ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2011Nierenlebendspende: Zahlen in Deutschland viel besser
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. . . Zum Glück hat Herr Prof. Zeier schon auf einige Schwachstellen der Montgomery-Studie hingewiesen. Ein weiteres Problem des Artikels ist die Unklarheit bezüglich der Follow-up-Qualität. Das Bemerkenswerte an dem Artikel ist aber das schlechte Ein-Jahres-Patientenüberleben von den „desensibilisierten“ Patienten, fast zehn Prozent der Patienten waren im ersten Jahr nach Transplantation in einem der renommiertesten Transplantationszentren in den USA gestorben! Nur bedingt durch die Tatsache, dass das Überleben der Dialysepatienten in den USA noch viel katastrophaler war, konnte eine angeblich „positive“ Nachricht publiziert werden.

Zum Glück sind die Zahlen in Deutschland viel, viel besser: So sterben bei uns an der Charité „nur“ drei bis sechs Prozent einer derartigen Dialysepopulation pro Jahr und nach fünf (!) Jahren leben bei uns an der Charité noch ca. 90 Prozent der Transplantatempfänger mit ähnlichen demografischen Daten.

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Nicht nur die klar bessere Dialysequalität in Deutschland verbietet derartige „Desensibilisierungsprogramme“, sondern auch das deutlich bessere Allokationssystem im Eurotransplantraum (wie das von Prof. Zeier zu Recht erwähnte „acceptable mismatch program“) führt in Deutschland zu wesentlich besseren Ergebnissen, so dass der Blick in die USA und ins NEJM uns eher auf die Schwächen des amerikanischen Gesundheitssystems hinweist und uns davor bewahren sollte, derartige Programme in Europa zu implementieren.

Prof. Dr. Klemens Budde, Charité –
Universitätsmedizin Berlin, 10117 Berlin

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