ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2011Telemedizin in Brandenburg: Flächendeckendes Netzwerk

TECHNIK

Telemedizin in Brandenburg: Flächendeckendes Netzwerk

Krüger-Brand, Heike E.

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Telemedizin kann nach Meinung vieler Experten dazu beitragen, medizinische Ressourcen im ländlichen Raum besser zu nutzen und die Patientenversorgung zu optimieren. Flächenländer wie Brandenburg könnten davon in besonderem Maße profitieren. In Brandenburg wird vor diesem Hintergrund derzeit ein flächendeckendes Telemedizinnetzwerk zur Versorgung von kardiologischen Hochrisikopatienten aufgebaut. An dem Netzwerk beteiligen sich das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus und das Städtische Klinikum Brandenburg, die AOK Nordost sowie als Industriepartner die Deutsche Telekom und die Getemed Medizin- und Informationstechnik.

Die beiden Kliniken werden künftig gemeinsam mit niedergelassenen Hausärzten und Kardiologen bis zu 500 Hochrisikopatienten mit chronischer Herzschwäche telemedizinisch betreuen. Das Großprojekt soll helfen, belastende Doppeluntersuchungen und teure Kranken­haus­auf­enthalte zu vermeiden. Die AOK Nordost hat mit den Kliniken einen integrierten Versorgungsvertrag über die Telemedizinleistungen geschlossen und ergänzt damit ihr Betreuungsangebot für ihre Versicherten in der Region im Bereich Herzinsuffizienz.

Betreut werden die Patienten durch die telemedizinischen Zentren in Cottbus und Brandenburg/Havel. Dazu erhalten die Hochrisikopatienten mit fortgeschrittener chronischer Herzschwäche diagnostische Geräte, die per Datenleitung Vitaldaten wie EKG, Sauerstoffsättigung und Blutdruck an die Telemedizinzentren übertragen. Die Werte des Patienten werden automatisiert und kabelfrei direkt in die elektronische Patientenakte übertragen. Ärztliche Teams in 24-Stunden-Bereitschaft werten die Daten aus und informieren bei sich abzeichnenden kritischen Zuständen die Patienten und deren Ärzte. Den Hausärzten und Kardiologen, die in das Projekt eng eingebunden werden sollen, liegen somit vor dem Patientenbesuch bereits alle wichtigen diagnostischen Daten vor.

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Die Gesamtlösung betreibt das Klinikum Cottbus in einem eigenen Rechenzentrum. Für die technische Umsetzung haben die Kliniken Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II in Höhe von 1,53 Millionen Euro erhalten. KBr

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