KULTUR

(Um)Wege zum Glück

Dtsch Arztebl 2011; 108(47): A-2558 / B-2141 / C-2113

Gerst, Thomas

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Ein Mann geht seinen Weg – nur manchmal bringt ihn dabei eine Frau mit Kinderwunsch von der Strecke ab. Als ob das nicht genug wäre, geht diese Frau nach der Geburt wieder arbeiten und lässt den Vater zurück mit einem ihm fremden Wesen, das schreit und isst und verdaut. Stephan – so heißt der geschundene Protagonist dieser Geschichte – nimmt uns mit auf seine Höllenfahrt in die vor- und nachgeburtliche Erlebniswelt, bei der Rettung zunächst weit weg scheint, dann aber doch Erlösung winkt.

Kaum soll der Kinderwunsch Realität werden, beginnt der Stress. Im Eisprung-Rhythmus vergeht der Zeugungsspaß, der Schwangerschaftstest beim Open-Air-Konzert gerät zu einem – gelinde ausgedrückt – schwierigen Unterfangen, der Geburtsvorbereitungskurs entpuppt sich als das personifizierte Dogma von der natürlichen Geburt. Aber im Vergleich zu dem, was Stephan nach der Geburt erwartet, war dies doch eher ein kinderleichtes Vorspiel. Denn nun sieht er sich auf die Bedürfniserfüllung eines kleinen schreienden Wesens reduziert – ohne die geringste Chance, sein Leben in dem bisher geordneten Rahmen weiterzuführen. Stress ohne Ende, die Beziehung der Eltern auf eine harte Probe gestellt – aber keine Sorge: Das Ganze ist flott geschrieben, manchmal komisch, manchmal echt krass, aber immer glaubwürdig. Thomas Gerst

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Falk Osterloh: Die Windel fällt immer auf die Butterseite. Knaur, München, 2011, 362 Seiten, kartoniert, 8,99 Euro

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