ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2011Börsebius: Aliens? Never ever

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Börsebius: Aliens? Never ever

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Ernsthaft jetzt: Das Weiße Haus in Washington hat jüngst bekanntgegeben, dass es offiziell keinen Beweis für die Existenz von Außerirdischen gibt. In mehr als 17 000 Petitionen war US-Präsident Obama zuvor aufgefordert worden, endlich die Existenz von Aliens anzuerkennen. Daher musste der präsidiale Wissenschaftsdienst unter der Leitung von Phil Larson auch amtlicherseits reagieren. Aliens? Never ever.

Wenn das denn mal alles so stimmt. Ein Blick nach Europa und auf einige dort unverantwortlich Agierende mag einen Hinweis auf extraterrestrisches Handeln geben, wie anders sind denn die völlig verrückten und kaum noch verstehbaren Geschichten zu werten, die sich derzeit um den Euro abspielen.

Das Problem bei Aliens soll ja auch sein, dass die Extraterrestrischen als solche nicht unbedingt erkennbar sind, sondern menschliche Gestalt annehmen können, vielleicht als solche schon seit Jahrzehnten unter uns weilen. Unerkannt. Getarnt als Silvio Berlusconi oder als griechischer Ministerpräsident.

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Wer weiß im Übrigen, wo Berlusconis designierter Nachfolger, Angelino Alfano, genannt „das Engelchen“, wirklich herkommt. In außerirdischer Kumpanei sorgte der bisherige Justizminister für das Einbringen der sogenannten Lex Alfano, mit der seinem Ober-Alien Berlusconi Immunität zugestanden worden wäre, was ja nur aufgrund der bösen italienischen Justiz gerade noch so verhindert wurde.

Oder vielleicht tarnen sich die Fremdlinge auch als vermeintlich dem Volke verpflichtete Politiker, die ihre hehrste Aufgabe der Budgethoheit längst an die Ratingagenturen abgegeben haben. Natürlich ist ein solches Verhalten – der Verzicht auf den gesunden Menschverstand und das hemmungslose Belasten späterer Generationen – weiß Gott nicht.

Oder wie war das denn nochmals mit dem Anlageberater, der sich so wohlerzogen, Vertrauen heischend und im feinsten Zwirn die Wünsche seiner Kunden anhörte, sie mögen doch bitte bloß sichere Anlagen verkauft bekommen und die sich dann doch mit Lehman-Zertifikaten und unverkäuflichen offenen Immobilienfonds konfrontiert sahen, nebst überirdischen Verlusten. Sollten das denn wirklich Menschen aus Fleisch und Blut gewesen sein?

Aber vielleicht ist ja auch alles ganz anders. Und das ganze Elend ist eben doch von Menschenhand gemacht und verbrochen worden, gesteuert von den menschlichen, allzu menschlichen Eigenschaften Gier, Inkompetenz und Ignoranz. So, wie es aussieht, haben die Amerikaner am Ende doch noch recht behalten. Sieh mal einer an.

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