ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2011Randnotiz: Gebt das Hanf frei!

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Randnotiz: Gebt das Hanf frei!

Dtsch Arztebl 2011; 108(46): A-2449 / B-2061 / C-2033

Osterloh, Falk

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Weltweit streben Politiker danach, den Drogenkonsum einzudämmen. Nicht so die Linke. In einem Antrag möchte die Partei das Parlament dazu gewinnen, in Deutschland den Anbau und Besitz von Cannabis zu legalisieren. Denn das derzeitige Verbot sei nicht geeignet, den Konsum von Cannabis wirksam zu beschränken.

2,5 Millionen Alkoholabhängige gebe es in Deutschland, schreibt die Linke. Und 35 Prozent aller Fälle von gefährlicher Körperverletzung würden unter Alkoholeinfluss begangen. Offensichtlich findet es die Partei nun unfair, dass die breite Masse ganz legal von Alkohol abhängig oder aggressiv werden darf – von Haschisch jedoch nicht.

Nun möchte die Linke also den Konsum von Cannabis wirksam dadurch beschränken, indem sie es legalisiert. Das klingt zunächst einmal unsinnig. Und das ist es auch. Denn auch das Ende der Prohibition in den USA hat die Menschen nicht dazu gebracht, weniger Alkohol zu trinken.

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Was steckt nun hinter der Forderung der Linken, Haschisch zu legalisieren? Geht es um Klientelpolitik? Um den Wunsch, neue Wähler zu mobilisieren? Oder möchte die Partei endlich ihr Image loswerden, alles verstaatlichen zu wollen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist? Zwar fordert sie in ihrem neuen Parteiprogramm eine Verstaatlichung der Banken. Doch in ihrem Antrag zeigt sie eine neue Facette und erklärt im Hinblick auf das Cannabisverbot, dass „die Frage der Verhältnismäßigkeit staatlicher Eingriffe bei jedem Eingriff in die Persönlichkeitsrechte überprüft werden“ müsse.

Eine Forderung nach weniger Staat und mehr persönlicher Freiheit – wer hätte dahinter nicht sofort die Linke vermutet?

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