ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2011Schmerzpatienten: Versorgungsatlas veröffentlicht

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Schmerzpatienten: Versorgungsatlas veröffentlicht

Rieser, Sabine

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Die Krankenkassen DAK und AOK Niedersachsen, das Berliner IGES-Institut und das Pharmaunternehmen Grünenthal haben einen „Versorgungsatlas Schmerz“ veröffentlicht. Dafür wurden Routinedaten von mehr als sieben Millionen Krankenversicherten ausgewertet. Ziel war es, Informationen über die Zahl der Schmerzpatienten, die Art ihrer Schmerzen und ihre Behandlung zu erhalten.

IGES-Mitarbeiter Hans-Holger Bleß zufolge war dies schon deshalb schwierig, weil Ärzte organ- und nicht symptombezogen kodieren. Dadurch sind nur wenige explizit schmerzbezogene Diagnosen erfasst. IGES hat Schmerzpatienten aufgrund von charakteristischen Diagnosekombinationen ermittelt. Gleichwohl müsse man bedenken, dass viele Patienten rezeptfreie Schmerzmittel erwerben und möglicherweise auf die beschriebene Weise nicht erfasst werden, hieß es. Nach Ansicht des Pharmazeuten Prof. Dr. Gerd Glaeske deuten die Daten darauf hin, dass zahlreiche Betroffene eine Chronifizierung ihrer Beschwerden hinnehmen müssen und dadurch erhebliche Kosten anfallen. Schmerzpatienten zählten zu denen, die durch das Versorgungssystem wanderten, weil sie sich schlecht versorgt fühlten. Deshalb sei es wichtig, sie rechtzeitig zu identifizieren und ihnen adäquat zu helfen.

Der Wissenschaftler kritisierte zudem eine „mangelnde Evaluationskultur“, die es erschwere, sinnvolle Therapieansätze zu erkennen. Es sei jedoch wichtig, gute Konzepte zu entwickeln und durch Verträge mit den Krankenkassen zu fördern. Projekte wie der Versorgungsatlas, betonte der DAK-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Herbert Rebscher, könnten eine Basis dafür sein. Rie

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