ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2011Hans-Herbert Wegener: Im Austausch unermüdlich

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Hans-Herbert Wegener: Im Austausch unermüdlich

Dtsch Arztebl 2011; 108(45): A-2409 / B-2029 / C-2001

Korzilius, Heike

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Hans-Herbert Wegener, Foto: privat
Hans-Herbert Wegener, Foto: privat

„Was in 20 Jahren auch an Freundschaften entstand, darf nicht verloren gehen“, erklärt Dr. med. Hans-Herbert Wegener (74) seinen ungebrochenen Einsatz für die Deutsch-Baltische Ärztegesellschaft (www.deutsch-baltische-aerzte.de). Seit ihrer Gründung 1991 gehört der Berliner Pathologe dem Vorstand an, von 1991 bis 1999 war und seit 2007 ist er Vorsitzender.

Angefangen hat alles mit dem Besuch eines Kollegen aus Tallinn, der eine Kooperation zwischen dem Onkologischen Zentrum Estland und dem damals neu gegründeten Tumorzentrum im Krankenhaus Moabit anregte, dessen Pathologie Wegener leitete. Es folgten Besuche im Baltikum, die Problembewusstsein schufen, „so dass man sich verantwortlich fühlte“. Die ersten Jahre standen im Zeichen der humanitären Hilfe. Krankenhausbetten, Medikamente und medizinische Geräte wurden ins Baltikum geschickt, baltische Ärzte hospitierten in Deutschland. Eine litauische Kollegin habe ihm gesagt, diese Begegnungen hätten ihr die Augen dafür geöffnet, was medizinisch möglich sei. „Wir haben Maßstäbe gesetzt. Das ist für mich unbezahlbar“, so Wegener.

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Doch das Interesse am Austausch hat nachgelassen. Für viele deutsche Ärzte sei die Mauer Geschichte, nicht mehr eigene Lebenserfahrung, sagt Wegener. Und im Baltikum lerne man in der Schule nicht mehr deutsch, sondern englisch. Deshalb orientiere sich der Nachwuchs eher nach Großbritannien und Skandinavien. Aber Wegener glaubt an die Idee eines sich einenden Europas. Ohne eigenes Engagement lasse sich das allerdings nicht verwirklichen. Heike Korzilius

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