ArchivDeutsches Ärzteblatt15/1996St. Anton: Das Geheimnis des Arlbergs

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St. Anton: Das Geheimnis des Arlbergs

Klausmann, Heinz

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LNSLNS Ganz sicher, der Gründer – wenn es ihn gäbe: er würde es wieder tun. Wollte man heute einen Skiort kreieren, er sähe wohl so aus. Das Erfolgsrezept ist schnell zusammengefaßt:
Man nehme eine herausragende geographische Lage, ein schneesicheres Gebiet, eine gute Prise Tradition, gemischt mit einer hervorragenden Gastronomie und einem Ambiente der Gastlichkeit. Sportlich und doch gediegen, so sollte es sein. Das Ganze versehen mit einem prägnanten Namen und einem speziellen Flair. Ja, wahrscheinlich – nein, ziemlich sicher! Das Resultat unserer Planung, es wäre wohl wieder St. Anton, die Wiege des alpinen Skilaufs.
Alle Facetten der Faszination "alpiner Skilauf" finden sich hier harmonisch vereinigt. Heute ein perfekt erschlossenes Skigebiet mit modernsten Aufstiegshilfen, blickt der Ort zurück auf eine fast 70jährige Tradition im Skirennsport. Im Jahre 1928 fand hier das erste Arlberg-Kandahar-Rennen statt. Bereits im Januar 1901 war der Skiclub St. Anton gegründet worden. Es war dies der erste Skiclub der Alpen gewesen. Die von hier ausgelöste Bewegung war verantwortlich für die Anerkennung des alpinen Skilaufs innerhalb des internationalen Dachverbandes, der noch heute allmächtigen "FIS", die bis dahin von den traditionsreichen nordischen Skisportarten beherrscht gewesen war.
Das Gebiet zwischen dem auf 1 300 m Seehöhe gelegenen Hauptort St. Anton und dem auf 1 800 m gelegenen St. Christoph, knapp unterhalb der Arlbergpaßhöhe, bot ideale Voraussetzungen für die Entwicklung des alpinen Skilaufs.
Heute bilden 77 Bergbahnen und Lifte die Grundlage für die Erschließung von über 200 km präparierten Pisten. Die Liftkapazität von 87 000 Personen pro Stunde gewährleistet selbst zu Stoßzeiten den streßfreien Genuß der gespurten Pisten wie der weitreichenden Abfahrten im freien Gelände.
Der Reiz des Arlberggebietes, das sich vom sonnen-überfluteten Rendl-Gebiet zum imposanten Valluga-Gipfel erstreckt, geht aus von der Vielfalt der harmonisch in die Landschaft eingepaßten Abfahrtsvarianten.
Die bereits 1912 vom Skipionier Hannes Schneider gegründete weltberühmte "Skischule Arlberg" ermöglicht nicht nur Anfängern das Erlernen von Basiswissen, sie bietet darüber hinaus dem fortgeschrittenen Skiläufer das Erleben der grandiosen Varianten abseits der gespurten Abfahrten im freien Gelände.
Begleitet von erstklassigen Skilehrern, nicht zuletzt Ex-Vizeweltmeister Carl Cordin, erschließt sich der Kitzel der Weltcupabfahrt, die – seit 1958 vom Galzig verlegt zum Kapall – rasant hinabführt ins Tal.
Hier trifft sich alle Jahre wieder die Elite des Weltcup-Zirkus, um das legendäre Arlberg-Kandahar-Rennen auszutragen. Es ist fraglos die Mischung aus betonter Sportlichkeit und gepflegter Tradition, die den Reiz des Tiroler Dorfes an der Grenze zu Vorarlberg ausmacht. Diese wird abgerundet durch ein "après-ski", das alpenweit seinesgleichen sucht. Egal ob der Nachmittag im "Crazy Känguruh" endet oder beim "Moser Wirt" ausklingt, seinen Spaß findet der müde Skifahrer.


Gastronomie auf hohem Niveau
Für das leibliche Wohl ist danach nicht nur in der "Post" oder in der "Einkehr" gesorgt. Die Gastronomie pflegt ein hohes Niveau und bietet neben Tiroler Spezialitäten die gesamte Palette internationaler Küche.
Dem Publikum angepaßt, ist die Bandbreite der Übernachtungsmöglichkeiten breit gefächert von komfortablen Ferienwohnungen bis hin zu Hotels von internationalem Standard. Schon früh hat sich St. Anton um Alternativen zum weißen Sport bemüht. Hallenbad, Rodelbahn mit uriger "Rodelalm" und Tenniscenter bieten reichlich Abwechslung zum Treiben auf den Pisten.
Im Tenniscenter findet alljährlich zum Jahresende ein Grand-Prix-Turnier mit Weltklassespielern statt. Ein weiterer Anlaß für die internationale Prominenz, sich hier ein Stelldichein zu geben. Man trifft sie hier wie selbstverständlich, die Prominenten rund um den Sport, und so nimmt es kaum wunder, wenn man an einem schönen Nachmittag in der Zwischensaison dem Idol Karl Schranz nebst Familie am Lift begegnet. Der wohl berühmteste Sproß der Arlberg-Familien, der nach unzähligen sportlichen Erfolgen heute erfolgreich als Hotelier tätig ist, fühlt sich der weiteren Entwicklung seines Heimatortes besonders verbunden. Er ist einer der wesentlichen Initiatoren der Bewerbung St. Antons auf dem Wege zur Ausrichtung der alpinen Skiweltmeisterschaft 2001.
Diese Veranstaltung soll einen weiteren Meilenstein auf dem Weg des traditionellen Skiortes hin in das nächste Jahrtausend darstellen.
Ein fiktiver Architekt dieser Skiregion würde auch dies – ganz sicher – wieder so wollen. Denn sie ist hier: die "Wiege des alpinen Skilaufs".
Dr. Heinz Klausmann

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