ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2011Einfluss von Übergewicht und Ernährung auf die Prognose des Mammakarzinoms

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Einfluss von Übergewicht und Ernährung auf die Prognose des Mammakarzinoms

The Effect of Overweight and Nutrition on Prognosis in Breast Cancer

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(47): 795-801; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0795

Hauner, Dagmar; Janni, Wolfgang; Rack, Brigitte; Hauner, Hans

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Hintergrund: Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Körpergewicht und Ernährung spielen bei der Entstehung des Mammakarzinoms eine wichtige Rolle. Damit stellt sich die Frage, inwieweit diese Lebensstilfaktoren auch die Prognose dieser Erkrankung beeinflussen und möglicherweise neue Ansatzpunkte für sekundärpräventive Maßnahmen bieten.

Methoden: Anhand einer selektiven Literaturrecherche in der Datenbank Medline wurden alle Studien und Metaanalysen zu diesem Thema identifiziert und ausgewertet (Zeitraum 1966 bis Juni 2010). Zielparameter waren Tumorrezidiv, tumorspezifische und Gesamtmortalität. Es wurden nur Kohortenstudien, Interventionsstudien und Metaanalysen berücksichtigt.

Ergebnisse: Ein erhöhter Body-mass-Index (BMI) bei Diagnosestellung eines Mammakarzinoms ist mit einer höheren Gesamtmortalität verbunden. Auch eine Gewichtszunahme nach Diagnosestellung ist mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verknüpft. Ferner scheint eine Kost mit hohem Obst- und Gemüseanteil sowie reichlich Vollkornprodukten bei begrenzter Fettzufuhr mit einer günstigeren Prognose assoziiert zu sein. Für Mikronährstoffe und Supplemente sowie antioxidative Lebensmittel liegt dagegen kein Wirknachweis vor. Alkoholkonsum steht in keiner Beziehung zur Prognose des Mammakarzinoms. In zwei Interventionsstudien konnte kein Effekt einer reduzierten Fettzufuhr auf das Überleben gesehen werden, allerdings wurden in beiden Studien die Interventionsziele nicht erreicht.

Schlussfolgerung: Trotz der negativen Interventionsstudien empfehlen die Autoren in Würdigung der methodischen Probleme in diesem Forschungsfeld sowie der allgemeinen Befundlage Frauen mit Mammakarzinom einen gesundheitsförderlichen Lebensstil mit Gewichtskontrolle und fettarmer, pflanzlich betonter Ernährung.

LNSLNS

Das Mammakarzinom ist in Deutschland die häufigste Tumorerkrankung der Frau. Die jährliche Inzidenz liegt bei knapp 58 000 Neuerkrankungen, rund 17 000 Frauen sterben jährlich an den Folgen des Karzinoms (1). Die 5-Jahres-Überlebensrate wird derzeit mit 83 bis 87 % angegeben. Ende 2006 lebten in Deutschland schätzungsweise 242 000 Frauen mit einer bis zu 5 Jahre zurückliegenden Diagnose eines Mammakarzinoms (1). Das Überleben der betroffenen Frauen wird sehr stark vom Tumorstadium bei Diagnosestellung bestimmt, damit dürften gerade Frauen mit frühen, nichtmetastasierten Formen eines Mammakarzinoms eine gute Prognose haben. In diesem Sinne entwickelt sich das Mammakarzinom mehr und mehr zu einer chronischen Erkrankung.

Ein im Jahr 2007 erschienener Bericht des World Cancer Research Fund (WCRF) hatte sich mit der Frage beschäftigt, welche Bedeutung Körpergewicht, Ernährung und körperliche Aktivität für die Entstehung von Tumorerkrankungen haben und welche Empfehlungen daraus für die Primärprävention von Tumorerkrankungen abgeleitet werden können (2). Dieser Report und andere Publikationen haben bei Ärzten und Betroffenen auch großes Interesse für die Frage geweckt, welche Bedeutung der Lebensstil für die Prognose des Mammakarzinoms besitzt.

Ziel dieser Übersicht ist es, auf der Grundlage einer selektiven Literaturrecherche die bisherigen Studienergebnisse zur Bedeutung von Körpergewicht, Gewichtszunahme und Ernährung für die Prognose des Mammakarzinoms zu sammeln und kritisch zu bewerten.

