ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2011Walther Weissauer: Ehrlicher Makler zwischen den Fachgebieten

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Walther Weissauer: Ehrlicher Makler zwischen den Fachgebieten

Dtsch Arztebl 2011; 108(47): A-2555 / B-2139 / C-2111

Hibbeler, Birgit

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Walther Weißauer, Foto: DGAI
Walther Weißauer, Foto: DGAI

Dass die Anästhesie ein eigenständiges Fachgebiet ist, erscheint jungen Ärzten heute völlig normal. Doch das war nicht immer so. Selbst nach der Einführung des Facharztes vertraten viele Chirurgen die Ansicht: Wir tragen die Gesamtverantwortung im OP, daher haben wir ein Weisungsrecht. Ein Rechtsgutachten von 1961 verhalf der Anästhesie schließlich zum Durchbruch als eigenes Fach. Verfasst hat es Prof. Dr. med. h. c. Walther Weißauer. Der Jurist und Ministerialrat a. D., ist am 10. November 90 Jahre alt geworden.

Weißauers Ausführungen dürften vielen Chirurgen nicht gefallen haben. „Gestehen muss ich freilich, dass mir bei der Arbeit am Gutachten gelegentlich durch den Kopf ging, in wessen chirurgische Hände ich mich nach seiner Veröffentlichung denn noch begeben könnte“, schrieb er später. Beide Seiten aber überzeugte er durch seine Sachkenntnis und sein Auftreten als ehrlicher Makler. So wurde er später nicht nur Justiziar des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten sowie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, sondern auch des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen.

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Weißauer hat sich mit vielen medizinrechtlichen Fragen befasst, darunter die Patientenaufklärung. Er gilt als Nestor des Medizinrechts. Dabei war dies zunächst für ihn nur ein Hobby. Bis zu seiner Pensionierung war er im Bayerischen Justizministerium tätig und dort auf öffentliches Recht spezialisiert. Die Ärzteschaft hat Weißauer viel zu verdanken, wie auch die Verleihung der Ernst-von-Bergmann-Plakette und vieler anderer Auszeichnungen an ihn zeigt. Birgit Hibbeler

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