ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2011Alkohol: Subjektiv gefärbt
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Über den Artikel kann man nur den Kopf schütteln . . . Evidenzbasierte Aussagen, internationale Vergleiche, Outcome-Studien: Nichts davon findet sich in dieser subjektiv gefärbten Stellungnahme. Alkoholabhängigkeit ist tatsächlich die Suchterkrankung Nummer eins. Sie trifft ein breites Spektrum von Patienten und Patientinnen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und in unterschiedlichen sozialen Bezügen. Eine individuelle Therapie ist deshalb notwendig. Um eine individuelle Therapie festzulegen, ist jedoch eine individuelle Diagnostik notwendig, und danach ist zu entscheiden, ob ambulante, tagesklinische oder stationäre Behandlung notwendig ist. Auch der Behandlungsrahmen muss dann entsprechend der individuellen Problemlage festgelegt werden, eine getrennt geschlechtliche Behandlung kann im Einzelfall durchaus hilfreich sein. Bei Patienten, die sozial integriert sind, bieten sich allerdings ambulante und tagesklinische Suchtbehandlungen an, die gerade aufgrund ihrer Alltagsbezogenheit und unter Berücksichtigung realistischer Lebensumstände eine Verbesserung der Problemlösungskompetenz und des Selbstvertrauens bewirken können. Nicht nur dass klinische Einrichtungen teuer sind, sie stärken häufig auch die Tendenz zur Hospitalisierung und führen zu sozialem Ausweichverhalten. Sofern die Indikation es ermöglicht, sollten deshalb ambulante und tagesklinische Behandlungsmodule zur Anwendung kommen, eine getrennt geschlechtliche Behandlung ist somit nur bei besonderen Problemlagen sinnvoll . . .

Dr. med. Harald Schuler, 76133 Karlsruhe

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