Methoden

Nach Definition und Festlegung der Suchbegriffe wurde eine Recherche in der Datenbank PubMed für den Zeitraum 1966 bis Juni 2010 vorgenommen. Als Suchbegriffe wurden verwendet: „overweight AND breast cancer prognosis“ beziehungsweise „overweight AND breast cancer survival“. In ähnlicher Weise wurden die Begriffe „obesity“, „weight gain“, „diet”, „dietary factors“, „micronutrients“, „vitamins”, „soy“, „green tea“, „selenium“, „antioxidants“ mit „breast cancer survival“ oder „prognosis“ kombiniert.

In die Auswertung wurden nur prospektive Kohortenstudien und Interventionsstudien einbezogen, die zunächst anhand der Abstracts ausgewählt und dann komplett analysiert wurden. Kleinere Kohortenstudien mit weniger als 200 Teilnehmern wurden ausgeschlossen. Außerdem wurden systematische Reviews und Metaanalysen berücksichtigt. Weitere Studien und Informationen wurden über die Literaturverzeichnisse der identifizierten Literatur gefunden.

Als Endpunkte wurden Tumorrezidive, brustkrebsspezifische und Gesamtmortalität definiert. Die Bewertung der Evidenz dieser Studien orientierte sich an der Vorgehensweise des World Cancer Research Fund (2). Als Evidenzgrade wurden „überzeugend“, „wahrscheinlich“, „möglich“ und „begrenzt“ verwendet. Nur auf der Grundlage einer überzeugenden oder wahrscheinlichen Evidenz wurden Empfehlungen zur Lebensstiländerung als ausreichend fundiert erachtet (2).

Es wurde keine systematische Metaanalyse von vergleichbaren Studiendaten vorgenommen. Stattdessen wurden gewichtete Hazard Ratios (HR) aus kürzlich erschienenen Metaanalysen (3, 4) übernommen, um die Effektstärke einzelner Faktoren darzustellen. Grundsätzlich wurden nur HR- und RR-Werte (RR, relatives Risiko) nach multivariater Adjustierung verwendet, soweit dies in den untersuchten Publikationen erfolgt war, da in Beobachtungsstudien zur Ernährung stets von einer komplexen Assoziation mit dem allgemeinen Gesundheitsverhalten auszugehen ist. Es ist gut vorstellbar, dass eine gesunde Ernährung mit einem grundsätzlich gesunden Lebensstil verbunden ist, so dass in Studien, die sich mit den Effekten gesunder Ernährung beschäftigen, Erfolge zugeordnet werden könnten, die eher mit der allgemeinen Lebensführung zusammen hängen.

Ergebnisse

Zusammenhang von Körpergewicht und Prognose des Mammakarzinoms

Bereits in älteren Metaanalysen war festgestellt worden, dass adipöse Frauen – im Vergleich zu schlanken Personen – ein erhöhtes Risiko für ein Tumorrezidiv sowie eine höhere Mortalität aufweisen (5). Die eigene Recherche zu dieser Thematik identifizierte insgesamt 17 Kohortenstudien (e1e17). Bei 13 von 15 Studien mit dem Endpunkt Gesamtmortalität konnten eine signifikante positive Assoziation zwischen dem Body-mass-Index (BMI) und der Mortalität sowie in einer Studie ein Trend in diese Richtung gefunden werden (eTabelle gif ppt). Bei sechs von zwölf Studien mit dem Endpunkt brustkrebsspezifische Mortalität ergab sich ein signifikanter positiver Zusammenhang, bei drei weiteren ein Trend und bei drei Studien (e3, e4, e13) keine Assoziation (eTabelle).

Während prämenopausales Übergewicht nach der Analyse des WCRF mit einem erniedrigten Risiko für das Auftreten eines Mammakarzinoms einhergeht (2), ergab die vorliegende Untersuchung eine positive Assoziation zwischen dem BMI bei Diagnosestellung und der Mortalität nicht nur bei Frauen mit post-, sondern auch mit prämenopausalem Mammakarzinom: In sieben von neun Studien mit Unterscheidung zwischen prä- und postmenopausalem Mammakarzinom zeigten sich signifikante positive Assoziationen, in einer Studie ein Trend hierzu und nur in einer Studie (e4) keine Assoziation (eTabelle). Damit besteht eine überzeugende Evidenz für einen Zusammenhang zwischen Adipositas und Gesamtmortalität sowie eine wahrscheinliche Evidenz für einen Zusammenhang zwischen Adipositas und brustkrebsspezifischer Mortalität.

