ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2011Kulturkalender: Abendland und Morgenland

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Kulturkalender: Abendland und Morgenland

Schuchart, Sabine

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Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Baden-Baden

Bis 15. Januar 2012:

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Anselm Kiefer

Erstmals in Deutschland ist Kiefers 460 × 760 Zentimeter messendes monumentales Gemälde „Der fruchtbare Halbmond“ öffentlich zu sehen. Das Foto zeigt den Künstler vor seinem Werk von 2010.
Darin themat

Foto: Museum Frieder Burda, Baden-Baden
Foto: Museum Frieder Burda, Baden-Baden
isiert er den Turmbau zu Babel und die Wiege unserer westlichen Kultur, verweist auf das Einigende und den Zusammenhalt von Abendland und Morgenland. In der beeindruckenden Schau mit 33 Arbeiten der letzten drei Jahrzehnte „dominieren die christlichjüdischen, die mythologischen Themen“, sagt Kurator Dr. Walter Smerling. Die großformatigen Bilder stammen größtenteils aus der Sammlung Hans Grothe.

Museum Frieder Burda, Lichtentaler Allee 8 b, Di.–So. 10–18

Bonn

Bis 22. Januar 2012:

Die Kunst der Dogon

Wer diesen Sommer keine Gelegenheit hatte, die Ausstellung zur faszinierenden Kultur der Dogon in Paris zu sehen, kann dies nun in Bonn nachholen: 250 Zeugnisse der puren Schönheit und Handfertigkeit – rituelle Holzskulpturen, Masken sowie Schmuckgegenstände aus Metall – repräsentieren das Jahrhunderte alte Erbe aus der Region des heutigen Mali.

Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4,
Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

Mülheim an der Ruhr

Bis 8. Januar 2012:

Werner Gilles. Träumender. Sehender

Zu seinem 50. Todestag rückt ein Künstler wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit, der große Bedeutung für die Nachkriegsmoderne in Deutschland hatte: Das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr ehrt den Maler und Grafiker Werner Gilles (1894–1961) mit einer umfassenden Werkschau ab den 1940er Jahren. Der zweifache Documenta-Teilnehmer fand seine Motive vor allem in mythologischen und christlichen Themen sowie den mediterranen Landschaften seiner Wahlheimat Ischia.

Kunstmuseum, Synagogenplatz 1, Di./Mi./Fr. 11–17, Do. 11–21, Sa./So. 10–17 Uhr

NÜRNBERG

24. November 2011 bis 1. April 2012:

Johannes Grützke. Retrospektive

Er porträtierte viele Personen des öffentlichen Lebens von Gerhard Schröder und Richard von Weizsäcker bis hin zu Robert Walser und Rolf Hochhuth. Doch sein berühmtestes Werk ist ein 32 Meter langes Historienbild, das in der Frankfurter Paulskirche hängt: „Der Zug der Volksvertreter“. Die Retrospektive stellt in sieben Stationen das vielfältige künstlerische Werk von Johannes Grützke (*1937) vor.

Germanisches Nationalmuseum, Kartäusergasse 1, Di.–So. 10–18, Mi. 10–21 Uhr

Wolfsburg

Bis 9. April 2012:

Die Kunst der Entschleunigung

Der Untertitel „Bewegung und Ruhe in der Kunst von Caspar David Friedrich bis Ai Weiwei“ benennt die beiden Pole, um die die Ausstellung kreist: Viele bedeutende Künstler der Moderne waren von Geschwindigkeit und Beschleunigung fasziniert, andere beklagten bereits um 1900 das „Zeitalter der Nervosität“ und suchten die Entschleunigung. Das Kunstmuseum stellt 150 Werke beider Richtungen gegenüber. Der Zeitraum erstreckt sich von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. William Turner beispielsweise thematisierte um 1840 in seinem Bild „Raue See mit Wrackteilen“ die Unruhe des Meeres. Zur selben Zeit malte Caspar David Friedrich „Meeresufer im Mondschein“, ein Werk der friedlichen Stille.

Kunstmuseum, Hollerplatz 1,
Di. 11–20, Mi.–So. 11–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Was Mumien über Krankheiten verraten

Am Anatomischen Institut der Universität Zürich gibt es seit 2010 ein „Zentrum für Evolutionäre Medizin“. Die Wissenschaftler untersuchen hier anhand von Mumien, wie sich Krankheiten im Laufe der Evolution entwickelt haben und was wir daraus für deren Bekämpfung lernen können. Ihre Ergebnisse und Analysetechniken stellen sie in einer spannenden Ausstellung vor: Mit Hilfe von Magnetresonanzbildgebung und Body-Scans können Mumien heute am Computer „ausgewickelt“ werden, ohne beschädigt zu werden (Bild: Peruanische Hockermumie). In hochspezialisierten Mumien-DNA-Laboren lassen sich der genetische Kode der Jahrtausende alten Körper entschlüsseln und zum Beispiel virale Infektionen nachweisen. Dass Mumien weit mehr als nur Forschungsobje

kte sind, zeigt die Ausstellung anhand historisch bedeutsamer Exemplare. Ein Bereich ist dem einzigartigen Totenkult im alten Ägypten gewidmet.

„Mumien: Mensch, Medizin, Magie“: Universität Zürich, Campus Irchel, Winterthurerstr. 190, Zürich, Di.–So 11–18 Uhr; außer 24.,/25./ 26./31. 12. 2011 und 1./2. 1. 2012 (bis 8. Januar 2012).

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