zur Organspende bereit ist, würde bevorzugt, wenn er selbst ein Organ braucht. Foto: mauritius images
Geben und Nehmen: Wer zur Organspende bereit ist, würde bevorzugt, wenn er selbst ein Organ braucht. Foto: mauritius images

So sollten zur Organspende bereite Bürger, die selbst ein Organ benötigen, auf der Warteliste einen Bonus bekommen. Bürger, die erklärt haben, nicht spenden zu wollen, würden umgekehrt einen Malus erhalten. „Diese Regel der Gegenseitigkeit wird dazu führen, dass die Bürger sich in ihrer Spendebereitschaft auch in die Rolle des potenziellen Empfängers versetzen werden“, heißt es in der Stellungnahme. Zugleich werde die Ungerechtigkeit ausgeräumt, dass bei zwei gleich geeigneten und bedürftigen Empfängern heute auch der ein Organ erhalten könne, der selbst einer Spende widersprochen habe.

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Darüber hinaus schlägt die dggö vor, ein bundesweites Register anzulegen, um Erklärungen für oder gegen eine Spende zu dokumentieren. Dies erspare allen Beteiligten die Belastungen des Angehörigengesprächs. Sie würden informiert, müssten aber keine Entscheidung treffen. Die Stellungnahme ist unter www.dggoe.de abrufbar. Rie

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