Für die Rezidivrate waren die Ergebnisse weniger eindeutig: Zwei (e6, e16) von sechs Studien mit Endpunkt Mammakarzinomrezidiv zeigten eine signifikante Assoziation mit dem BMI und weitere zwei (e10, e12) einen Trend, ferner zwei Studien keine Assoziation (eTabelle), so dass keine klare Schlussfolgerung möglich ist.

Assoziation von Gewichtszunahme und Prognose des Mammakarzinoms

Bereits im WCRF-Bericht war festgestellt worden, dass auch eine Gewichtszunahme per se als Risikofaktor für die Entstehung eines postmenopausalen Mammakarzinoms anzusehen ist (2). In den meisten Beobachtungsstudien fand man bei Frauen nach Diagnose eines Mammakarzinoms einen Gewichtsanstieg. Zur Frage nach der Bedeutung der Gewichtszunahme für die Prognose des Mammakarzinoms konnten insgesamt sieben Kohortenstudien identifiziert werden (e5, e8, e10, e14, e16, e18, e19). Fünf von sechs Studien mit Endpunkt Gesamtmortalität beschrieben eine signifikante positive Assoziation wie auch alle vier Studien mit dem Endpunkt brustkrebsspezifische Mortalität (Tabelle 1 gif ppt). Für den Endpunkt Rezidivrate ergab sich kein eindeutiges Ergebnis: Von fünf Studien zeigten nur zwei eine signifikante positive Assoziation mit der Gewichtszunahme, drei Studien keine Beziehung. Die Ergebnisse belegen mit überzeugender Evidenz eine Erhöhung der Gesamtmortalität und der brustkrebsspezifischen Mortalität bei Gewichtszunahme nach Diagnose eines Mammakarzinoms.

Einfluss der Ernährung auf die Prognose des Mammakarzinoms

Es gibt bisher nur wenige Kohortenstudien, die den Einfluss der Ernährung auf die Prognose bei Brustkrebs untersucht haben (69, e9, e11, e13, e20e26). In elf dieser Studien wurde die Bedeutung der Makronährstoffzusammensetzung für die Mortalität als Endpunkt analysiert.

Nur eine von drei Studien mit Daten zum Kohlenhydratkonsum (6, 7, e23) zeigte einen protektiven Effekt bei hoher Zufuhr. Von den sechs Studien mit Daten zur Fettaufnahme zeigten vier einen Trend für eine Risikoerhöhung (7, e20, e21, e23) bei hohem Verzehr, davon nur eine mit signifikantem Risikoanstieg (7). In drei von vier Kohortenstudien erwies sich ein protektiver Effekt von Ballaststoffen (6, 7, e21, e23), zwei davon mit statistisch signifikantem Ergebnis, so dass eine gepoolte HR von 0,63 resultierte (3). Auch eine Kost mit hohem Verzehranteil von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Geflügel und Fisch zeigte einen günstigen Effekt auf die Gesamtmortalität (e24, e26). Umgekehrt erwies sich eine typisch westliche Kost mit hoher Aufnahme von Weißmehlprodukten, rotem Fleisch, fettreichen Milchprodukten et cetera als ungünstig und war mit einem Anstieg der nichtbrustkrebsbezogenen Mortalität (e24, e26) sowie einem signifikanten Anstieg der Gesamtmortalität assoziiert (e26).

Besondere Lebensmittel wie Sojaprodukte, grüner Tee – In einer Auswertung der Shanghai Breast Cancer Survival-Studie (SBCCS) zeigte sich eine inverse Beziehung zwischen dem Verzehr von Sojaprodukten und dem Rezidivrisiko (HR: 0,68; 95-%-KI: 0,54–0,87, höchste versus niedrigste Quartile) beziehungsweise der Gesamtmortalität (HR: 0,71; 95-%-KI: 0,54–0,92) (8). Eine neue Metaanalyse identifizierte drei weitere Studien zu dieser Thematik ohne eine solche inverse Korrelation zu finden (9).

Zur Wirkung von grünem Tee auf die Prognose des Mammakarzinoms gibt es nur eine begrenzte Zahl kleinerer Beobachtungs- und Fall-Kontroll-Studien. In einer Studie aus Japan, an der 472 Patientinnen mit Mammakarzinom in den Stadien I bis III teilnahmen, wurde ein relatives Risiko für Tumorrezidive von 0,56 (95-%-KI: 0,35–0,91) berichtet, das sich allerdings nur bei den Frauen in den Tumorstadien I und II und bei Konsum von fünf oder mehr Tassen grünem Tee pro Tag erwies (10). In einer anderen Kohortenstudie (11) zeigte sich ein ähnlicher günstiger Effekt, der ab drei Tassen pro Tag erkennbar war. Zwei formale Metaanalysen kamen zur Schlussfolgerung, dass die Rezidivrate bei Frauen mit Mammakarzinom in den Stadien I und II mit möglicher Evidenz gesenkt werden könnte (e27, e28). Eine Empfehlung für den Konsum von grünem Tee oder isolierten Inhaltsprodukten wie zum Beispiel EGCG (Epigallocatechingallat) lässt sich daraus nicht ableiten.

Mikronährstoffe und Supplemente – In einigen Kohortenstudien wurde der Einfluss von Mikronährstoffen auf die Prognose des Mammakarzinoms untersucht. So wurden in einzelnen Auswertungen günstige Effekte von Kalzium (6), Vitamin D (6, 12), Vitamin B2, Folsäure (7), Phosphor (6), Betacarotin und Vitamin C bei einer Aufnahme über die Nahrung, aber nicht in Supplementform (6, 7, 13, e20) beobachtet. In der großen Mehrzahl dieser Studien wurden keine günstigen Effekte bei Einnahme von einzelnen oder Kombinationen von Mikronährstoffen wie Kalzium, Folsäure, Eisen, Selen, Zink, Niacin, Betacarotin, Vitamin A, Vitamin C oder E auf die Mortalität von Frauen mit Mammakarzinom berichtet (3).

Alkohol – Der regelmäßige Konsum von Alkohol erhöht bei prä- wie bei postmenopausalen Frauen mit überzeugender Evidenz das Brustkrebsrisiko (2). Bei der Auswertung der sechs verfügbaren Kohortenstudien bei Frauen mit diagnostiziertem Brustkrebs ergab sich ein anderes, wenngleich nicht einheitliches Bild (Tabelle 2 gif ppt). Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigten drei der sechs gefundenen Studien (6, e19, e23, e29e31) keinen Zusammenhang, in drei Studien wurde eine Abnahme der Gesamtmortalität berichtet, die möglicherweise auf den bekannten günstigen Effekt mäßiger Alkoholmengen auf die kardiovaskuläre Mortalität zurückzuführen ist (e9, e29, e31).

Interventionsstudien – Bisher wurden zwei größere Lebensstilinterventionsstudien bei Frauen mit Frühstadien des Mammakarzinoms durchgeführt. Beide Studien wurden Anfang der 1990er Jahre begonnen und erfassten harte Endpunkte wie krankheitsfreies Überleben (Tumorrezidive, krankheitsspezifische und Gesamtmortalität). In der Women’s Intervention Nutrition Studie (WINS) nahmen 975 Frauen an einer telefonbasierten Lebensstilberatung teil, die vor allem auf eine Verringerung der Fettzufuhr auf unter 15 % der Gesamtenergieaufnahme zielte (14). In der Women’s Healthy Eating and Living Studie (WHEL) bestand das Therapieziel in einer Reduzierung der Fettzufuhr auf 15 bis 20 % der Gesamtenergieaufnahme und einem gesteigerten Verzehr von Obst, Gemüse und anderer ballaststoffreicher Lebensmittel (15).

In beiden Studien wurde kein Effekt der Intervention auf die Mortalität gefunden (WINS: Hazard Ratio [HR] 0,89, p = 0,56; WHEL: HR 0,97, p = 0,82). Der primäre Endpunkt, nämlich das rezidivfreie Überleben, wurde in der WIN-Studie knapp (HR 0,76, p = 0,077), in der WHEL-Studie klar (HR 0,99, p = 0,87) verfehlt. Eine spätere Auswertung der WHEL-Studie ergab allerdings einen signifikanten Interventionseffekt bei den Frauen mit der „besten Kost“ (höchste Zufuhr von Obst, Gemüse, Ballaststoffen und niedrigster Fettverzehr) (e32).

Diskussion

In Deutschland – wie auch weltweit – nimmt die Zahl von Frauen mit Brustkrebs zu. Angesichts dieses Anstiegs sind neue Konzepte und Strategien wünschenswert, um Tumorrezidive zu verhindern und Lebensqualität sowie Lebenserwartung der Betroffenen zu verbessern. Die vorgestellten Studienergebnisse legen nahe, dass der Lebensstil die Prognose für diese Patientinnen modifizieren kann, allerdings ist das Wissen über diese Zusammenhänge noch begrenzt und lückenhaft.

Der aktuelle Kenntnisstand basiert fast ausschließlich auf Kohortenstudien. Obwohl die Kohortengrößen in den letzten Jahren deutlich zugelegt haben und sich die Qualität der Datenerfassung verbessert hat, verbleiben immanente methodische Limitationen, die die Validität der gewonnenen Ergebnisse einschränken. So können Kohortenstudien lediglich Assoziationen aufzeigen und keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen ermitteln. Durch die vielfältigen Interaktionen bekannter und unbekannter Einflussfaktoren – gerade im Kontext Lebensstil – lassen sich Verzerrungen und Zufallsbefunde grundsätzlich nicht ausschließen, so dass belastbare Aussagen nur dann möglich sind, wenn Effekte in verschiedenen Kohorten konsistent auftreten oder durch Interventionsstudien abgesichert sind.

Nach den Bewertungskriterien des WCRF ergibt sich aus der vorliegenden Analyse eine überzeugende Evidenz, dass ein hoher BMI mit einer schlechteren Prognose für Frauen mit Brustkrebs assoziiert ist. Dieser Zusammenhang weist eine hohe biologische Plausibilität auf, wie in jüngster Zeit mehrfach dargestellt wurde (16, 17). In einer neuen Metaanalyse fand man eine Erhöhung der Gesamt- und brustkrebsspezifischen Mortalität im Zusammenhang mit Adipositas von jeweils 30 %, bei prämenopausalen Frauen sogar stärker ausgeprägt als bei postmenopausalen (4).

Die Gewichtszunahme nach Diagnose eines Mammakarzinoms ist ein häufiges Ereignis (18, 19). Die Gründe dafür sind komplex und nicht vollständig verstanden (5, 18, 20, e33, e34). Ein solcher Gewichtsanstieg erhöht offenkundig das Mortalitätsrisiko, so dass dieser Aspekt zukünftig stärker beachtet werden sollte.

Ein besonders erwähnenswertes Ergebnis der vorliegenden Analyse ist die fehlende Evidenz für den Nutzen vieler Produkte, die Frauen mit Brustkrebs häufig als supportive Maßnahme offeriert werden. Dies betrifft vor allem die zahlreichen Vitamin- und Mineralstoffpräparate. Nach einer neueren amerikanischen Studie nehmen über 60 % der Frauen mit einer adjuvanten Therapie bei Mammakarzinom Präparate mit Betacarotin, Vitamin C, E oder Selen ein (e35). Bei einzelnen Substanzen wie zum Beispiel Antioxidanzienpräparaten ist bei der Gabe im Rahmen einer Chemo- beziehungsweise Strahlentherapie sogar ein gewisses Gefährdungspotenzial nicht auszuschließen (21).

Ein interessantes Ergebnis der Literaturrecherche war, dass die Analyse der Prognosefaktoren für das Mammakarzinom partiell von den Ergebnissen des WCRF-Berichts abweicht. Während im WCRF-Bericht (2) für Alkohol eine überzeugende Evidenz im Sinne einer Risikoerhöhung für das prä- und postmenopausale Mammakarzinom berichtet wurde, zeigt die vorliegende Auswertung keinen negativen Einfluss, möglicherweise maskiert durch die günstigen Effekte moderater Alkoholmengen auf das kardiovaskuläre Risiko. Für diese Diskrepanz fehlt bisher eine überzeugende Erklärung.

Die zwei bisher durchgeführten Interventionsstudien bei Frauen mit Brustkrebs (14, 15) adressierten die Frage, inwieweit vor allem eine Reduzierung der Fettzufuhr auf unter 15 bis 20 % der Gesamtenergiezufuhr die Prognose verbessern kann. Die Interventionsprogramme achteten allerdings nicht auf die Fettqualität und ließen Körpergewicht und Bewegungsaktivität völlig außer Betracht. Da die angestrebte Fettreduktion nur teilweise gelang und am Ende wirkungslos blieb, stellt sich die Frage nach der Ausgestaltung künftiger Lebensstilinterventionsprogramme für Frauen mit Mammakarzinom. In Subgruppenanalysen beider Studien zeigte sich, dass bei Einhaltung der Vorgaben einzelne Endparameter günstig beeinflusst werden (e32). Es gibt heute aber weitgehenden Konsens, dass Gewichtsmanagement und Bewegung wesentlich stärker im Fokus stehen und multimodale Konzepte geprüft werden sollten (22).

Vor diesem Hintergrund besteht daher ein dringender Bedarf für neue Interventionsstudien. Angesichts der recht günstigen Prognose für Frauen mit nichtmetastasiertem Mammakarzinom (1) sollten dabei auch andere Interventionsziele wie die zu erwartende Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes oder die Lebensqualität der Frauen beachtet werden. Lebensstilprogramme sollten nicht auf eine alleinige Rezidivprävention eingeengt werden, da ihr Nutzen weitaus größer sein dürfte. In Deutschland wird derzeit im Rahmen der SUCCESS-C-Studie erstmalig der Nutzen einer zweijährigen Lebensstilintervention mit moderater Gewichtssenkung auf das rezidivfreie Überleben von Frauen mit nichtmetastasiertem Mammakarzinom geprüft (23).

Interessenkonflikt

Prof. Janni erhielt „unrestricted educational grants“ von den Firmen Sanofi-Aventis, Chugai und Pfizer.

Dr. Rack wurden Teilnahmegebüren für Fortbildungsveranstaltungen und Reisekosten erstattet von den Firmen Sanofi-Aventis, Amgen, Pfizer, AstraZeneca, Chugai, Novartis und Cephalon. Sie bekam Vortragshonorare von den Firmen Sanofi-Aventis, Amgen, Pfizer, Novartis, Chugai, Lilly.

Prof. H. Hauner hat von den Firmen Sanofi-Aventis, Lilly, Novartis, NovoNordisk, Abbott, BMS in den vergangenen Jahren Vortragshonorare erhalten. Daneben erhielt er Beratungshonorare von den Firmen Nycomed und WeightWatchers und ist derzeit LKP einer Arzneimittelstudie der Riemser AG.

Dr. D. Hauner erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 17. 8. 2010, revidierte Fassung angenommen: 9. 5. 2011

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Hans Hauner
Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Ismaninger Straße 22, 81675 München
hauner@wzw.tum.de

Summary

The Effect of Overweight and Nutrition on Prognosis in Breast Cancer

Background: Breast cancer is the most common cancer in women. Body weight and nutrition are known to play an important role in its pathogenesis. The question thus arises whether lifestyle factors might influence the prognosis of breast cancer, potentially offering new approaches for secondary prevention.

Methods: We selectively searched the Medline database for all studies and meta-analyses on this topic that were published from 1966 to June 2010. We evaluated the cohort studies, interventional trials, and meta-analyses with respect to three target variables: tumor recurrence, tumor-specific mortality, and overall mortality.

Results: A high body-mass index (BMI) at the time of diagnosis of breast cancer is associated with higher overall mortality, as is weight gain at later times. A low-fat diet rich in fruit, vegetables, and fiber seems to be weakly associated with a better prognosis. On other hand, there is no evidence for any benefit from micronutrients, supplements, or antioxidant foods. Alcohol consumption does not affect the outcome in breast cancer. Two intervention trials of reduced fat intake showed no effect on survival, but the target of the intervention was not met in either trial.

Conclusion: The intervention trials yielded negative results. Nevertheless, in view of the methodological difficulties in this area of research and the overall life situation of women with breast cancer, the authors recommend a health-promoting lifestyle with avoidance of overweight and a low-fat diet rich in fruit, vegetables, and fiber.

Zitierweise
Hauner D, Janni W, Rack B, Hauner H: The effect of overweight and nutrition on prognosis in breast cancer. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(47): 795–801.
DOI: 10.3238/arztebl.2011.0795

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4711

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

eTabelle:
www.aerzteblatt.de/11m0795

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